Archiv für June, 2007
29.06.07

Markenfälschungen überschwemmen Second Life

- Medien/Kommunikation -

“Rechtsverletzungen in virtueller Welt schwer zu verfolgen”

Immer mehr Rechtsverletzungen in SL (Foto: secondlife.com)

München/Wien (pte/29.06.2007/12:02) - Die virtuelle Welt Second Life (SL) wird immer mehr zum Tummelplatz für Internetkriminelle. Wie eine Studie der Agentur P4M http://www.p4m.de jetzt offen legt, nehmen die Rechtsverletzungen in Second Life stetig zu. Mittlerweile sind 59 Prozent der Marken in der virtuellen Welt gefälscht. Darunter befinden sich so bekannte Namen wie Puma, Louis Vuitton und Nike. Viele SL-Nutzer verletzen die Urheber- und Markenrechte von Unternehmen, ohne sich darüber überhaupt bewusst zu sein. Laut Untersuchung fehlen häufig Impressum, AGB sowie Umtausch- und Widerrufsrechte bei den einzelnen SL-Auftritten. “Second Life als virtueller Raum kennt eigentlich keine eigene Rechtsordnung. Je nach Verstoß ist meist nicht einmal klar, welches Gesetz genau zum Tragen kommt”, erklärt Gregor Schütze, Mitarbeiter des Europäischen Zentrums für E-Commerce und Internetrecht http://www.e-center.co.at , im Gespräch mit pressetext. Grundsätzlich gelten bei Markenrechtsverletzungen im Internet auch die herkömmlichen Gesetze. Die Schwierigkeit bei Second Life sei jedoch die Verfolgung und das Ausforschen der Kriminellen. “Die Verfolgung eines Markenfälschers in der 3-D-Welt ist um vieles komplizierter als in der realen Welt”, so Schütze. Da es keine international geltenden Regeln für virtuelle Welten gibt (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070627001 ), ist auch die Hemmschwelle seitens der Anbieter relativ niedrig. Durch die Anonymität des Internets fühlen sich viele geschützt und preisen virtuelle Fälschungen von Produkten als Originalwaren an. “Deshalb dokumentieren wir Rechtsverletzungen in 3-D-Welten für unsere Kunden”, sagt Wolfgang Greipl, Geschäftsführer von P4M. Raubkopien von Originalbildern sind ebenfalls keine Seltenheit, um den eigenen Online-Auftritt zu verschönern. Mit der Zahl der User steigt auch die Zahl der Rechtsverletzungen in Second Life. P4M hat 44 zufällig ausgewählte Konzerne aus verschiedenen Branchen in SL untersucht. 23 Prozent davon sind offiziell in der virtuellen Welt vertreten. Dazu zählen etwa Dell und Mazda. Ein Großteil davon (70 Prozent) sind ausschließlich mit einer Repräsentanz aktiv und nur 30 Prozent haben einen eigenen, virtuellen Shop eröffnet. Darunter befinden sich unter anderem Reebok, Adidas und Sony BMG. 18 Prozent der untersuchten Unternehmen sind überhaupt nicht in Second Life vertreten. Bei der Suche nach dem Rest wurde deutlich, dass 59 Prozent in SL zu finden sind, jedoch als blanke Fälschung. Derzeit ist es schwierig für die Unternehmen, sich umfassend vor dem Missbrauch des eigenen Namens zu schützen. Allein die technische Umsetzung eines Impressum oder einer Datenschutzerklärung ist in der 3-D-Welt komplizierter als auf herkömmlichen Webseiten. Denn dort genügt ein zweidimensionales Fenster, dass sich bei Anklick öffnet. In SL müsste das Unternehmen sich mehr überlegen - zum Beispiel ein dreidimensionales Schild auf dem eigenen “Grundstück” aufstellen. Laut P4M gibt es jedoch keine Patentlösung, dafür ist die Problematik noch zu neu. “Das Phänomen der virtuellen Welten ist noch so jung, dass die Juristen einfach noch keine passenden Antworten gefunden haben”, meint auch Schütze gegenüber pressetext. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. +43-1-81140-314

29.06.07

Wetter verdrängt Fußball und Mord als Top-Nachrichtenthema

- Medien/Kommunikation -

Panikmache in den Medien heizt Ängste der Bevölkerung an

Das Wetter ist in den Nachrichten Topthema (Foto: Pixelio)

Bonn (pte/29.06.2007/12:36) - Seit der Sturm Kyrill im Januar über Deutschland hinwegfegte, dominieren die Themen Wetter und Klimawandel noch vor Fußball und Mord die Hauptnachrichtensendungen im deutschen Fernsehen. Laut einer von Media Tenor http://www.mediatenor.de durchgeführten Medienanalyse der sieben Hauptnachrichtensendungen im deutschen Fernsehen berichteten die Nachrichtensendungen auf ARD, ZDF, RTL, Pro Sieben und Sat.1 im Zeitraum zwischen Januar und Juni 2007 über 500 Mal allgemein über das Wetter. Mit der Medienberichterstattung erhöhte sich parallel auch das Problembewusstsein in der Bevölkerung, wie Umfragen von Emnid und der Forschungsgruppe Wahlen zeigen. Die Tatsache, dass das Thema Klimawandel an Katastrophenberichte gebunden wurde, hätte zu einer verstärkten Aufnahme dieser Thematik in den Medien geführt, sagt Petra Pansegrau, Linguistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Wissenschafts- und Technikforschung der Universtität Bielefeld http://www.uni-bielefeld.de/iwt , im Gespräch mit pressetext. “Sehr ungewöhnlich ist hier die sehr offensive Öffentlichkeitsarbeit der Klimaforscher im Vergleich zu anderen Forschungsgebieten”, betont Pansegrau. Genau diesen Katastrophismus kritisierte Mathias Bucksteeg von der Unternehmensberatung Prognos AG http://www.prognos.com im Wirtschaftsmagazin Capital: “Kasandra-Industrie und Pop-Pessimismus senken die Fähigkeit, positive Visionen zu entwickeln, auf Null. Der Katastrophismus wird von Wissenschaftlern mit populären Thesen und den Prime-Time-Formaten der TV-Sender getragen.” Fakt ist, dass die Sensibilität gegenüber Klimaschutz in der Bevölkerung gestiegen ist. Im Januar 2007 hielt bei einer Emnid-Umfrage noch über die Hälfte der Befragten eine Klimakatastrophe für ausgeschlossen. Laut der Forschungsgruppe Wahlen machten sich in diesem Zeitraum nur fünf Prozent Sorgen wegen des Klimawandels. Seit Februar haben sich diese Werte markant verändert. Am 12. Juni berichtete der Spiegel, dass laut Umfragen zwei Drittel der Deutschen glauben, der Klimawandel würde zu einem bösen Ende führen. Das Sorgenbarometer der Forschungsgruppe Wahlen zeigt, dass im März nahezu 15 Prozent der Deutschen deswegen beunruhigt sind. Die zunehmende Thematisierung des Klimawandels werde von ganzseitigen Anzeigen von Unternehmen verschiedener Branchen getragen, so Media Tenor. Vor allem die Autobranche wirbt mit umweltfreundlichen Produkten. “Opel macht Deutschlands Straßen sauberer, Smart ist CO2-Champion und mit VW kann man ökologischer fahren denn je”, stellt Jörg Forthmann, geschäftsführender Gesellschafter der Kommunikationsagentur Faktenkontor, fest. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Linda Osusky email: osusky@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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