Archiv für October, 2008
31.10.08

Gerüchte um Staatseinstieg bei der Commerzbank

- Unternehmen/Finanzen -

“Mikadospiel” könnte sich auflockern - Anleger strafen Aktie trotzdem ab

Commerzbank könnte Vorbildfunktion haben (Foto: commerzbank.de)

Frankfurt am Main (pte/31.10.2008/13:36) - Im Zuge der Finanzmarktkapriolen scheint die Commerzbank als zweitgrößte deutsche Bank nun die Hilfe des staatlichen Rettungsfonds annehmen zu wollen. Wie Reuters heute, Freitag, unter Berufung auf involvierte Unternehmenskreise berichtet, werde der Aufsichtsrat auf der für Dienstag vorgesehenen Sitzung mit Vorstandschef Martin Blessing über eine Teilnahme am 480 Mrd. Euro schweren Hilfsfonds beraten. Kommt es tatsächlich zu einer Entscheidung, dass man Staatsgelder annehmen will, bekäme die Regierung damit ein Mitspracherecht an der Geschäftspolitik des Instituts. Neben der internationalen Finanzmarktkrise belastet die Bank der Dresdner-Kauf (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080901012 ) sowie das Engagement in Island. Aber auch die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers schlägt negativ zu Buche.

“Die lange Zurückhaltung der Privatbanken bei der Inanspruchnahme des Rettungsschirmes hat mich verwundert. Dass sich viele Institute hierbei in ihrer Ehre gekränkt sehen oder sich nicht vor den Anlegern outen wollen, sind falsche Voraussetzungen”, sagt Christoph Schmidt, Analyst bei der N.M. Fleischhacker Wertpapierhandelsbank http://www.fleischhacker.de , im Gespräch mit pressetext. Laut dem Finanzfachmann könnte der Entschluss für das Staatsgeld ein positives Signal gegenüber anderen Banken aussenden. “Weitere Institute könnten diesem Beispiel folgen, wodurch das ,Mikadospiel’ endlich aufgelockert wäre”, so Schmidt. Dass die Commerzbank die eigene Kapitalbasis stärken muss, gilt in der Finanzbranche inzwischen als unumstritten. Dies zeigt sich am Kurs. Bei Redaktionsschluss dieser Meldung (13:32 Uhr) notiert das Commerzbank-Papier tiefrot mit 9,01 Prozent im Minus bei nur 8,24 Euro.

Ringt sich das Commerzbank-Management dazu durch, Hilfen des Staates in Anspruch zu nehmen, kommt dies einem radikalen Kurswechsel gleich. Bisher hatte die Commerzbank wie alle anderen großen Institute stets vermittelt, sich nicht unter den staatlichen Rettungsschirm begeben zu wollen. Dabei heftig in die Kritik geraten war vor allem der Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, der angekündigt hatte, den Schirm nicht zu nutzen und stattdessen auf seine Boni zu verzichten. Blessing kritisierte diese Äußerung dahingehend, dass Ackermann nur auf etwas verzichten könne, was ihm auch zustehe. “Nur wenn man ein gutes Ergebnis für das Unternehmen erwirtschaftet, steht einem auch ein Erfolgsbonus zu”, sagte Blessing der Bild-Zeitung. Wie nun bekannt wurde, sei die Commerzbank wegen der Finanzmarktturbulenzen “an allen Instrumenten des Fonds interessiert, also auch an der Option zur Rekapitalisierung”.

Bei einer Entscheidung für den Staatsfonds könnte die Bundesregierung großen Einfluss auf die Geschäftspolitik ausüben und Managergehälter bis zu 500.000 Euro pro Jahr begrenzen. “Die Stärkung der Kapitalbasis könnte hilfreich sein. Dennoch ist noch unklar, wie viele Hilfen durch den Staat insgesamt nötig sind”, gibt Schmidt gegenüber pressetext zu bedenken. Mit Spannung werden die am Mittwoch präsentierten Ergebnisse für das dritte Quartal erwartet. Insider rechnen mit weiteren Belastungen. Von den privaten Instituten hat bisher der Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate Staatsgeld angenommen. Wie das Unternehmen heute bekannt gab, habe man eine Garantie des Staatsfonds über 15 Mrd. Euro erhalten. Mitte November stellt ein Bankenkonsortium und der Bund ein Rettungspaket mit 50 Mrd. Euro bereit. In Österreich musste die Erste Bank 2,7 Mrd. Euro beim Staat anmelden. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

