Archiv für March, 2009
31.03.09

Disney zeigt TV-Inhalte auf YouTube

- Medien/Kommunikation -

ABC und ESPN nutzen Videoplattform als Promotion-Kanal

YouTube zieht weitere TV-Sender an Land (Foto: youtube.com)

Mountain View (pte/31.03.2009/13:06) - Die Videoplattform YouTube http://www.youtube.com hat sich mit Walt Disney auf eine Contentpartnerschaft geeinigt. Wie US-Medien berichten, wird Disney künftig eine Auswahl seiner TV-Inhalte auf der Videoseite zur Verfügung stellen. So sollen in erster Linie kürzere Clips aus dem Programm der zu Disney gehörenden Sender ABC und ESPN auf YouTube gezeigt werden. Die TV-Sender wollen die Plattform aus derzeitiger Sicht wohl auch dazu nutzen, ihr Programm zu promoten. Dass ABC komplette Shows und Serien auf YouTube online stellt, wie sie bereits auf der ABC-Webseite in den USA verfügbar sind, scheint unwahrscheinlich. Im Grunde ähnelt die Kooperation jener mit dem Sender CBS, die im vergangenen Herbst vereinbart wurde. Für Google gilt es, so viele professionelle Inhalte wie möglich auf die Plattform zu bekommen, da diese für Werbetreibende ein attraktiveres Umfeld bieten als nutzergenerierter Content. Die TV-Sender wiederum wollen über die reichweitenstärkste Videoseite ihre Kanäle bewerben und das Publikum erweitern (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080818012/ ), wie auch Matt Murphy, Senior Vice President bei Disney und ESPN Media Networks, bestätigt. Die ABC-Seite auf YouTube wird daher auch einen direkten Link auf ABC.com bieten, wo die vollen Episoden von Serien und Shows angesehen werden können. Die Werbung in den Clips wird Disney selbst verkaufen und kontrollieren und die Einnahmen dann mit YouTube teilen. Zu den geplanten Werbeformaten zählen unter anderem 15-Sekunden-Spots jeweils vor Beginn eines Videos. Außerdem wird YouTube mit dem ESPN-Videoplayer erstmals ein externes Abspielformat auf seiner Plattform einbinden. Dieser Schritt spiegle die Flexibilität YouTubes in der Zusammenarbeit mit Contentpartner wider, so Jordan Hoffner, Head of Content Partnerships bei der Videoplattform. Neben der Kooperation mit YouTube befindet sich Disney Gerüchten zufolge auch in Gesprächen mit der Videoseite Hulu http://www.hulu.com . Laut einem Bericht der New York Times will Disney offenbar eine Kapitalbeteiligung an Hulu erzielen. Eine offizielle Bestätigung für derlei Verhandlungen gibt es bisher jedoch nicht. In jedem Fall zeigen sowohl die YouTube-Partnerschaft als auch ein möglicher Einstieg bei Hulu, dass Disney seine Onlinestrategie nachgebessert hat und sich nicht mehr nur auf die eigenen Webseiten verlässt. Immerhin erreicht YouTube rund 100 Mio. Besucher monatlich, wovon auch jeder TV-Sender kräftig profitieren kann. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. +43-1-81140-314

31.03.09

Zeitungen fordern Neugründung des ORF

- Medien/Kommunikation -

Langenbucher: “Politik kann Druck der Öffentlichkeit nicht ignorieren”

Kommunikationswissenschaftler Langenbucher bekräftigt Forderungen (Foto: fotodienst.at)

