Archiv für July, 2008
31.07.08

Internationaler Werbemarkt trotzt Wirtschaftsflaute

- Medien/Kommunikation -

China wächst am schnellsten

Werbeausgaben trotz Wirtschaftsflaute stark (Foto: pixelio.de/Thommy Weiss)

Hamburg (pte/31.07.2008/13:30) - Die weltweiten Werbeausgaben sind im ersten Quartal dieses Jahres um vier Prozent gestiegen. Trotz Wirtschaftsflaute in vielen Regionen wurde in Werbung neuerlich mehr investiert. Der asiatisch-pazifische Raum konnte im Quartalsverlauf mit plus zehn Prozent am deutlichsten zulegen, wie aktuelle Erhebungen von Nielsen http://www.nielsen.com belegen. Der am schnellsten wachsende Markt ist China, aber auch Indien und Indonesien trugen markant zu den Steigerungen bei. Auch für die Zukunft prognostizieren die Experten eine stabile chinesische Wirtschaft und weitere Zuwächse bei den Werbeausgaben. Vor allem die Online-Werbung per Video und die lokale Internetsuche sollen dazu beitragen. “Der asiatisch-pazifische Raum wird auch weiterhin den globalen Trend antreiben. Allerdings darf nicht unterschätzt werden, dass die Wirtschaftsstagnation in Japan sich auf diese Region auswirken könnte”, erläutert Alessandra Rossi, Marketing Manager Nielsen Global AdView, auf Nachfrage von pressetext.

Während der asiatisch-pazifische Raum sowie Afrika stark zugelegt haben, fiel das Wachstum in den stärker entwickelten Ländern Nordamerikas und Europas eher flach aus. Zuletzt erfassten die schwachen wirtschaftlichen Entwicklungen in den USA auch den TV-Werbemarkt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080728023 ). Nordamerika verzeichnete nur ein Plus von einem Prozent und Europa blieb mit minus 0,4 Prozent nahezu konstant. Im Hinblick auf die Marktanteile verloren beide Regionen ein Prozent an Asien. Die USA konnten die wirtschaftlichen Belastungen zu einem guten Teil über die politische Werbung zu den Präsidentschaftswahlen ausgleichen. Ansonsten wäre das Ergebnis deutlich negativer ausgefallen, so die Nielsen-Experten.

Europa erzielte im Laufe der ersten drei Monate 2008 nur über das Werbemedium Fernsehen, das insgesamt rund 50 Prozent aller Werbeausgaben in dieser Region ausmacht, ein Wachstum. So legte der TV-Bereich um 2,2 Prozent zu. Wirtschaftliche Unsicherheiten haben auch auf dem europäischen Markt ihre Spuren hinterlassen. Dennoch wird erwartet, dass sich die Fußball-EM sowie die Olympischen Spiele in der zweiten Jahreshälfte positiv auswirken werden. In Deutschland wurden nach Einschätzung von Nielsen im ersten Quartal bereits knapp 30 Mio. Euro investiert, die direkt oder indirekt mit der EM in Zusammenhang standen. “Westeuropa ist derzeit stabil und zeigt typische Merkmale eines gesättigten Marktes”, so Rossi gegenüber pressetext. Die osteuropäischen Länder würden aber künftig eine andere Entwicklung und stärkere Zuwächse aufweisen.

Das meiste Geld fließt derzeit aus der Gesundheitsbranche in die Werbung. Weltweit wurden mit etwas mehr als zehn Prozent aller Werbeaktivitäten in diesem Bereich die größten Ausgaben getätigt. Da heute schon neun Prozent aller Verbraucher ihre Gesundheit als wichtigstes Anliegen nennen, ist davon auszugehen, dass die Investitionen in der Branche weiter steigen werden. Im Hinblick auf die einzelnen Medien bleibt das Fernsehen jenes mit den meisten Werbeausgaben. Weltweit steigen hier die Investitionen um 6,9 Prozent pro Jahr - Zuwächse gibt es in allen Regionen. TV macht derzeit 60 Prozent der internationalen Werbeausgaben aus. Zeitungen bewegen sich auf konstantem Niveau und Zeitschriften verlieren leicht. “Internet ist das Medium mit den höchsten Wachstumsraten und wird sicherlich weiter zulegen”, ergänzt Rossi. Dennoch würden sich die Steigerungen langsam abschwächen und niedrigere Prozentwerte aufzeigen. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. +43-1-81140-314

