Archiv für November, 2008
29.11.08

Schwellenland-Millionäre pfeifen auf Krise

- Handel/Dienstleistungen -

Luxusgütergeschäft in BRIC-Ländern wächst beinahe ungebremst

Luxusgüter bei Schwellenland-Millionären trotz Krise beliebt (Foto: pixelio.de, Kigoo Images)

Moskau (pte/29.11.2008/06:15) - Die Mio.-schwere Oberschicht aus Ländern wie Brasilien, Russland, Indien und China (BRIC) lässt sich von der harten Realität der Weltwirtschaft nicht aus dem Konzept bringen. Millionäre und Milliardäre bleiben ihrem Hang zum Luxus treu und denken offenbar nicht ans Sparen. Der US-amerikanischen Unternehmensberatung Bain and Company (B&C) http://www.bain.com zufolge wird der Luxusgütermarkt auch in den kommenden Jahren rasant weiterwachsen. Zwar können sich die BRIC-Staaten selbst dem derzeitigen Abschwung nicht entziehen. Allerdings wird das Geschäft mit der teuren Ware von einem kleinen aber schwer betuchten Personenkreis getragen. “Die Schwellenländer können sich nicht von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abkoppeln”, meint Peter Westerheide, stellvertretender Leiter des Forschungsbereichs Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement beim Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung http://www.zew.de , im Gespräch mit pressetext. Zudem hinken Emerging Markets gegenüber den Industrieländern beim Absatz von teuren Gütern naturgemäß hinterher. Besonders im oberen Luxussegment, bei Yachten, Luxus-Immobilien oder teuren Autos befinden sie sich jedoch in einem enormen Aufholprozess. B&C zufolge wird das Geschäft mit Luxuswaren in den BRIC-Ländern innerhalb der kommenden fünf Jahre um 20 bis 35 Prozent wachsen. Allen voran russische Öl-Multis treiben den rapiden Anstieg. Während die Reichen etwa in China 2007 rund sechs Mrd. Dollar für Luxusartikel ausgegeben hätten, habe die Summe in Japan vergleichsweise bei rund 30 Mrd. Dollar gelegen. Allerdings habe das Absatzwachstum in dem Schwellenland gegenüber 2006 bei rund 30 Prozent gelegen. Das aktuelle Weihnachtsgeschäft im Luxusbereich soll zwar auch in den Emerging Markets nachlassen. In den kommenden fünf Jahren soll es hingegen in einer ähnlichen Gangart weitergehen wie zuvor. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

28.11.08

Mumbai-Terror: Bürger berichten hautnah im Web

- Medien/Kommunikation -

“Hobby-Journalismus ist nicht professionell überprüfbar”

Bürger berichten auf Twitter direkt vom Geschehen (Foto: twitter.com)

Mumbai (pte/28.11.2008/11:24) - Die Terrorangriffe in der indischen Finanzmetropole Mumbai sind zur Zeit nicht nur in den großen internationalen Medien eines der Hauptthemen, sondern auch im Internet. Seit dem ersten Moment an, wo am Mittwochabend mehrere kleine Kampfgruppen die ersten Schüsse abgefeuerten, um verschiedene Ziele der Millionenstadt anzugreifen, häufen sich unzählige Berichte der Web-Community zu den tragischen Ereignissen. So schildern Augenzeugen etwa in Online-Foren und Blog-Postings das aktuellste Geschehen oder veröffentlichen selbst gemachte Fotos im Netz, die die Tragik der gewaltvollen Auseinandersetzungen teilweise unverschönt wiedergeben und hautnah mitfühlen lassen. Der Mikro-Blogging-Dienst Twitter http://twitter.com beispielsweise hat einen eigenen Thread zum Thema gestartet, auf dem Dutzende sogenannter “Bürgerjournalisten” ihre aktuellen Impressionen direkt vom Schauplatz des Geschehens aus vermitteln. In vielen Fällen sind die Hobby-Journalisten dabei den traditionellen Medien wie TV oder Zeitung zeitlich gesehen um einiges voraus. “Dem Leser muss aber zu jeder Zeit klar sein, dass derartige Inhalte nicht professionell journalistisch überprüft worden sind”, gibt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Journalistenverbandes (DJV) http://www.djv.de , im Gespräch mit pressetext zu bedenken. Gerade bei so schwerwiegenden Themen wie den aktuellen Terroranschlägen in Mumbai sei die Öffentlichkeit auf den professionellen Journalismus angewiesen. “Der Leser muss sich sicher auf die Darstellung der Fakten verlassen können. Bei den Blog-Berichten ist sicherlich eine ganze Menge Wahrheit dabei. Es gibt jedoch keine Qualitätskontrolle und keine Möglichkeit, die dort enthaltenen Informationen auf ihren tatsächlichen Wahrheitsgehalt hin zu überprüfen”, erklärt Werner. Ein weiteres Problem, mit dem der Bürgerjournalismus im Internet zu kämpfen habe, sei das sehr zerstreute und für den Medienkonsumenten eher unübersichtliche Bild, das er vermittle. “Eine Berichterstattung in Web-Blog kann für die Leser zwar sehr interessant sein, sie liefert aber immer nur individuelle Einzelperspektiven”, betont Werner. Als Resultat entstehe ein kaleidoskopartiges, situationsbezogenes Bild der Geschehnisse, bei dem es dem Leser nur sehr eingeschränkt möglich sei, einen umfassenden Eindruck über die tatsächlichen Verhältnisse zu gewinnen. “Insgesamt gesehen ist es immer gut, wenn man Leute hat, die direkt vor Ort über die aktuelle Lage berichten. Der Bürgerjournalismus hat in dieser Hinsicht aber das Problem, dass es keine Möglichkeit des Nachfragens gibt, um die enthaltenen Informationen journalistischen Kriterien entsprechend zu überprüfen. Für den klassischen Journalismus sind Blogs aber oft ein sehr geeignetes Rohmaterial”, so Werner abschließend. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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