Archiv für March, 2009
31.03.09

Holtzbrinck bastelt an Gratis-Musik-Service

- Medien/Kommunikation -

Steereo soll in zweiter Aprilhälfte in geschlossene Betaphase starten

Mit Steereo will Holtzbrinck in den Online-Musikmarkt einsteigen (Foto: steereo.de)

Stuttgart (pte/31.03.2009/11:12) - Die Verlagsgruppe Holtzbrinck http://www.holtzbrinck.com will in den heiß umkämpften digitalen Online-Musikmarkt einsteigen. Wie Alexander Kolisch, der Chef der Holtzbrinck-Tochter Grassroot Media, gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD) erklärt, soll der neue Service namens Steereo http://steereo.de bereits in der zweiten Aprilhälfte in die geschlossene Betaphase gehen. Zurzeit stecke man noch in der Endphase der Verhandlungen mit den vier führenden Musiklabels Sony, Warner, Universal und EMI, die einen Großteil der Inhalte liefern sollen. Der Dienst, der mit bestehenden Angeboten wie Last.fm oder MySpace Music konkurrieren wird, erlaubt es Nutzern künftig, über ihre Webbrowser kostenlos Musik zu hören. Die Gratis-Streams werden dabei durch Werbung finanziert. Für sogenannte Premium-User ist zudem auch eine kostenpflichtige Version geplant, bei der die angebotene Musik zu einer monatlichen Gebühr von zehn Euro ohne Werbung und in besserer Qualität genossen werden kann. Um sich gegen die harte und zahlreiche Konkurrenz am Online-Musikmarkt durchsetzen zu können, denke man beim Holtzbrinck-Konzern intern über eine Kooperation zwischen den beiden hauseigenen Portalen StudiVZ und Steereo nach, berichtet die FTD. Die 13 Mio. Mitglieder der VZ-Gruppe seien die passende Zielgruppe. “Es gibt Dinge, die laufen in sozialen Netzwerken gut - dazu gehört auch Musik”, so ein Holtzbrinck-Manager. “Wir haben für den neuen Musik-Service mit Sicherheit ein Modell konzipiert, dass eine sehr reelle Chance hat, am Markt bestehen zu können”, betont Grassroot-Media-Chef Kolisch auf Anfrage von pressetext. Genaue Details zum Angebot könne man zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht preisgeben. Auch was die weiteren Schritte der Projektentwicklung betrifft, sei es gegenwärtig zu früh, um sich auf einen genauen Zeitplan festlegen zu können, erläutert Kolisch. Mit der aktuellen Ankündigung verstärkt die Stuttgarter Holtzbrinck-Gruppe einmal mehr ihr Engagement im Internet-Geschäftsfeld. Allein die Konzern-Tochter Holtzbrinck Ventures ist an etwa 40 Webseiten beteiligt, zu denen unter anderem Marken wie Parship, My Hammer und Brands 4 Friends gehören. Holtzbrinck Networks zugeordnet ist die bekannteste Online-Tochter studiVZ mit ihren Schwestermarken schülerVZ und meinVZ. Laut FTD konnte der Konzern mit seinen Internetangeboten im vergangenen Jahr insgesamt 250 Mio. Euro Umsatz erwirtschaften. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

31.03.09

GM-Chef kassiert zum Abschied 20 Mio. Dollar

- Unternehmen/Finanzen -

Fehlende Verantwortung kritisiert - Nachfolger bekommt 60 Tage Zeit

General Motors gerät unter Druck (Foto: gm.com)

Detroit/Washington/Düsseldorf (pte/31.03.2009/11:40) - Der auf Druck des Weißen Hauses zurückgetretene General-Motors-Chef Rick Wagoner bekommt trotz einer verfehlten Konzernpolitik Pensionsansprüche von rund 20 Mio. Dollar. Wie US-Medien berichten, will man trotz der gezahlten Rekordsumme aber nicht von einem “goldenen Handschlag” sprechen. Vielmehr gehe es um vertraglich fixierte Rentenansprüche und andere Kompensationen, auf die Wagoner nach 32 Jahren bei dem angeschlagenen US-Automobilkonzern Anspruch habe, teilte eine Sprecherin in der Nacht auf heute, Dienstag, mit. Nach den Boni-Manager-Zahlungen des US-Versicherers AIG wird die Diskussion um unverhältnismäßige Geldgeschenke damit aufs Neue angefacht (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090319022/ ). Wagoner hatte GM mit einem Fokus auf Spritfresser und Rekordverlusten über 80 Mrd. Dollar an den Rand des Zusammenbruch geführt.

