Archiv für January, 2009
31.01.09

TV-Sender: Quote wichtiger als Kreativität

- Medien/Kommunikation -

Digitalisierung und Internet verstärken Konkurrenzdruck

Für TV-Sender ist die Zuschauerquote ein zentraler Erfolgsfaktor (Foto: pixelio.de, RainerSturm)

Wien (pte/31.01.2009/13:40) - “Das Fernsehen und seine Inhalte werden immer konservativer. Der Raum für kreative Experimente und Innovationen wird aufgrund des durch den Digitalisierungsprozess stärker werdenden Konkurrenzdrucks zunehmend enger”. Zu dieser Einschätzung kam Caroline von Senden, Leiterin der Redaktion Fernsehfilm I beim ZDF http://www.zdf.de , gestern, Freitag, im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf dem “TV-Motion”-Symposium in Wien. Vor allem auf öffentlich-rechtlichen TV-Sendern, die die Aufgabe hätten, ein möglichst breit gefächertes Publikum zu bedienen, laste mittlerweile ein enormer Quoten- und Erfolgsdruck. “Die Zuseher haben heute hunderte verschiedene Sender zur Verfügung. Um einen Erfolg bzw. eine bestimmte Quote zu erreichen, vertraut man deshalb in erster Linie auf Dinge, die sich in der Vergangenheit bereits bewährt haben”, erklärte von Senden.

Dennoch gebe es auch bei einem aufgrund seiner großen Struktur eher unbeweglichen TV-Sender wie dem ZDF noch eine gewisse Bandbreite von kreativen Möglichkeiten. “Es wäre ein Fehler, ausschließlich auf gesichertes Wissen zu setzen. Um möglichst viele Zuseher ansprechen zu können, müssen die verantwortlichen Produzenten herausfinden, wie die aktuelle Generation denkt”, stellte von Senden fest. Doch genau darin liege auch das Problem, denn die Fernsehanstalten hätten es heute mit einer völlig veränderten Denkstruktur des Publikums zu tun. “Die Fluktuation der Zuseher ist extrem hoch. Marktanalysen zeigen zudem eindeutig, dass vor allem die jüngeren Zuseher zunehmend ins Internet abwandern. In Anbetracht dieser Entwicklung wird es für die Sender immer schwieriger, das eigene Publikum nicht zu verlieren”, erläuterte von Senden. Ein Online-Engegement sei mittlerweile Pflichtprogramm.

Als Beleg verwies die ZDF-Redaktionsleiterin auf das bereits seit einiger Zeit verfügbare Online-Video-Angebot aus eigenem Hause. “Die ZDFmediathek hat insbesondere bei den jüngeren Menschen eine sehr gute Resonanz hervorgerufen”, schilderte von Senden. Das größte Problem des Online-Sektors seien die fehlenden Finanzierungsmodelle. “Das Interesse am Online-Bereich ist durchaus da. In finanzieller Hinsicht spielt die Musik bei einem TV-Sender aber nach wie vor im regulären Hauptabendprogramm. Im Internet lässt sich derzeit noch kein Geld verdienen”, fasst von Senden zusammen. Dies bestätigte auch Wolfgang Oppenrieder, Redakteur in der Abteilung Deutsche Fiction beim Privatsender PRO7 http://www.prosieben.de . “Das Internet punktet zwar durch die ständige Verfügbarkeit der Inhalte und die Möglichkeit der Interaktivität bei den Nutzern. Aus Sendersicht sind die erzielten Werbeerlöse in diesem Bereich allerdings bislang nicht ausreichend”, betonte Oppenrieder.

Für Klaus Lintschinger, sendungsverantwortlicher Redakteur beim ORF, bleibt das Publikum hingegen ein “ewiges Rätsel”. “Die Zielgruppenentwicklung ist nicht vorhersagbar. Es gibt immer wieder mehrere hundert Seiten starke Untersuchungen, die einen Aufschluss darüber bringen sollen, was das Publikum sehen will. Die Produktionen, die aus diesen Ergebnissen entstanden sind, sind bis heute aber alle durch die Bank gescheitert”, gab Lintschinger zu bedenken.

