Archiv für November, 2007
30.11.07

Blutige Bilanz: 2007 bereits 171 getötete Medienleute

- Medien/Kommunikation -

Wirksame Initiativen zum Schutz der Journalisten längst überfällig

Bis Ende November sind 2007 bereits 171 Medienleute getötet worden (Foto: pixelio.de)

Brüssel/Berlin (pte/30.11.2007/13:52) - Das International News Safety Institute (INSI) http://www.newssafety.com hat eine erschütternde Bilanz vorgelegt: In den ersten elf Monaten dieses Jahres sind 171 Medienleute bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit getötet worden. Dies sei die schlechteste Bilanz seit über einem Jahrzehnt. Der Untersuchung zufolge sind allein 64 Journalisten und deren Mitarbeiter im Irak ums Leben gekommen. Im vergangenen Jahr wurden 168 Todesfälle registriert. Als Reaktion rief das INSI zu einem besseren Schutz für Medienvertreter in aller Welt auf. “Diese schreckliche Statistik kann als Tiefpunkt der Sicherheit und Fürsorge für den Medienstand angesehen werden”, meint INSI-Präsident Chris Cramer. Das Jahr 2007 sei das blutigste seit Beginn der Erhebungen. 121 Journalisten sind bis Ende November in Ausübung ihres Berufs ermordet oder bei Kriegshandlungen getötet worden. Zählt man zu den ermordeten Journalisten noch die anderen getöteten Medienmitarbeiter wie Fahrer oder Übersetzer hinzu, erhöht sich die Zahl sogar auf 171. Von den in diesem Jahr Getöteten seien nach Angaben des INSI 34 bei Luft- oder Autounfällen gestorben, 15 seien versehentlich in Kreuzfeuer oder andere Angriffe geraten. Ein Fall sei bisher ungeklärt. “Die Regierungen in aller Welt können nicht länger tatenlos zusehen, wie unsere Kolleginnen und Kollegen in Krisengebieten als Zielscheiben der Konfliktparteien missbraucht werden”, betont Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), in einer Aussendung zum Thema. Wirksame Initiativen zum Schutz der Journalisten seien längst überfällig. Konken fordert die Bundesregierung auf, das Thema auf die Tagesordnung der UNO-Vollversammlung zu setzen und plädiert für ein “international akzeptiertes Reglement für Unversehrtheit und Sicherheit der Berichterstatter”. Dieses müsse über die Regelungen der Genfer Konvention hinausgehen, die sich für Journalisten als wirkungslos erweise. Ähnlich argumentiert auch Katrin Evers, Pressesprecherin von Reporter ohne Grenzen Deutschland http://www.reporter-ohne-grenzen.de , im Gespräch mit pressetext. Ein großes Problem in diesem Zusammenhang sei aber auch die Straflosigkeit. “Staaten sind hier in die Pflicht zu nehmen die Strafverfolgung effektiver zu gestalten”, so Evers. Hauptursache für die erschreckende Todesbilanz ist nach Meinung der Sprecherin wieder einmal der Konflikt im Irak. “Über die Hälfte der getöteten Journalisten befanden sich im Einsatz im Irak”, schildert sie. “Dort werden Reporter gezielt umgebracht, wenn sie über Dinge berichten, die bestimmten Gruppierungen nicht passen”, so Evers weiter. Neben dem Irak seien auch Sri Lanka, Afghanistan, Mexiko, Indien und die Philippinen besonders gefährliche Länder für Medienleute. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

30.11.07

Solarunternehmen sichern sich Siliziumversorgung

- Unternehmen/Finanzen -

ersol und Wacker schließen neuen Liefervertrag ab

ersol sichert Siliziumversorgung für Solarzellenproduktion (Foto: ersol.de)

Erfurt/Konstanz (pte/30.11.2007/13:53) - Solarunternehmen sehen sich aufgrund der anhaltenden Siliziumknappheit dazu veranlasst, ihre Versorgung mit dem Rohstoff langfristig zu sichern. Nachdem Sunways http://www.sunways.de Anfang der Woche den endgültigen Einstieg in die Polysilizium-Produktion bekannt gegeben hat, bestätigte ersol Solar Energy http://www.ersol.de heute, Donnerstag, den Abschluss eines weiteren Vertrages mit Wacker Chemie über die Lieferung von Silizium. Dieser gilt ab 2010 und wird das Solarunternehmen für neun Jahre mit dem Rohstoff versorgen, sodass im selben Zeitraum eine zusätzliche Produktionsmenge von 300 Megawatt peak (MWp) kristalliner Solarzellen realisiert werden kann. “Wir haben bereits mehrere langfristige Verträge mit Wacker, deren Laufzeit zwischen sechs und elf Jahren beträgt”, so IR-Sprecherin Sonja Teurezbacher gegenüber pressetext. Bis Ende 2010 will ersol eine Produktionskapazität im kristallinen Bereich von 400 MWp erreichen, bis 2012 soll diese auf 500 MWp erhöht werden. Die unternehmensinterne Silizium-Recyclingkapazität soll ab 2008 einen Anteil von fünf bis zehn Prozent zur Rohstoffversorgung beitragen. Der Preis für Polysilizium wurde für die gesamte Vertragslaufzeit von ersol und Wacker festgelegt. Dadurch könne das Unternehmen auch seinen Kunden langfristige Verträge zu attraktiven Bedingungen bieten, heißt es in einer Aussendung von ersol. Neben Wacker sichert das Unternehmen seine Siliziumversorgung durch weitere Lieferverträge mit anderen Polysilizium-Herstellern ab. “Wir gehen nicht davon aus, dass es vor 2012 zu einem Ende der Siliziumknappheit kommen wird”, sagt Teurezbacher. Zwar würden Silizium-Hersteller ihre Kapazitäten derzeit ausbauen. Wann die dadurch gesteigerten Produktionsmengen die hohe Nachfrage ausgleichen, sei heute aber noch nicht absehbar. Sunways gab unterdessen den Kauf einer schlüsselfertigen Polysilizium-Produktionsanlage bekannt. Damit steigt das Unternehmen endgültig in die Silizium-Herstellung ein. Bereits im Mai dieses Jahres hatte Sunways diesen Schritt angekündigt (pressetext berichtete: http://pressetext.at/pte.mc?pte=070521021 ). Als das Unternehmen Ende September einen Waferliefervertrag mit dem chinesischen Waferhersteller LDK unterzeichnete, schien der Plan jedoch hinfällig. Bis Ende 2009 will Sunways aus der nun erworbenen Anlage erstmals Silizium herstellen, die vollständige jährliche Produktionskapazität von 1.000 Tonnen soll ab 2010 erreicht werden. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Victoria Schubert email: schubert@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

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