Archiv für October, 2008
31.10.08

Fusion zwischen GM und Chrysler vorerst gestoppt

- Unternehmen/Finanzen -

US-Regierung verweigert Mrd.-Finanzhilfen - Tausende Arbeitsplätze unsicher

Chrysler-Mitarbeiter von massivem Stellenabbau bedroht (Foto: chrysler.com)

Detroit (pte/31.10.2008/12:00) - Die geplante Fusion zwischen den Automobilkonzernen General Motors (GM) und Chrysler ist vorerst geplatzt. Schienen es die Verhandler angesichts der Absatzkrise am Automarkt zuletzt eilig zu haben (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081017024 ), hat die noch amtierende US-Regierung unter George W. Bush die Fusionsgespräche unmittelbar vor der US-Präsidentschaftswahl zum Stillstand gebracht. So verweigerte das US-Finanzministerium vorerst Fusionshilfen in der Höhe von bis zu zehn Mrd. Dollar an die beiden Konzerne. Wie das Wall Street Journal berichtet, hätte ein Zusammenschluss von GM mit Chrysler insgesamt bis zu 90.000 Arbeitsplätze vernichtet. Hinter GM stehen der französische Autobauer Renault sowie der japanische Autokonzern Nissan bei Chrysler in der Reihe. “Die eigentliche Voraussetzung zur Erhaltung der Arbeitsplätze ist, dass die beiden Konzerne überleben. Meiner Ansicht nach schweben sie jedoch in akuter Gefahr”, meint Georg Stürzer, Analyst der HypoVereinsbank http://www.hvb.de , im Gespräch mit pressetext. Der Beratungsgesellschaft Grant Thornton zufolge könnten durch die Fusion mit GM sieben der 14 Chrysler-Werke geschlossen werden. Dadurch seien allein bei der US-Traditionsmarke bis zu 40.000 der insgesamt 67.000 Arbeitsplätze gefährdet. Darüber hinaus stünden bei Zulieferern rund 50.000 Stellen auf der Kippe. “Die Fusion macht hinsichtlich ergänzender Produktlinien keinen Sinn”, erklärt Stürzer. Für die beiden Autobauer sei ausschließlich der Kostenfaktor der Beweggrund zum Zusammenschluss. So würde die Fusion eigenen Angaben zufolge zu Einsparungen von sechs bis zehn Mrd. Dollar führen. Eine weitere Fusionsstütze vonseiten der Regierung mache das Geschäft zusätzlich interessant. “Die Marktentwicklung der Automobilbranche befindet sich etwa seit Jahresmitte in einem deutlichen Abschwung. Dieser wird auch zumindest bis zu Beginn der zweiten Jahreshälfte 2009 anhalten”, prognostiziert Stürzer gegenüber pressetext. Zahlreiche Autobauer haben angesichts der Absatzkrise vorübergehende Produktionsstopps und massive Sparprogramme angeordnet, wovon auch deutsche Häuser betroffen sind (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081025001 ). Vonseiten der Hersteller werden unterdessen im Zuge eines Konjunkturpakets Rettungsmaßnahmen für die Autobranche durch den Staat gefordert. So arbeitet die US-Regierung derzeit an einem 25 Mrd. Dollar schweren Kreditprogramm für den Sektor. “In den kommenden zwei bis drei Quartalen zeichnet sich an der Situation aber keine Entspannung ab”, schließt Stürzer. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

31.10.08

Bösewichte bei James Bond werden real

- Medien/Kommunikation -

Bedrohung heißt in Zukunft Klimawandel statt Terror

James Bond nimmt diesmal falsche Klimaschützer ins Visier (Foto: Sony Pictures Digital Inc.)

Warwick (pte/31.10.2008/12:10) - Übertrieben gezeichnete Leinwand-Bösewichter bei James Bond sind Vergangenheit - heute nähern sich filmische Problemszenarien den realistischen Bedrohungen, mit denen Geheimdienste heute kämpfen. Das sagte der Geheimdienst-Spezialist Richard J. Aldrich in einer Presseaussendung der Universität Warwick http://www2.warwick.ac.uk . Die Szenarien, die Ian Fleming in seinen Büchern beschrieb, seien schon seit Beginn ihrer Verfilmung der Zeit voraus gewesen. Dadurch erscheine es manchmal, als ob die Realität die Kunst imitiere, so der Professor für Internationale Sicherheit.

Klimawandel, Umweltzerstörung und weltweite Unsicherheit sind die Bedrohungen im aktuellen Bond-Film “Ein Quantum Trost” http://www.ein-quantum-trost.de/index.html , während die Terrorbekämpfung schon wieder der Vergangenheit angehört. Raffiniert sei laut Aldrich in diesem Zusammenhang die Rolle des 007-Gegenspielers Dominic Green, der von Mathieu Amalric gespielt wird. Er versteckt sich hinter einer Organisation, die nur dem Anschein nach ökologisches Fundraising vertritt, in Wahrheit jedoch Spielwiese krimineller Verschwörungen und räuberischer Generäle ist. Eine Öko-Fundraising-Cocktailparty wird somit zum Ort der ersten Begegnung zwischen Bond und Green. Feinde Bonds der letzten 20 Jahre - Spitzenkriminelle, Waffenhändler, Terroristen und Warlords - seien Abbilder heutiger Bösewichter. Der Warwicker Professor bezeichnet sie als “Abschaum der Globalisierung”, da sie nicht nur die Sicherheit eines einzelnen Landes, sondern die der ganzen Welt gefährdeten.

Geheimdienste und Spionage werden oft für Relikte des Kalten Krieges gehalten. Tatsächlich machten sich Agenten des britischen Geheimdienstes MI6 um ihren Arbeitsplatz Sorgen, als der Kalte Krieg in den 90er Jahren abrupt endete. Damals hätte Colin McColl, der Leiter der Behörde, versichert, dem Kalten Krieg würde ein Heißer Frieden folgen. “Er sollte recht behalten”, analysiert Aldrich. Bald darauf schon hätten sie sich an der Bekämpfung südamerikanischer Drogenbarone und an der Aufstöberung von Kriegsverbrechern in Ex-Jugoslawien beteiligt.

Nicht zu unterschätzen sei die Aufklärung über den Bereich Spionage und Geheimdienste, die durch Film und Fiktion geschehen, betont Aldrich. Filme wie James Bond oder die X-Files erlaubten dem Publikum stundenlange Aufenthalte in Hochsicherheitsgebäuden und hinterließen den Eindruck, viel über Geheimdienste zu wissen, obwohl diese verdeckt agieren. Geheimdienste hätten diese Tatsache laut Aldrich schon erkannt. Der CIA stelle Hollywood-Filmemachern bereits einen Mittelsmann bei der Portraitierung der Organisation zur Seite. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Johannes Pernsteiner email: pernsteiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-316

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