31.10.08

MySpace startet Nachhaltigkeits-Plattform

- Medien/Kommunikation -

Profil “Meine Welt” vereint Hilfsprojekte der Community

MySpace und Utopia starten Initiative zur Nachhaltigkeit (Foto: myspace.com)

Berlin (pte/31.10.2008/13:36) - Der deutsche Ableger des Social Networks MySpace hat mit dem seiteneigenen Profil “Meine Welt” http://www.myspace.com/meinewelt eine Nachhaltigkeits-Plattform zur Unterstützung verschiedener Hilfsprojekte gestartet. In Kooperation mit dem Internetportal für strategischen Konsum und nachhaltigen Lebensstil Utopia http://www.utopia.de versucht die Web-2.0-Community, gemeinnützigen Wohltätigkeits- und Hilfsorganisationen, die bereits auf MySpace aktiv sind, eine größere Bühne zu bieten. So widmet sich “Meine Welt” Projekten zugunsten des Umwelt- und Klimaschutzes sowie dem Einsatz für soziale und globale Gerechtigkeit oder einer besseren AIDS-Prävention. Zum Start der Plattform rufen die Initiatoren auch eine eigenständige Hilfsaktion für Kakaobauern aus Tansania ins Leben. “Wir werden das Profil nicht ausschließlich nutzen, um bereits bestehende Projekte vorzustellen. Darüber hinaus werden wir gemeinsam mit MySpace jedes Jahr etwa drei bis vier eigenständige Aktionen starten”, erklärt Utopia-Vorstandsmitglied Meike Gebhard im Gespräch mit pressetext. Wie die einzelnen Projekte aussehen werden, stehe derzeit jedoch noch nicht fest. Der Fokus des “Meine Welt”-Channels liege vornehmlich auf nachhaltigen Themen zum Umwelt- und Klimaschutz. Über die besucherstarke MySpace-Plattform ließen sich besonders viele junge Menschen erreichen, die sich für Nachhaltigkeit interessieren, so Gebhard. Je MySpace-User, der das neue Profil von “Meine Welt” zu seiner Freunde-Sammlung hinzufügt, soll zum Launch der Plattform in Tansania ein Baum gepflanzt werden. Einen ähnlichen Ansatz hat etwa das “grüne” Online-Suchmaschinenprojekt ecocho http://www.ecocho.com gewählt (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080415055 ). “Meine Welt” kooperiert bei der Bepflanzungs-Aktion mit Barry Callebaut, einem Hersteller von Kakao- und Schokoladeprodukten. Zur Existenzgründung und -sicherung von Bauern im Südwesten von Tansania werden insgesamt 250.000 Kakaobäume sowie bis zu 10.000 Schattenbäume gepflanzt. “Hierdurch wird ein Beitrag zur Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lebensbedingungen von über 3.000 Kakaobauern in der Provinz Mbeya geleistet”, wie Utopia mitteilt. Die Produktionsqualität und Biodiversität dortiger Kakaopflanzungen sollen verbessert werden. Während Utopia für die redaktionelle Aufarbeitung relevanter Themen, die Instandhaltung von “Meine Welt” sowie die Präsentation “grüner Life-Produkte” verantwortlich ist, stellt MySpace die notwendige Infrastruktur für “Meine Welt” zur Verfügung. Mit den deutschlandweit rund 4,61 Mio. registrierten Usern eigne sich das Social Network zum Zweck der Weiterverbreitung von Projekten und Organisationen. “MySpace liefert den Content, der auf der gesamten Plattform zu finden ist und stellt das nötige Netzwerk bereit. Zudem ist MySpace für die Vermarktung des Channels zuständig”, betont Gebhard gegenüber pressetext. “Meine Welt” werde künftig auch über die MySpace-Navigation erreichbar sein. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

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