Archiv für May, 2007
31.05.07

Weltladen: Steigender Wettbewerb am Fair-Trade-Markt

- Handel/Dienstleistungen -

10,2 Mio. Euro Umsatz mit fairen Produkten

Wien (pte/31.05.2007/12:37) - Die österreichische ARGE Weltladen http://www.weltlaeden.at feiert 2007 ihr 25-jähriges Bestehen. Seit 1982 umfasst sie als Dachorganisation alle österreichischen Weltläden, in denen ausschließlich fair gehandelte Produkte erworben werden können. Diese werden direkt von Produzenten aus Ländern der Dritten Welt bezogen. In 90 Weltläden und zwei Weltcafés wurden 2006 10,2 Mio. Euro umgesetzt, drei neue Weltläden sollen noch in diesem Jahr folgen. Das österreichweit ausgebaute Angebot von fair gehandelten Produkten etwa in Supermärkten intensiviert den Wettbewerb und fordert die Weltläden zur verstärkten Differenzierung von anderen Anbietern heraus. “Unser Ziel war es, den Menschen im Süden ein Einkommen über den Verkauf ihrer Produkte zu gewährleisten”, erklärt Barbara Kofler, Geschäftsführerin der ARGE Weltläden, ihre Motivation vor 25 Jahren. Während damals vor allem die Solidarität mit den Menschen der Dritten Welt im Vordergrund stand, geht es heute auch um die angebotenen Produkte. Zwar sei man bemüht, immer dem Trend zu folgen. Andererseits müsse aber die Balance mit anderen Herausforderungen wie nachhaltiger Entwicklung und Umweltschutz gehalten werden. “Es ist für uns nicht möglich, die Schnelligkeit von Großkonzernen zu haben, das wollen wir aber auch nicht”, erläutert Kofler. Bis 2010 sollen in Österreich insgesamt 100 bis 105 Weltläden vorhanden sein. “Dies wird aber davon abhängen, wie stark der Mitbewerb in den fairen Handel einsteigt”, sagt Kofler. Seit dem Jahr 2000 fiel das Umsatzwachstum moderater aus, die Aktivitäten anderer Marktteilnehmer wurden spürbar. Österreichweit liegt der Umsatz mit zertifizierten Fair-Trade-Produkten bei rund 42 Mio. Euro. Der Bekanntheitsgrad der Weltläden liegt heute in Österreich laut Kofler bei 80 Prozent. “Der Bekanntheitsgrad ist sehr gut, das Potenzial steigend. Die Herausforderung für uns besteht darin, immer wieder neue, attraktive Produkte anzubieten und das Mehr, das wir anbieten, herauszukehren”, so Kofler im Gespräch mit pressetext. Anfangs teilweise vorhandene Vorurteile bei den Kunden seien heute kaum noch da. “Wir haben einen Paradigmenwechsel geschafft. Es ist ‘in’ faire Produkte zu kaufen.” Ziel für die nächsten Jahre ist eine wirtschaftlich stabile Entwicklung der Weltläden und Weltcafés und das verstärkte Engagement im internationalen Netzwerk. “Alle Produkte in den Weltläden sind fair gehandelt”, erläutert Ernst Gassner, Vorsitzender der ARGE Weltläden, den Unterschied zu anderen Anbietern fairer Produkte. Ausnahmen bilden nur Bücher und CDs, die in Mitteleuropa produziert werden. Beliefert werden die Läden von geprüften Lieferanten, die ausschließlich fair gehandelte Produkte herstellen. Kampagnen und Bildungsmaßnahmen, etwa durch Projekte mit Schulen, bilden ein weiteres Unterscheidungsmerkmal, erläutert Kofler. “Der Mehrwert der Produkte im Weltladen ist, dass die Entwicklungsprozesse mit den Partnern gemeinsam gegangen werden, was bei großen Konzernen vermutlich nicht der Fall ist”, sagt Kofler. 1977 wurde der erste Dritte-Welt-Laden gegründet. 1982 folgte die Gründung des “Vereins zur Förderung eines besseren Verständnisses für die Dritte Welt”, kurz ARGE Weltläden. Dieser fasste die bis dahin zwölf bestehenden Geschäfte unter der Marke “Weltladen” zusammen. Mit Kampagnen wurde in den vergangenen Jahren versucht, Kunden für die Produkte aus Dritte-Welt-Ländern und dortige Entwicklungen zu sensibilisieren sowie Politik und Unternehmen anzusprechen. Weltläden werden weltweit betrieben, allein in Europa gibt es heute rund 3.000. Besonders in England gebe es eine starke Steigerungsrate, auch in den USA wächst das Geschäft stetig weiter, erklärt Kofler gegenüber pressetext. Am Handwerkssektor werden vor allem am europäischen Markt starke Zuwächse erwartet. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Victoria Schubert email: schubert@pressetext.com Tel. ++43-1-81140-305