31.07.08

GB: “Altersfreigabesystem von Computerspielen ist veraltet”

- Medien/Kommunikation -

Politik und Industrie streiten über Frage der Zuständigkeit

Alterskennzeichnungen schützen Kinder vor ungeeigneten Inhalten (Foto: pixelio.de, daniel stricker)

London (pte/31.07.2008/13:44) - Die geplanten Änderungen am Altersfreigabesystem von Computer- und Videospielen haben in Großbritannien zu einer breiten öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Gewalt in Spielen und Jugendschutz geführt. Im Mittelpunkt der zunehmenden Aufregung stehen dabei aber nicht nur die Spielinhalte selbst, sondern vor allem auch die umstrittene Frage der Zuständigkeit. Wie die BBC berichtet, sind die Auffassungen darüber, wer die Kontrolle über die Altersfreigabe von Videospielen ausüben soll, sehr unterschiedlich. So spricht sich etwa die britische Kulturministerin Margaret Hodge dafür aus, dass derartige Produkte nach demselben System gekennzeichnet werden sollen, wie es bereits seit längerem bei Filmen in Verwendung ist. Von Seiten der Games-Branche werden solche Pläne aber vehement abgelehnt. Sie tritt stattdessen dafür ein, dass das von der Videospielindustrie freiwillig eingeführte Pan European Game Information System (PEGI) http://www.pegi.info zum offiziellen Standard erhoben wird. “Das gegenwärtig geltende Altersfreigabe- und Klassifizierungssystem stammt aus einer Zeit, als die Videospielbranche noch in ihren Kinderschuhen steckte”, stellt Hodge fest. Es müsse dringend eine Anpassung an den aktuellen Stand der Dinge erfahren. “Der Markt für Computer- und Videospiele ist dem System mittlerweile einfach über den Kopf gewachsen. Unsere Aufgabe ist es nun, über entsprechende Optionen nachzudenken, wie die Einstufung von Spielen wieder zweckmäßig und sachbezogen umgesetzt werden kann”, erklärt Hodge. Die Regierung wolle in den nächsten paar Monaten verstärkt versuchen, sich diesem Problem anzunehmen und verschiedene Vorschläge zur Verbesserung der Situation prüfen. Unter anderem werde man dabei auch darüber nachdenken, ob das British Board of Film Classification (BBFC) http://www.bbfc.co.uk künftig stärker in die Altersfreigabe von Videospielen miteinbezogen werden soll, so Hodge. Dem derzeitigen System zufolge ist das BBFC hauptsächlich für die Altersfreigabe von Filmen zuständig. Nur in solchen Fällen, in denen bereits im Vorfeld erhebliche Bedenken bezüglich der Inhalte eines Spieltitels bestehen, kann der Behörde die Kompetenz der Festlegung einer altersbezogenen Freigabe von Computer- und Videospielen eingeräumt werden. Laut eigenen Angaben fallen rund drei Prozent der insgesamt in Großbritannien veröffentlichten Games unter diese Kategorie. “Wir hätten mit der anfallenden Extra-Arbeit jedenfalls kein Problem”, betont ein BBFC-Sprecher gegenüber der BBC. Die Filmkontrollbehörde würde somit ihre Rolle lediglich um einen zusätzlichen Bereich erweitern. Mit derartigen Plänen kann sich die Videospielbranche allerdings nicht anfreunden. “Wir bevorzugen das von der Industrie unterstütze PEGI-System”, meint Michael Rawlinson, Managing Director der Entertainment & Leisure Software Publishers Association (ELSPA) http://www.elspa.com . Nach Auffassung des Verbandes sei es weitaus sinnvoller, wenn die britische Regierung PEGI zum einzigen offiziellen Altersfreigabesystem erklären würde. “Wir würden gerne zwei unterschiedliche Kennzeichnungen auf den Produkthüllen und somit eine mögliche Verwirrung bei den Käufern vermeiden und alle Spiele nach PEGI-Maßstab prüfen lassen”, so Rawlinson. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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