Archiv für January, 2009
31.01.09

Solingen: Schlag gegen Fälscherfabrik in China gelungen

- Unternehmen/Finanzen -

Viele Unternehmen unterschätzen Markenschutz im Ausland

Produktpiraterie nach wie vor ein Problem (Foto: pixelio.de, S. Hofschlaeger)

Wuppertal/Kanton (pte/31.01.2009/06:00) - Markenhersteller haben eine Fälscherfabrik in China auffliegen lassen. Wie die Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid http://www.wuppertal.ihk24.de berichtet, ist es Solinger Originalherstellern auf einer renommierten Import- und Exportwarenmesse in der chinesischen Provinz Kanton bereits im vergangenen Herbst gelungen, gefälschte Bestecke zu identifizieren, die unrechtmäßig mit dem Markennamen “Solingen” gekennzeichnet waren. In der Folge wurde die Behörde für Industrie und Handel (AIC) tätig und beschlagnahmte mehr als 8.000 Besteckteile, die mit dem Brand “Solingen” versehen waren. “Wir können nur allen Unternehmen raten, dass sie die Marken schützen lassen, bevor sie im Ausland tätig werden”, sagt Industrie- und Handelskammer-Geschäftsführer Ludger Benda im pressetext-Gespräch.

Das Problem Produktpiraterie gehört nach wie vor zu den dringlichsten Problemen westlicher Markenhersteller. Einer aktuellen Studie des Verbands deutscher Maschinen- und Anlagenbau http://www.vdma.de nach kommen rund 71 Prozent aller Fälschungen aus der Volksrepublik. Das Bundesministerium der Justiz http://www.bmj.bund.de schätzt den durch Produktpiraterie verursachten Schaden jährlich auf 25 Mrd. Euro. Dieser würde sich allein in Hinblick auf den deutschen Arbeitsmarkt mit jährlich rund 70.000 verloren gehenden Arbeitsplätzen bemerkbar machen. Dabei sind aber auch viele Hersteller selbst noch zu nachlässig, wenn es darum geht, sowohl das technische als auch das rechtlich mögliche Instrumentarium zum Schutz geistigen Eigentums voll auszuschöpfen (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081121001 ).

Im Zuge der Razzia wurden die Besteckteile im Solingen-Fall durch die Behörden sichergestellt und der Hersteller zu einer Unterlassungserklärung verpflichtet. Trotz dieses Erfolgs fordern Experten ein noch härteres Vorgehen gegen Produktpiraten. “Wir freuen uns sehr über das engagierte und kooperative Verhalten der chinesischen Behörden”, sagt Benda auf Nachfrage von pressetext. Laut dem Juristen zeige die aktuelle Razzia, dass sich auch in der Volksrepublik ein konsequentes Vorgehen gegen Markenmissbrauch auszahle sowie die Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort immer besser funktioniere. In China besteht laut dem Fachmann hingegen auch ein Stadt-Land-Gefälle, was dazu führt, dass vor allem in den ländlichen Regionen häufig das Bewusstsein für strafbare Raubkopierhandlungen fehlt. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

31.01.09

Internet sagt Weltuntergang für 2012 voraus

- Medien/Kommunikation -

Medienpsychologe: “Solche Theorien lenken von Alltagsproblemen ab”

Die Maya besaßen bereits ein weitentwickeltes Kalender-System (Foto: pixelio.de, Helmut Wegmann)

New York (pte/31.01.2009/06:05) - Wer gegenwärtig die Jahreszahl “2012″ in einer Internet-Suchmaschine eintippt, erhält eine Auflistung einer fast unüberschaubaren Zahl von Webseiten, die sich mit dem Thema Weltuntergang beschäftigen. Verantwortlich hierfür ist der im Web und durch verschiedene Buchveröffentlichungen verbreitete Glauben vieler Erdenbürger, dass am 21. Dezember 2012 das Ende der Welt bevorsteht. Genau um Mitternacht springt nämlich in der Zeitrechnung der einstigen Maya-Hochkultur Südamerikas der Kalender zum ersten Mal seit mehr als 5.000 Jahren wieder auf null. Am darauf folgenden Tag wird die Sonne dann bei der Wintersonnenwende im Zentrum unserer Galaxis stehen. Obwohl von Expertenseite bereits des öfteren darauf hingewiesen wurde, dass der Glaube an den Weltuntergang an diesem Tag auf keinerlei wissenschaftlich beweisbaren Fakten beruht, steigt die Zahl der weltweit verstreuten Anhänger der umstrittenen Theorie stetig an.

“Solche Weltuntergangstheorien sind für die Menschen im Grunde genommen immer eine Möglichkeit, sich von den aktuellen Problemen ihres Alltags abzulenken”, stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien http://www.univie.ac.at/Publizistik , im Gespräch mit pressetext fest. Im Zeitalter des Internets könnten sich derartige Thesen wesentlich stärker und schneller verbreiten als noch vor einigen Jahren. “Die meiste Aufmerksamkeit kann heute sicherlich im Web erregt werden. Im Internet können sich zudem all diejenigen Leute, die sich für diese Theorien interessieren, viel effizienter vernetzen und so ihre weitere Distribution ankurbeln”, betont Vitouch. Davon, dass es aufgrund der rasanten Verbreitung der Weltuntergangstheorie gleich zu einer weltweiten Massenhysterie kommen wird, geht der Medienpsychologe allerdings nicht aus. “Solche Theorien sind nicht neu. Zu Nestroys Zeiten hatten die Menschen Angst vor Kometen, zur Jahrtausendwende befürchteten sie den Zusammensturz der Computersysteme und jetzt wird der Maya-Kalender als brauchbares Motiv für das Ende der Welt herangezogen”, so Vitouch.

Das Datum des 21. Dezember 2012 fasziniert die Gelehrten bereits seit der Wiederentdeckung der Zeitrechnung der Maya vor etwa einhundert Jahren. Vor allem die spezifische Position, mit der sich die Sonne an diesem Tag in die Gestirne einreiht, war immer wieder Anlass für verschiedenste wilde Theorien, die inhaltlich vom endgültigen Untergang der Welt bis zur Ankunft eines “kosmischen Besuchs” reichen. Trotz der großen Bedeutung, die dieses Datum sicherlich für die Astronomie innehat, gilt der Weltuntergangs-Zusammenhang bis heute als nicht eindeutig nachgewiesen. “Ich glaube, dass die mittlerweile sehr populären Behauptungen über die Maya-Prophezeiungen zum Jahr 2012 auf Grundlage einer äußerst dürftigen Beweislage konstruiert worden sind”, meint Anthony Aveni, Professor für Astronomie, Anthropologie und Native American Studies an der Colgate University http://www.colgate.edu im US-Bundesstaat New York, gegenüber CNN. Aufgrund der enormen Anhängerschaft, die diese Theorie inzwischen gewonnen habe, sei zu befürchten, dass die wahre Bedeutung des Maya-Kalenders in der Öffentlichkeit in den Hintergrund gedrängt werde. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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