Archiv für May, 2008
31.05.08

Nano-Papiertuch kämpft gegen Ölkatastrophen

- Produkte/Innovationen -

Neuartiges Material kann das 20-fache seines Gewichts absorbieren

Hightech-Papier entfernt einen gefärbten Benzinfilm (Foto: F. Stellacci, MIT/Nature Nanotechnology)

Cambridge (pte/31.05.2008/13:45) - Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://www.mit.edu haben mit internationalen Kollegen ein Geflecht auch Nanodrähten entwickelt, dass sich ähnlich wie Papier anfühlt und auch so aussieht. Zum Schreiben ist das poröse, wasserabweisende Hightech-Material allerdings nicht gedacht. Vielmehr ist es in der Lage, bis zum 20-fachen des eigenen Gewichts an hydrophoben Substanzen wie Mineralöl aufzunehmen und könnte daher eine wichtige Rollen bei der Bekämpfung von Umweltkatastrophen spielen. Dabei wäre auch eine Rückgewinnung des Öls möglich. “Was wir entdeckt haben ist, dass wir ‘Papier’ aus einem verflochtenen Netz von Nanodrähten herstellen können, das selektiv hydrophobe Flüssigkeiten aus Wasser absorbieren kann”, beschreibt Projektleiter Francesco Stellacci vom MIT Department of Material Science. Dazu wird eine Suspension von Nanodrähten aus Manganoxid auf einer nicht haftenden Platte getrocknet - ein Vorgang sehr ähnlich der Herstellung von klassischem Papier. Das Ergebnis könnte als “verwobene Matte” bezeichnet werden, so Stellacci - nicht hoch strukturiert, aber stark porös und daher mit sehr guter Kapillarwirkung. Dann wird noch eine Beschichtung aufgebracht, die laut Forschern komplett wasserabweisend ist. “Das Material kann einen Monat oder zwei im Wasser gelassen werden und wenn es herausgenommen wird, ist es noch trocken”, meint Stellacci. Was das Hightech-Geflecht aber sehr wohl aufnimmt, sind hydrophobe Verunreinigungen im Wasser wie beispielsweise Mineralöl. Dabei ist es sehr effizient, bis zum 20-fachen des eigenen Gewichts kann ein Tuch an solchen Substanzen aufnehmen. Damit könne es beispielsweise im Falle einer Ölpest Abhilfe schaffen, sehen die Forscher ein Anwendungsgebiet. Dabei böte das Material einen weiteren wesentlichen Vorteil: Die Nanodrähte sind den Wissenschaftlern zufolge bei sehr hohen Temperaturen stabil, das Öl könnte daher durch Verdampfen aus dem Hightech-Material rückgewonnen werden. Eine Wiederverwendung des Hightech-Materials und auch des Öls wäre daher möglich. Die Fertigung der notwendigen Nanodrähte in relativ großer Menge für ein Nanomaterial sei möglich, weshalb die Produktion des Geflechts günstig sein könnte, so Projektmitarbeiterin Jing Kong. Wann die Entwicklung wirklich den Markt erreichen werde, sei allerdings sehr schwer abzuschätzen, so Stellacci zu pressetext. Jedenfalls sorgt sein Team mit der Entwicklung für Aufsehen in der Wissenschaft. “Stellacci und seine Mitarbeiter haben ein Beispiel für ein Nanomaterial geliefert, das vernünftig entworfen wurde, um eine wesentliche ökologische Herausforderung anzugehen”, kommentiert Joerg Lahann von der University of Michigan im Journal Nature Nanotechnology http://www.nature.com/nnano , wo die Forschungsergebnisse gestern, Freitag, veröffentlicht wurden. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Thomas Pichler email: pichler@pressetext.com Tel. +43-1-81140-303

31.05.08

Niedrige Einkommen treiben Mediziner in Privatwirtschaft

- Bildung/Karriere -

“Viele Praxen in Deutschland kämpfen um ihre Existenz”

Ärzte kommen nicht an Unternehmertum vorbei (Foto: pixelio.de, Claudia Hautumm)

Köln (pte/31.05.2008/06:10) - Privatwirtschaftlich aktiv zu werden, wird für Mediziner und ihre Praxen in Zukunft unumgänglich. So sollen Schlagworte wie Marketing, Marktpositionierung und Wettbewerb künftig zum täglichen Brot von Ärzten zählen. Diese seien darauf angewiesen, sich aus den bestehenden Strukturen des Systems zu lösen und sich zu emanzipieren, um überlebensfähig zu bleiben. Die geringen Arzteinkommen würden vornehmlich bei niedergelassenen Medizinern selbstbestimmte wirtschaftliche Veränderungen bedingen. “Viele Praxen in Deutschland kämpfen um ihre Existenz. Dabei gestaltet sich das Problem zwiespältig: Einerseits werden die Ärzte in Unternehmertum und Privatwirtschaft getrieben, andererseits werden ihnen nicht die dafür notwendigen Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt”, erklärt Stefan Elmshäuser, Geschäftsführer des Deutschen Instituts für Medizinmarketing (DIFM) http://www.d-i-f-m.de , im Gespräch mit pressetext. Dass Ärzte aufgrund niedriger Einkommen zunehmend unter wirtschaftlichen Druck geraten, ist kein ausschließlich deutsches Phänomen. So haben die Mediziner in Österreich aufgrund der umstrittenen Gesundheitsreform im Zeitraum der Fußball-Europameisterschaft zu Streiks aufgerufen. Arztpraxen sollen in jenen Tagen geschlossen bleiben und gegen die Einsparungspläne der österreichischen Regierung wird demonstriert. “Mediziner organisieren sich immer mehr und kämpfen stärker für ihre Rechte als bisher”, sagt Elmshäuser. Der zunehmende Verdrängungswettbewerb führe die Ärzteschaft jedoch in einen Teufelskreis: Die niedrigen Einkommen, die Unternehmertum und Wettbewerb unter Ärzten erst ausgelöst haben, können dadurch noch zusätzlich gedrückt werden. “Es liegt an der Politik, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Entwicklung aufzuhalten und wieder faire Verhältnisse herzustellen”, plädiert der Experte im pressetext-Gespräch. “Patienteninformation, Kommunikation und Netzwerkgründungen werden zu wichtigen Bestandteilen der Praxis. Erscheinungsbild, Vision und Strategie werden neben hervorragender ärztlicher Leistung mit dazu beitragen, die Praxis wirtschaftlich erfolgreicher zu führen”, so Elmshäuser. Ein Mindestmaß an Unternehmertum und Organisation sei Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Leitung einer Arztpraxis. Darüber hinaus sollen Marketingaktivitäten wie die Erstellung eines Praxislogos und einer Homepage zu wirtschaftlichem Erfolg beitragen sowie durch eigene “Produkte” bzw. medizinische Leistungen, die nicht von Krankenkassen übernommen werden, separate Einkommensquellen erschlossen werden. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

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