Wien (pte/31.03.2009/13:38) - Der österreichische öffentlich-rechtliche Rundfunk steckt in einer der größten Krisen seiner Geschichte. Seit Monaten wird im Land über eine neue Ausrichtung und die Zukunft des ORF diskutiert. Zuletzt bestätigte auch der Rechnungshof die prekäre wirtschaftliche Situation, in der sich der Sender befindet (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090119028/ ). Nun steht der ORF vor einer entscheidenden Phase. Am Donnerstag soll im Stiftungsrat über das Zukunftskonzept des Generaldirektors Alexander Wrabetz beraten werden, in einer Sondersitzung des Nationalrats werden bereits heute, Dienstag, die Zukunftsperspektiven des öffentlich-rechtlichen Rundfunks diskutiert. Die Initiative “Rettet den ORF!” - ein Zusammenschluss der unabhängigen österreichischen Zeitungen sowie namhafter Vertreter aus Kunst und Kultur - fordert indessen in einem Manifest de facto eine Neugründung des ORF. “Das Problem, dem der ORF gegenübersteht, ist ein Dauerproblem öffentlich-rechtlicher Sender. Auch in Deutschland zeigt sich derzeit ganz deutlich, wie die Politik versucht, stetig auf das staatliche Fernsehen Einfluss zu nehmen”, erklärt der Kommunikationswissenschaftler Wolfgang Langenbucher, Mitglied des Proponentenkomitees der Plattform “Rettet den ORF!”, im Gespräch mit pressetext. Allerdings hänge die tatsächliche Einflussnahme immer von der Tapferkeit und Standhaftigkeit der Führungskräfte ab. Insofern sei die Abhängigkeit von der Politik zu einem großen Teil auch eine “freiwillige Entscheidung”. “Das typisch österreichische Problem ist, dass der ORF seit Jahren stark werbefinanziert ist und sich zu weiten Teilen mit Privatsendern misst”, so Langenbucher. Daher ist einer der wichtigsten Punkte des Manifests von “Rettet den ORF!” neben einer Entparteipolitisierung eine Reduzierung der Werbung. “Die Politik hat jahrelang Zugeständnisse gemacht”, kritisiert der Kommunikationswissenschaftler gegenüber pressetext. Laut der Initiative kann nur ein neues Gesetz mit radikalen Personal- und Strukturmaßnahmen die Zukunft des ORF sichern. Die Regierung plane zwar ein neues Gesetz, jedoch nur mit kosmetischen Reformen. Es sei jedoch vielmehr eine faktische Neugründung notwendig, die jenem Rundfunkvolksbegehren der unabhängigen Presse Österreichs entspreche, das in den 60er Jahren den öffentlich-rechtlichen ORF in seiner Form geschaffen habe. “Mit der aktuellen Initiative wird ähnlich dem Beispiel aus den 60ern neuerlich großer Druck in der Öffentlichkeit erzeugt. Ich denke nicht, dass die Politik die Forderungen nun noch komplett ignorieren kann”, meint Langenbucher. Um zu überleben, müsse der ORF gesundgeschrumpft werden, heißt es in dem Manifest. Die Werbung mit ihrem Quotendruck widerspreche ganz klar dem öffentlich-rechtlichen Selbstverständnis und verwische die Unterscheidung zu kommerziellen Programmen. “Würde die Politik die Gebühren tatsächlich dem Sender zuführen und nicht zum Teil in die Länder abfließen lassen, dann wäre auch eine Finanzierung einfacher möglich”, erklärt Langenbucher. So fordert “Rettet den ORF!” auch ganz deutlich, dass Gebührenbefreiungen von Bund und Ländern zu ersetzen seien. Bisweilen gingen Bund und Länder mit dem ORF um, als gehöre er ihnen. “Im günstigsten Fall erwarten wir uns von der Regierung und der heutigen Sondersitzung im Nationalrat ein Umdenken in dem Ausmaß, dass ernsthaft über eine Reform des ORF nachgedacht wird, wie wir in vielen Punkten bereits angeführt haben”, sagt Langenbucher. Der schlimmste Fall wäre, dass die “Politik einfach durchmarschiert” und die bisherige Linie beibehalten werde. “Dann würde sich die Krise auf jeden Fall fortsetzen und noch verschlimmern. Die Lage ist tatsächlich sehr ernst”, betont der Branchenexperte. Der ORF-Zentralbetriebsrat zeigt sich in einer ersten Reaktion indes wenig begeistert von den Forderungen der Initiative. Zentralbetriebsrat Gerhard Moser bezeichnet das Manifest als “Aufschrei geriatrischer Eitelkeit” begleitet von “weitgehender medienpolitischer Ahnungslosigkeit”. Vor allem eine Kürzung des Personalstands, wie von “Rettet den ORF!” angeraten, stößt auf wenig Gegenliebe. Im Zuge der Nationalrats-Sondersitzung hat Bundeskanzler Werner Faymann mittlerweile ein “Drei-Punkte-Programm” vorgelegt. Darin verspricht der Kanzler zumindest eine “Teilrefundierung von Gebührenbefreiungen” nach der ORF-Reform. Zudem sollen keine Parteienvertreter mehr im Aufsichtsrat sitzen - wenngleich die Regierung weiterhin Vertreter entsenden will - und der Aufsichtsrat insgesamt verkleinert werden. Ein neues Gesetz soll bis Ende des Jahres beschlossen werden. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. +43-1-81140-314

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