Archiv für December, 2007
22.12.07

PS3 löst Xbox 360 als wichtigste Entwickler-Plattform ab

- Medien/Kommunikation -

Spieleportation von Sony zu Microsoft einfacher als umgekehrt

Spiele-Entwickler setzen verstärkt auf die Playstaion 3 als “Lead Platform” (Foto: sony.com)

Tokio (pte/22.12.2007/06:00) - Sonys Playstation 3 soll in Zukunft von mehr Spiele-Entwicklern als so genannte “Lead Platform” eingesetzt werden. Dies kündigte Playstation-Boss Jack Tretton in einem Interview mit der Entertainment-Plattform IGN http://www.ign.com an. Hintergrund: Die meisten Spieletitel erscheinen zwar auf mehreren Konsolen, werden in der Regel aber nicht für jede einzelne Version neu entwickelt. Die Entwickler entscheiden sich daher zunächst für eine Haupt-Entwicklungsplattform (”Lead Platform”), von der aus der fertige Titel dann auf die anderen Konsolen portiert wird. Bislang nahm Microsofts Xbox 360 diese Rolle ein. “Wir stellen verstärkt fest, dass Firmen auf der Playstation 3 entwickeln und dann auf andere Plattformen portieren”, sagte Tretton im IGN-Interview. Aktuelles Beispiel sei das Spiel “Burnout Paradise” vom Spiele-Entwicklerstudio Criterion Games. Der für den Titel verantwortliche Produzent hatte vor kurzem gegenüber dem Fachmagazin “Computer and Video Games” erklärt, dass er die Sony-Technik gegenüber der Microsoft-Konkurrenz als “Lead Platform” bevorzuge. Ein Umstieg der Entwickler auf die Sony-Konsole hätte nach Meinung von Tretton für Playstation-3-Besitzer einige Vorteile: So würde beispielsweise die gezielte Entwicklung von Spielen für die Playstation 3 auch dazu führen, dass die speziellen Hardware-Besonderheiten der Konsole besser genutzt werden können. Auch Mike Bilder, Entwickler bei Midway, erklärte bereits Ende Oktober, dass die Playstation 3 künftig die neue “Lead Platform” des Unternehmens werden wird. Als Grund gab Bilder an, dass es schlicht einfacher sei, Spiele von der Sony-Konsole auf die Xbox 360 zu portieren. Beim umgekehrten Weg sei laut dem Midway-Entwickler ein wesentlich höherer Aufwand nötig, um technische Details wie Framerate, Speicher und Technologie so zu berücksichtigen, dass das Spielerlebnis auf beiden Konsolen gleich gut ist. Bilder verweist aber auch darauf, dass Xbox-360-Besitzer keine Nachteile hinsichtlich der Qualität der Spiele befürchten müssten. Nahezu alle großen Spieletitel von Drittherstellern erscheinen heute auf mehreren Konsolen. Gezielt entwickelt werden diese Multiplattformtitel aber nur für eine Haupt-Entwicklungsplattform, von der aus dann der fertige Titel auch auf die anderen Konsolen portiert wird. Bislang war für die Entwickler Microsofts Xbox 360 erste Wahl in Sachen “Lead Platform”. Ausschlaggebend hierfür war vor allem die PC-nahe Architektur der Microsoft-Konsole, die eine vergleichsweise einfache Programmierung ermöglicht. Bei der Playstation 3 wurde hingegen des Öfteren kritisiert, dass sie aufgrund ihrer komplexen Architektur und dem verbauten Cell-Prozessor für Entwickler wenig attraktiv sei (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071120032 ). Sony hat aber auf die geäußerten Anliegen bereits reagiert und neue, einfacher zu bedienende Versionen an Software-Development-Kits für seine High-End-Konsole zur Verfügung gestellt. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

22.12.07

Kästle: Ski-Comeback mit Nischenstrategie

- Unternehmen/Finanzen -

Rumpfhuber: “Verlagerung des Verkaufs in die Skigebiete”

Kästle-Geschäftsführer Siegfried Rumpfhuber im pressetext-Interview (Foto: Kästle GmbH)

Salzburg (pte/22.12.2007/06:10) - Nach einigen Jahren in der Bedeutungslosigkeit ist die Skimarke Kästle http://www.kaestle.com wieder zurückgekehrt. Verantwortlich für das Comeback sind drei österreichische Branchenexperten, die dem Namen Kästle mit starker Unterstützung der von KTM bekannten Cross Industrie AG neues Leben einhauchen: Siegfried Rumpfhuber, Alexander Lotschak und Oliver Binder. Im Interview mit pressetext erzählt Rumpfhuber, warum gerade jetzt das Comeback gewagt wurde, wie die Strategie aussieht und wie das Motto “Wert vor Menge” das nötige Geld in die Kassen spielen soll.

pressetext: Das Kästle-Comeback wurde in einer für die Branche sehr schwierigen Phase realisiert. Warum soll es gerade jetzt klappen?
Rumpfhuber: Die Schwierigkeiten im Markt waren ein Ansporn für uns jetzt einzusteigen. Wir werden mit Kästle verschiedene Nischen besetzen. Außerdem sehen wir einen Umbruch hin zum Verleihgeschäft. Auch hier werden wir sehr aktiv sein.

