Archiv für March, 2009
31.03.09

Hedge Fonds lösen Würgegriff bei Deutscher Börse

- Unternehmen/Finanzen -

Rückzug sehr wahrscheinlich - Aktienkurs legt über sechs Prozent zu

Deutsche Börse kurz vor Befreiungsschlag (Foto: pixelio.de, Daniel Gast)

Frankfurt am Main/Eppstein (pte/31.03.2009/13:55) - Nach jahrelangem Streitigkeiten ziehen sich die Hedge Fonds TCI und Atticus offenbar von ihren Beteiligungen an der Deutschen Börse http://www.deutsche-boerse.de zurück. Wie die beiden Hedge Fonds heute, Dienstag, bekannt gaben, soll die im vergangenen September vereinbarte Allianz zum 31. März beendet werden. Spekulationen deuten darauf hin, dass die beiden Unternehmen, die früheren Meldungen zufolge zuletzt gemeinsam 19,3 Prozent an der Deutschen Börse hielten, wegen hoher Verluste bereits ausgestiegen sind. Bei der Deutschen Börse liegt derzeit jedoch noch keine neue Pflichtmitteilung gemäß Wertpapierhandelsgesetz vor, ließ ein Sprecher verlauten.

“Dass sich die beiden skurrilen Beteiligungsgesellschaften aller Voraussicht nach schon bald zurückziehen werden, war klar abzusehen und bedeutet für die Deutsche Börse selbst einen Befreiungsschlag”, erklärt Analyst Heino Ruland vom gleichnamigen Research-Unternehmen http://ruland-research.com auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Marktfachmann kann die Deutsche Börse wieder die Visionen verfolgen und aus der Lethargie der vergangenen Jahre heraustreten. “Sollten die beiden Großaktionäre wirklich Ruhe geben, wird sich dies positiv auf den Aktienkurs auswirken”, meint Ruland. Die Börsianer werten den voraussichtlichen Ausstieg der Hedge Fonds schon heute positiv. Bei Redaktionsschluss der Meldung (13:45 Uhr) notiert die Aktie der Deutschen Börse mit 6,02 Prozent im Plus bei 44,03 Euro.

Mit den beiden Hedge Fonds liegt das Management der Deutschen Börse bereits seit Jahren im Clinch. Grund dafür ist unter anderem, dass es die beiden Großaktionäre bereits geschafft hatten, den damaligen Vorstandschef Werner Seifert aus dem Amt zu jagen. Ziehen sich beide Gesellschaften nun von ihren Beteiligungen zurück, wäre endgültig der Versuch gescheitert, das Deutsche-Börse-Management gemeinsam unter Druck zu setzen und den Marktbetreiber zu höheren Ausschüttungen zu zwingen. Marktexperten rechnen inzwischen fest damit, dass die Hedge Fonds in den kommenden Tagen Mitteilungen veröffentlichen werden, in denen sie ihren Ausstieg bekannt geben. “Der Deutschen Börse fehlt nach wie vor ein schlauer Kopf. Bereits vor vier Jahren hätte Seifert die Fusion mit der Londoner Börse LSE aushandeln können. Das wäre ein Riesencoup gewesen”, verdeutlicht Ruland gegenüber pressetext.

Seit dem gescheiterten Zusammenschluss reicht die Deutsche Börse AG einen Großteil ihrer Gewinne an ihre Aktionäre weiter. Die Allianz von TCI und Atticus führen Branchenkenner wie Ruland auf große Kursverluste in Mrd.-Höhe vor allem bei Finanzaktien zurück. Einem Bericht der Financial Times Deutschland nach drängten die Hedge Fonds in den vergangenen Monaten sogar auf eine Zerschlagung der Deutschen Börse. Diese Pläne scheiterten jedoch am Widerstand der Börsenaufsicht und dem Management. Die Führungsspitze der Deutschen Börse hielt damals demonstrativ an den Säulen ihres Kerngeschäfts, Kassahandel, Terminmarkt und Abwicklung, fest. Gerüchte, wonach TCI und Atticus ihre Anteile an der Deutschen Börse bereits über Optionsgeschäfte verkauft hätten, werten Analysten zusammen mit dem Ende des Pakets als starkes Indiz für einen Ausstieg. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

31.03.09

Virtuelle Musikschule soll Instrumentalunterricht erleichtern

- Medien/Kommunikation -

EU-Projekt Vemus beendet dreijährige Testphase erfolgreich

Das Vemus-Projekt beendet seine dreijährige Testphase (Foto: vemus.org)

