Archiv für June, 2007
30.06.07

Erneuerbare Energie: Jobmesse gegen Fachkräftemangel

- Unternehmen/Finanzen -

Dialog zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen

Job- und Bildungsmesse: Knapp 400 Stellenangebote warten auf Bewerber (Foto: wilabonn.de)

Bonn/Gelsenkirchen (pte/30.06.2007/13:30) - Bildungseinrichtungen, Unternehmen und potenzielle Arbeitskräfte finden sich kommende Woche zur dritten Job- und Bildungsmesse der Erneuerbare-Energie-Branche http://www.jobmesse-ee.de in Gelsenkirchen zusammen. Am 5. und 6. Juli wird im Rahmen der größten Berufsplattform der Branche versucht, dem akuten Fachkräftemangel entgegenzuwirken. “Wir wollen nicht nur Fachkräfte vermitteln, sondern auch jenen, die vor dem Beginn ihrer Ausbildung stehen oder bereits studieren, eine Orientierungsfunktion bieten”, sagt Anke Valentin, wissenschaftliche Mitarbeitern beim Wissenschaftsladen Bonn, im Gespräch mit pressetext. Gleichzeitig wird der Austausch zwischen Unternehmen und Bildungseinrichtungen gefördert.

Bereits zum dritten Mal organisiert der Wissenschaftsladen Bonn http://www.wilabonn.de die Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien. Bislang sind 53 Aussteller angemeldet, die Veranstalter erwarten rund 2.000 Besucher. Damit soll zumindest das Besucherniveau der vorangegangenen Messe im Jahr 2005 erreicht werden. “Diesmal haben wir deutlich mehr Stellenanbieter als bei der vorangegangenen Messe unter den Ausstellern. Dies liegt unter anderem an dem weiteren Wachstum der Erneuerbare-Energie-Branche”, ergänzt Valentin. Gegenüber 2005 hat sich auch das Verhältnis der Stellenangebote verändert. “Man sieht deutlich, dass der Stellenaufbau im Bereich Bioenergie zugenommen hat”, so Valentin. Während auch im Bereich Solarenergie die Zahl der neuen Arbeitsplätze stetig steigt, konnte am Feld der Bioenergie nun ein sprunghafter Anstieg verzeichnet werden. So sei unter anderem der Fachverband für Bioenergie auf der Messe vertreten, der mehr als 60 Stellenangebote seiner Mitglieder anbieten wird. Insgesamt bringen die Unternehmen 300 bis 400 Jobangebote mit zur Messe, allein im Bereich Windenergie werden über 100 Stellen angeboten. Daneben können Besuchern unter anderem an Ausbildungsworkshops und Orientierungsgespräche teilnehmen.

Vor und nach den beiden Messetagen ergänzen verbindende Elemente den Kontakt zwischen den Ausstellern. “Die Möglichkeit zum Austausch zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen wird von diesen sehr gut angenommen”, bestätigt Valentin gegenüber pressetext. Die Zusammenführung dieser beiden Bereiche stelle eine der Besonderheiten der Messe dar, die als einzige ihrer Art in Deutschland existiert. Die Messe soll demnach auch als Diskussionsplattform für Unternehmen und Ausbildungsstätten genutzt werden, um deren Angebot und Nachfrage aneinander anzupassen und die Problematik des Fachkräftemangels zu vermindern. Unter den Ausstellern finden sich Branchenriesen wie Conergy, Solarworld, Enercon und Vestas.

Die gesamte Erneuerbare-Energie-Branche werde auch in Zukunft sehr personalintensiv bleiben, sodass weiterhin mit einem Mangel an Fachkräften gerechnet werden muss, sagt Valentin. Durch Initiativen wie der bevorstehenden Bildungsmesse und erhöhter Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und Unternehmen hofft man jedoch, diesen verringern zu können. Allein zwischen 2005 und 2006 erhöhte sich die Zahl der Stellenangebote im Bereich Erneuerbare Energie um 23 Prozent. Innerhalb der nächsten 15 Jahre soll sich die Zahl der Beschäftigten verdreifachen. Der größte Bedarf an Fachkräften wird derzeit in der Solarbranche verzeichnet, erläutert Valentin. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Victoria Schubert email: schubert@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

30.06.07

“MediaArtHistories”: Stiefkind Medienkunst

- Medien/Kommunikation -

Der Kampf einer Kunstform um ihren Platz in der Kunstwelt

Vernachlässigte digitale Kunst im digitalen Zeitalter (Bild: MIT Press)