Das “TV-Motion”-Symposium wird vom drehbuchFORUM Wien http://www.drehbuchforum.at in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchverband Austria http://www.drehbuchverband.at , der Satel Privatstiftung http://www.satel.at und den Filmfonds Wien http://www.filmfonds-wien.at veranstaltet. Der diesährige Event soll den Auftakt für eine Reihe von fernsehspezifischen Weiterbildungsangeboten für die österreichische Filmbranche bilden. Diese sollen in den nächsten Jahren regelmäßig vom drehbuchFORUM angeboten werden, um dem Thema “Fernsehen” einen der Arbeitspraxis entsprechenden Stellenwert zu geben. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

31.01.09

Zahlsystem SEPA ist Verlustrechnung für Banken

- Handel/Dienstleistungen -

Einheitlicher Zahlungsraum hat sich bisher nicht bewährt

Banken hadern mit einheitlichem Zahlungsraum SEPA (Foto: pixelio.de, KFM)

Frankfurt (pte/31.01.2009/13:45) - Die Einführung des europaweit einheitlichen Zahlungsraums SEPA (Single European Payments Area) vor einem Jahr hat sich für die Banken als glattes Verlustgeschäft entpuppt. Rund 90 Prozent der europäischen Institute klagen über das negative Geschäft mit dem neuen Überweisungsstandard, wie das Management- und Technologieberatungsunternehmen BearingPoint http://www.bearingpoint.de aufzeigt. Zwar verlief der SEPA-Startschuss abseits bürokratischer Hürden für den Großteil der Banken weitgehend problemlos (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080115031 ). Die Anzahl entsprechender Überweisungen liegt jedoch weiterhin unter einer Mio. pro Tag und bewegt sich damit im Promillebereich. Zudem zeigen sich die Häuser zusätzlichen SEPA-Diensten (AOS - Additional Optional Services) und dem weiteren Ausbau des Zahlungsraums gegenüber skeptisch. “Kurzfristig wäre eine Investition in die SEPA-Services vonseiten der meisten Banken gar nicht erst erfolgt, wäre das Thema nicht politisch getrieben”, meint Christian Bruck, Leiter Solution Zahlungsverkehr und Associate Managing Director bei BearingPoint, im Gespräch mit pressetext. In der Erwartung, dass sich SEPA als Raum für den Massenzahlungsverkehr etabliert, hätten viele Banken neue Zahlungssysteme entwickelt, um die alten in weiterer Folge einstellen zu können. “Die Einführung der neuen Systeme hat sich bei den Kunden jedoch nicht bewährt, da sich für sie gegenüber den bewährten Methoden kein Mehrwert ergibt. Dabei war die Entwicklung für die Institute mit hohem Aufwand und Kosten verbunden”, betont der Experte. Rund 20 Prozent der Häuser befürchten daher nicht nur kurzfristig, sondern auch dauerhaft negative Auswirkungen der SEPA-Dienste auf ihre Bilanz. Angesichts der geringen Nutzung der SEPA-Überweisung durch die Kunden hat der Großteil der Banken bisher auf die Einführung zusätzlicher Dienste verzichtet. Nur 20 Prozent hätten AOS wie etwa SEPA-Eilüberweisungen bislang berücksichtigt. “Das Marktverhalten der Kunden wird sich mit Einführung der SEPA-Lastschrift voraussichtlich ändern. Dabei handelt es sich um ein gänzlich neues Produkt, das einen Mehrwert bietet”, erklärt Bruck gegenüber pressetext. Allerdings sei auch die Einführung der europaweit einheitlichen Lastschrift problematisch, da Banken dafür in Form eines neuen Mandats eine zusätzliche Bevollmächtigung bei den Kunden einholen müssen. Zudem schätzen rund 70 Prozent der Institute den Aufwand und anfallende Investitionskosten um zwei- bis dreimal so hoch ein als für die SEPA-Überweisung. Dennoch soll es ab November 2009 möglich sein, Lastschriftverfahren aus den 31 SEPA-Teilnehmerstaaten einzuleiten. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

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