Paris (pte/31.03.2009/13:55) - Das Erlernen eines Musikinstruments könnte in Zukunft wesentlich einfacher von der Hand gehen als bisher. Geht es nach dem Willen des EU-finanzierten Vemus-Projekts http://www.vemus.org , sollen Musikstudenten hierbei nämlich verstärkt durch eine neue Generation intelligenter, interaktiver Lernmethoden am Computer unterstützt werden. Entsprechende Testläufe mit einer neuartigen virtuellen Musikschule seien in den vergangenen drei Jahren bereits in mehreren europäischen Ländern erfolgreich durchgeführt worden, erklärt Projektkoordinator George Tambouratzis gegenüber dem Wissenschaftsmagazin ScienceDaily. Man habe es geschafft, eine spezielle Lehrstruktur und Softwareplattform für Anfänger und Vordiplom-Studenten zu entwickeln, die für Flöten, Trompeten, Saxophone und Klarinetten funktioniere. Bei Bedarf sei aber auch die Einbindung einer Reihe weiterer Instrumente möglich, so Tambouratzis. Obwohl eine endgültige Auswertung der Tests der letzten drei Jahre erst im Abschlussbericht zum Vemus Projekt veröffentlicht werde, könne man schon jetzt von einem Erfolg sprechen. Ausschlaggebend hierfür sei vor allem das bisher erhaltende durchwegs positive Feedback der an Testläufen in Schweden, Griechenland, Rumänien, Litauen und Estland beteiligten Musikstudenten. “Die ersten Ergebnisse zeigen, dass solche Studenten, die Vemus nutzten, schneller Fortschritte machen konnten als jene aus einer Kontrollgruppe, die dieselben Musikstücke über herkömmliche Methoden erlernt haben”, stellt Tambouratzis fest. “Motiviert durch die Interaktion mit ihren Computern brachten Vemus-Studenten auch im Durchschnitt mehr Zeit für das Erlernen ihres Instruments auf und konnten mehr Stücke einstudieren als die Mitglieder der Kontrollgruppe”, ergänzt der Projektkoordinator. “Ich glaube nicht, dass ein echter Musiklehrer jemals durch eine virtuelle Unterrichtslösung ersetzt werden kann”, betont Gabriele Rüll, stellvertretende Leiterin der Musikschule Nürnberg http://www.musikschule.nuernberg.de , im Gespräch mit pressetext. Insbesondere im Instrumentalunterricht sei der Einsatz von Computerlehrstunden nicht sinnvoll. “Das Erlernen eines Instruments ist eine zutiefst individuelle Angelegenheit, die nur im persönlichen Austausch zwischen Schüler und Lehrer funktionieren kann”, stellt Rüll klar. Das im Rahmen des Vemus-Projekts entwickelte Programm, das lediglich feststellen kann, ob die richtigen oder die falschen Töne getroffen werden, sei in dieser Hinsicht sicherlich nicht ausreichend. “Bei Musik geht es nicht nur darum, Töne zu treffen. Vielmehr sind auch Aspekte wie die richtige Köperhaltung, der Abstand zum Instrument oder die Dynamik der Spielweise zu beachten”, gibt Rüll zu bedenken. Für die theoretische Ausbildung in Notenlehre oder Musikgeschichte seien Computermethoden aber sicherlich interessant. Wie Tambouratzis gegenüber ScienceDaily wissen lässt, wird die Webseite des Vemus-Projekts auch nach dessen Ende noch weitere drei Jahre lang online bleiben. Musiklehrer und -studenten sollen dort künftig die Möglichkeit haben, eine kostenlose Trial-Version der virtuellen Instrumentlehrstunden herunterzuladen. “Obwohl das Projekt erst endgültig offiziell abgeschlossen werden muss, scheint es, dass die entwickelte Software nicht kommerziell vertrieben werden soll. Somit steht sie jedem Interessierten kostenlos zur Verfügung”, kündigt Tambouratzis an. Als wichtigste Herausforderung für die Zukunft sieht der Vemus-Projektkoordinator vor allem die Einbindung polyphoner Instrumente wie etwa einem Klavier. “Wir verhandeln mit unseren Partnern derzeit noch darüber, wie wir durch zukünftige Projekte auf dem aktuellen Erfolg aufbauen können. Diese Gespräche befinden sich aber noch in einem sehr frühen Stadium”, so Tambouratzis abschließend. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

Sie browsen
das Archiv für March 2009.
Kategorien
Links