Archiv für October, 2008
31.10.08

Siliziumknappheit: Q-Cells verteilt Beruhigungspille

- Unternehmen/Finanzen -

Anleger trotz langfristiger Lieferverträge skeptisch

Q-Cells sichert sich gegen Schwankungen ab (Foto: q-cells.com)

Bitterfeld/Wolfen (pte/31.10.2008/11:15) - Der deutsche Solarzellenhersteller Q-Cells http://www.q-cells.de hat seine Prognose für das bevorstehende Geschäftsjahr bestätigt. Obwohl der Konzern aus Sachsen-Anhalt für 2009 ein Produktionsvolumen von über einem Gigawattpeak anstrebt, überschatten allerdings Zulieferprobleme hinsichtlich des gefragten Rohstoffs Silizium den Ausblick. Wie Q-Cells, heute, Freitag, in einer Pflichtmitteilung bekannt gab, “werden aufgrund der gesenkten Produktionsziele des Siliziumzulieferers Elkem Solar die vereinbarten Lieferungen nicht vollständig erfüllt”. Um sich gegenüber einer Lieferverknappung abzusichern, setzt Q-Cells wie die Konkurrenz auf langfristige Strategien. “Um Schwankungen zu entgehen, haben wir mit mehreren Zulieferern Lieferverträge abgeschlossen und sind so breiter aufgestellt. Damit sind die Produktionsziele für 2009 nicht gefährdet”, erklärt Q-Cells-Sprecher Stefan Dietrich gegenüber pressetext.

Dass die Siliziumversorgung sowohl für die Solarindustrie als auch die Anleger ein wichtiges Stimmungsbarometer ist, lässt sich am Kurs des einst mit zweistelligen Wachstumsraten an der Börse gefeierten Solarkonzerns ablesen. Bei Redaktionsschluss der Meldung (11:10 Uhr) notiert das Papier an der Frankfurter Börse überraschend mit 5,97 Prozent im Minus bei nur noch 27,43 Euro. Dass Q-Cells jedoch keine Ausnahme darstellt, zeigt sich hingegen auch bei Branchengigant SolarWorld. Der Kurs bewegt sich mit 1,34 Prozent in der Verlustzone bei einem Gegenwert von gerade einmal 17,71 Euro. Trotz der getrübten Wirtschaftslage will Q-Cells in diesem Jahr etwas mehr als 500 Megawattpeak Leistung herstellen. 2010 steht das Produktionsziel bei 2,5 Gigawattpeak. Für das Erreichen dieser ehrgeizigen Ziele sieht sich Q-Cells eigenen Angaben bestens aufgestellt. Die notwendigen Abnehmer hätte man bereits. “Der Kurs sollte nicht überinterpretiert werden, schließlich sind alle sehr nervös”, so Dietrich.

Im Gegensatz zur IT-Branche scheint sich die Finanzkrise in der Solarindustrie nicht drastisch niederzuschlagen. Erst am Mittwoch gab Branchenprimus S&T http://www.snt.at im Rahmen der Präsentation des dritten Quartals bekannt, dass Kunden ihre Aufträge in das vierte Quartal 2008 oder sogar in die ersten Wochen des kommenden Jahres verschoben haben (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=081029024 ). Anders die Situation bei Q-Cells. Bereits im August teilte das Unternehmen anlässlich der Vorstellung der Halbjahresbilanz mit, dass man schon 90 Prozent der angepeilten Produktion für 2009 verkauft bzw. feste Abnahmezusagen habe. Um seine Produktionsguidance in den kommenden Jahren um jeweils 100 Prozent zu steigern, braucht Q-Cells jedoch ausreichend Silizium. Trotz der gesenkten Produktionsziele von Elkem Solar seien keine Auswirkungen für 2009 zu erwarten, beruhigt Dietrich. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

31.10.08

Medientage: “Das Radio muss sich neu definieren”

- Medien/Kommunikation -

Individuelle Angebote und Zusatzdienste sollen Hörer an Medium binden

Andreas Arntzen, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack (Foto: medientage.de)

München (pte/31.10.2008/11:57) - In Zeiten von Interaktivität und Konvergenz tut sich das Medium Radio besonders schwer damit, neue wirksame Wege zum Hörer zu finden. Der analoge UKW-Empfang spielt zwar allen früheren Digitalisierungsprognosen zum Trotz nach wie vor die entscheidende Rolle bei der Radionutzung, das Internet gewinnt aber vor allem bei jugendlichen Hörern zunehmend an Bedeutung. “Die Nutzungserwartungen an Audioangebote werden sich schrittweise an die Nutzungssituation des Internets anpassen und damit zu einer Individualisierung führen”, stellte Andreas Arntzen, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack und Initiator von Radio.de http://www.radio.de gestern, Donnerstag, im Rahmen einer Paneldiskussion zur Zukunft des Radios auf den Münchner Medientagen http://www.medientage-muenchen.de fest. Um erfolgreich weiter bestehen zu können, müsse sich das Radio neu definieren. “Radio ist die einzige Mediengattung, die noch auf einem terrestrischen Waldweg fährt”, kritisierte Arntzen. Man bewege sich noch zu sehr in traditionellen Bahnen und habe es verabsäumt, frühzeitig die Verbreitungswege der Zukunft zu besetzen. “Wenn es Internetunternehmen wie Google gelingen sollte, die Datenautobahn auch für das Radio zu besetzen, werden die Radioanbieter in einigen Jahren dafür bezahlen müssen, um ihre Reichweite zu behalten”, mahnte Arntzen. Die Herausforderung bestehe für Radiobetriebe aber auch darin, den Wandel hin zum Audioanbieter zu meistern, der den Hörern unter den vertrauten Hörfunkmarken die verschiedensten Audioangebote bietet. “Die Menschen wollen heute Audio haben und das besteht eben nicht nur aus Musik, Infos und Moderation, sondern beinhaltet beispielsweise auch einen Spanischkurs oder ein Hörbuch”, erläuterte Arntzen. “Neue Radionutzungsmuster erfordern passende und neue Angebote”, erklärte Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Radiosender Antenne Bayern http://www.antenne.de . Wenn die User nicht zum Radio kommen, müsse man sie eben dort abholen, wo sie gerade sind. Möglich sei dies etwa durch die Schaffung eines vielfältigen Zusatznutzens durch On-Demand-Angebote, Webradios und mobile Streams. “Ziel ist, die Nutzer emotional an das Radio zu binden, über alle Verbreitungswege hinweg”, so Hörhammer. Dass die Branche sich völlig neu orientieren muss, bestätigte auch Georg Hug, Programmchef der Sender SW3 und DASDING http://www.dasding.de . “Wir haben dem Hörer früher einfach etwas vorgesetzt, was er schlucken musste. Das funktioniert künftig nicht mehr”, betonte Hug. Er sei davon überzeugt, dass der Hörfunker sich darauf einstellen müsse, künftig auch mit Bewegtbildern zu arbeiten. “Die positive Entwicklung des Online-Bereichs ist keine Bedrohung für das Radio, sondern eine Chance”, merkte Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale Berlin http://www.radiozentrale.de an. Denn das Web sei schließlich selbst kein Medium, sondern lediglich eine Plattform, auf der Audio ebenso wie Print und TV abgerufen werden könne. “Um im Internetzeitalter bestehen zu können, ist es vor allem wichtig, das es dem Radio gelingt, seine Markenstärke als Tagesbegleiter auszuspielen”, fasste Kuckuck zusammen. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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