Wien (pte/30.06.2007/13:45) - Bereits vor 500 Jahren verkörperte Leonardo da Vinci die Verschmelzung von Kunst und Wissenschaft so vollkommen wie niemand anderer, weder vor noch nach ihm. Und doch wird ausgerechnet im 21. Jahrhundert - dem digitalen Zeitalter - genau jene Kunstform, die eng mit Wissenschaft und neuen Technologien verknüpft ist, von der traditionellen Kunstwelt schwer vernachlässigt. Mit dem Reader “MediaArtHistories”, der im Verlag des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) http://mitpress.mit.edu erschien, will Herausgeber Oliver Grau ein Zeichen setzen und schafft gemeinsam mit internationalen Autoren aus Kunst, Wissenschaft und Technologie die Grundlage für eine interdisziplinäre Kunstgeschichte der Medienkunst. Ein Werk, das in keinem Kunstmuseum fehlen sollte.

“Medienkunst ist in den vergangenen 30 Jahren zu einem lebendigen Bestandteil der zeitgenössischen Kunstszene geworden”, stellt Grau, Professor für Bildwissenschaft an der Donauuni Krems, fest. Während digitale Kunst schon längst ihren Platz in der Gesellschaft und im Alltag eingenommen hat, hätten weder akademische noch Kunsteinrichtungen auf diese Tatsache reagiert, kritisiert er in der Einleitung des fast 500-seitigen Bandes. Die Beschäftigung mit Medienkunst hört meist bei den “alten” Medien Fotografie, Film und Video bereits auf. “In den vergangenen Jahrzehnten hat digitale Kunst weder die Aufmerksamkeit von der Wissenschaft bekommen, die ihr zusteht noch wurde sie in ausreichendem Maße von Museen und Galerien gesammelt. Wir riskieren daher einen bedeutenden Teil des kulturellen Gedächtnisses unserer jüngsten Geschichte auszuradieren”, warnt Grau.

Unter Medienkunst fällt heute eine Reihe von Bereichen, die tief in die jüngsten Entwicklungen der Technologieentwicklung reichen: Internet, Genetik, Telematik, Robotik und Nanotechnologie. Künstler aus der Medienkunst sind nicht selten als Forscher tätig und beschäftigen sich mit der Entwicklung von Interfaces oder Interaktionsmodellen, wie etwa die 1993 entstandene Darstellung von DNA-Strukturen von Karl Sims.

Die Autoren sind Mitglieder eines internationalen Netzwerkes und beschäftigen sich bereits seit mehreren Jahren mit der Geschichte der Medienkunst. Grau initiierte 2005 gemeinsam mit dem Fachjournal Leonardo/ISAST http://www.leonardo.info , UNESCO DigiArts und dem Banff New Media Insitute in Kanada mit Refresh! http://www.mediaarthistory.org die erste internationale Konferenz zur Medienkunstgeschichte, Kunst, Wissenschaft und Technologie. Die Ergebnisse dieser Konferenz sind zum großen Teil in diesen Sammelband eingeflossen. Eine zweite Konferenz steht bereits fest. Sie heißt re:place und wird von 15. bis 18. November in Berlin stattfinden.

Eingeleitet von Rudolf Arnheims Worten, beginnt der in vier Teile gegliederte Band mit der Konstruktion einer “Archäologie” der Medienkunst und führt weiter durch die Entwicklung und Evolution bzw. Revolution der Medien. Im zweiten Teil mit dem Titel “Machine - Media - Exhibition” setzt sich Edmont Couchot kritisch mit Begriffen aus der Medienkunsttheorie auseinander. Christiane Paul veranschaulicht den Widerspruch, neue Medienkunst in traditionelle Kunsteinrichtungen bringen zu wollen, in denen noch die Vorstellung des Museums als Schrein vorherrschend ist. “Pop and Science” nimmt unter anderem das Phänomen der Interaktivität, das der Verbreitung von PCs und dem Internet schuldig ist, unter die Lupe. Der letzte Teil befasst sich mit der Macht der Suggestion mit Hilfe von Bildern. In “Image Science” lassen die Autoren die Evolution der visuellen Medien Revue passieren, von der Peep-Show bis zu von Computern generierten virtuellen Räumen, wie wir sie aus Second Life kennen. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Linda Osusky email: osusky@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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