pressetext: Wie sieht die Nischenstrategie von Kästle aus?
Rumpfhuber: Wir werden im speziellen Fachhandel direkt in den Skigebieten ein kleines aber feines Angebot vor Ort haben. Der gesamte Skimarkt beträgt derzeit rund 3,5 bis vier Mio. Paar Ski. Davon entfallen rund 150.000 bis 200.000 Paar Ski auf das oberste Preissegment. Hier wollen wir mittelfristig in den nächsten drei bis vier Jahren Marktführer werden und so rund ein bis zwei Prozent des gesamten Marktanteils erobern.

pressetext: Welchen Anteil hat das Verleihgeschäft an dem Geschäftsmodell von Kästle?
Rumpfhuber: Kästle macht rund 40 Prozent seines Umsatzes mit dem Verleihgeschäft und die Entwicklung zeigt eindeutig, dass dieser Anteil steigen wird. So werden im Ausland wie etwa in Frankreich oder USA bereits bis zu 50 Prozent des Umsatzes mit Leihski generiert. Österreich hinkt hier noch hinterher, da es ein traditionelles Skiland ist, wo man noch seinen eigenen Ski hat. Doch auch hier wird sich in Zukunft der Trend Richtung Leihski verstärken.

pressetext: Das Kästle-Motto kann man unter “Wert statt Menge” zusammenfassen. Mittelfristig rechnen Sie mit 30.000 verkauften Paar Ski. Sind Sie mit der Entwicklung der ersten Monate zufrieden?
Rumpfhuber: Wir sind derzeit fünf Prozent über Plan, was uns natürlich sehr freut. In diesem Jahr sind wir bei einer handverlesenen Anzahl von Händlern in Österreich, der Schweiz, den USA und in Kanada im Sortiment. Nächstes Jahr folgen dann Italien, Frankreich und die skandinavischen Ländern, um so mittelfristig die geplante Stückzahl von 30.000 Paar zu erreichen.

pressetext: Sie lassen die Ski in Österreich im Werk von Head produzieren. Viele andere Hersteller weichen aufgrund des Kostendrucks in den Osten Europas aus. Warum produziert Kästle in Österreich?
Rumpfhuber: Da wir sehr hochwertige Materialien verwenden, beträgt der Lohnanteil unserer Skiproduktion nur rund 15 Prozent. Das ist im Vergleich zu anderen Skiherstellern sicher ein relativ geringer Wert. Außerdem überwiegen aus unserer Sicht die Vorteile, wenn wir in unserem Umfeld, in dem wir arbeiten, auch produzieren.

pressetext: Skihersteller im Premium-Segment gibt es einige. Was zeichnet die neuen Kästle-Ski aus?
Rumpfhuber: Eigentlich gibt es in dem Segment, für das wir produzieren, nur wenig Mitbewerber. Herauszuheben ist sicherlich der Eschenkern unserer Skier, der in der Massenproduktion nur von uns eingesetzt wird. Außerdem haben wir mit Hollowtech - eine transluszente, ovale Aussparung in der Schaufel - die Schaufelmasse um 55 Gramm bzw. 15 Prozent reduziert. Ein scheinbar kleiner Effekt, der jedoch Großes bewirkt: Bei voller Entfaltung der Steifigkeit sorgt die Konstruktion durch ein optimiertes Trägheitsmoment für ein verbessertes Schwingungsverhalten. Die Folge ist ein merklich verbessertes Fahrverhalten des Skis. Weiters haben wir mit Käste Total Integratino (KTI) ein System entwickelt, das das Zusammenspiel von Ski, Bindung und Platte sowie dem Schuh optimiert. Die Bindung ist außerdem ohne zu übertreiben das hochwertigste System auf dem Markt.

pressetext: Wie viel Geld wurde von den Investoren in die Hand genommen, um das Comeback von Kästle zu ermöglichen? Und wann erwartet man die Refinanzierung dieser Summe?
Rumpfhuber: Das Investitionsvolumen geben wir nicht bekannt, da hier auch der Rückkauf der Markenrechte enthalten ist. Es ist in unserem Plan auf jeden Fall so festgelegt, dass wir nach drei Jahren den Break-Even erreichen wollen und die Refinanzierung nach sechs bis sieben Jahren geschafft sein soll.

pressetext: Was macht Sie so zuversichtlich, dass dies auch gelingen wird?
Rumpfhuber: Der Skimarkt wird sich in den nächsten Jahren verändern und zwar genau in Richtung unseres Geschäftsmodells. Skifahren wird - auch aufgrund der klimatischen Entwicklung - exklusiver und hochpreisiger werden. Vor allem der hochwertige Produktverleih wird daher eine zentrale Rolle einnehmen und der Skikauf sich zunehmend in die Skigebiete verlagern - allesamt Bereiche, auf die Kästle besonders stark setzt und auch setzen wird.

pressetext: Kästle unterstützt ein Athletenteam im Freerider-Bereich. Wie passt dies mit dem Premium-Segment zusammen?
Rumpfhuber: Für uns sind Spaß und Höchstleistung kein Widerspruch. Die mündigen Skifahrer sind unsere Zielgruppe und werden den Skisport der Zukunft immer stärker dominieren.

pressetext: Was verstehen Sie unter einem mündigen Skifahrer?
Rumpfhuber: Der mündige Skifahrer fährt auch abseits der Pisten und sucht Spaß beim Skifahren, ohne seine Gesundheit zu riskieren. Natürlich sind hier auch die besten Materialien gefordert.

pressetext: Vielen Dank für das Gespräch! (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Michael Fiala email: fiala@pressetext.com Tel. +43-699-10847619

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