“Zwar sind die Zahlungen vertraglich geregelt und stehen Wagoner zu, aber ich erwarte von einem Manager, der jahrelang selbst von einem System der sozialen Marktwirtschaft profitiert hat, dass er seinen Teil der Verantwortung dazu beiträgt. Mir kommt es inzwischen so vor, als ob das Prinzip Leistung und Gegenleistung für viele Verantwortliche kaum noch Gültigkeit besitzt”, sagt Klaus Aden, Vergütungsexperte und geschäftsführender Gesellschafter bei LAB Lachner Aden Beyer & Company http://www.labcompany.net , im pressetext-Gespräch. Erst gestern, Montag, hatte US-Präsident Barack Obama ungewöhnlich scharf den seit 2000 an der Spitze des Unternehmens stehenden Manager zum Rücktritt gedrängt. Dieser Schritt war eine notwendige Bedingung für weitere Mrd.-Hilfen als Überbrückungsfinanzierung. Nachfolger Wagoners wird der bisherige Konzernvize und Ex-Europa-Chef Fritz Henderson, der in der Vergangenheit bereits drastische Einsparmaßnahmen und Entlassungen durchgesetzt hatte.

“Konzernlenker wie Wagoner haben ihre Unternehmen an den Rand des Ruins gebracht und massiv den Ruf geschädigt. Wer Mrd.-Verluste anhäuft, sollte auch die Courage besitzen, auf vertraglich zugesicherte Zahlungen zu verzichten”, so Aden im pressetext-Gespräch. Auch ist es für den Unternehmensberater “unverständlich”, dass die mit den Zahlungsabwicklungen im Konzern intern verantwortlichen Non-Executive Chairmen keine Verantwortung übernehmen und Verträge neu ausverhandeln. “Aufsichtsräte vieler Großkonzerne geben sich nach außen viel zu häufig machtlos und nicken einmal getroffene Vertragsentscheidungen einfach ab. Da hinterfragt fast niemand, ob Abfindungen die Managerleistung widerspiegeln”, kritisiert Aden weiter. Der Druck auf Henderson steigt massiv. Obama setzte den wankenden Autoherstellern Chrysler und General Motors zuletzt kurze Fristen, um eine umfassende Restrukturierung zu erzwingen. GM soll noch 60 Tage und Chrysler nur noch 30 Tage Geld und Zeit bekommen.

Das Ziel der US-Administration besteht hauptsächlich darin, dass GM in den verbleibenden zwei Monaten der Anschlussfinanzierung mit Gewerkschaften, Aktionären und Gläubigern in Verhandlungen tritt und ihnen bedeutende Zugeständnisse abfordern soll. Begleitet werden die Verhandlungen von einem Team aus Washington, das demnächst nach Detroit reisen wird und die Umstrukturierungen überwacht. In Hinblick auf die in Mitleidenschaft gezogene GM-Tochter Opel erhält die deutsche Bundesregierung Zeit, um über staatliche Hilfen zu beraten. Bislang ist sich die Koalition in dieser Frage nach wie vor nicht einig. Ob Henderson GM wieder in die richtige Spur bringen wird, bleibt abzuwarten. Zudem ist derzeit noch völlig offen, ob der Wagoner-Nachfolger langfristig das Unternehmen leiten wird. “Ich will weiter machen, bis wir die Sache wieder in Ordnung gebracht haben. Was darüber hinaus passiert, werden wir sehen”, zitiert das Wall Street Journal den neuen GM-Boss. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

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