31.05.07

Revolte unter LiveJournal-Nutzern

- Medien/Kommunikation -

Blog-Löschungen verursachen heftige Proteste

Tausende Blogger sind verärgert (Foto: LiveJournal)

San Francisco (pte/31.05.2007/13:49) - Tausende Nutzer der Blogger-Webseite LiveJournal http://www.livejournal.com sind verärgert und rebellieren derzeit gegen den US-Betreiber Six Apart. Grund dafür ist eine breit angelegte Zensurmaßnahme seitens des Unternehmens, die hunderte Löschungen von Diskussionsgruppen zum Thema Sex zur Folge hatte. In der Welle der Blog-Zensur wurden sogar Literaturkritiken und Fan-Geschichten über Harry Potter mit entfernt. Rund 500 Journal-Beiträge sind von der Aktion betroffen. Six Apart begründet die Löschungen damit, Kinder vor bestimmten Themen schützen zu wollen. Auslöser war laut Medienberichten das Drängen und die Kritik einer Aktivistengruppe namens “Warriors of Innocence”, die gegen Pädophilie und sexuellen Missbrauch im Internet kämpft. “Wir haben uns mit unserer Blog-Politik auseinandergesetzt und diese den Journal-Beiträgen gegenübergestellt. Es zeigte sich, dass es viele Blogs gab, die nicht mit unseren Grundsätzen vereinbar sind”, rechtfertigt sich Barak Berkowitz, Chief Executive von Six Apart. Einige der gelöschten Blog-Communities trugen möglicherweise verdächtige Namen wie “Childlove” und “Little Children”. Unverständlicher aber scheint die Löschung vieler Blog-Seiten, in Kategorien wie Science Fiction, Fantasy oder diverser Fanseiten.Vor allem unter den Urhebern dieser Journal-Beiträge ist der Ärger nun groß. Viele können nicht nachvollziehen, warum beispielsweise ernsthafte feministische Texte zu Themen wie Inzest oder Missbrauch plötzlich als kriminell und obszön angesehen und entfernt werden. Die Nutzer beklagen, dass die Löschungen weit über ihr eigentliches Ziel hinausgeschossen seien und der LiveJournal-Betreiber ohne Differenzierungen gehandelt habe. Es wurde weder auf Parodien noch auf Kritik oder Sarkasmus, seriöse Auseinandersetzungen und Diskussionen geachtet, sondern schlichtweg massenhaft zensiert. Laut Usern sei auch nicht zwischen fiktionalen Geschichten und real motivierten Postings und Beiträgen unterschieden worden. Die Behandlung von Themen wie Sex oder Gewalt auf fiktionaler, künstlerischer Ebene dürfe nicht mit tatsächlichen Verbrechen gleichgesetzt werden. Rechtsexperten sagen nun, dass LiveJournal laut einem US-Bundesgesetz von 1996 nicht für fiktionale Texte der Nutzer und die dazugehörigen Diskussionen verantwortlich ist. Wenn die Inhalte ansonsten legal sind, dann habe der Betreiber auch keine Verpflichtung seine Seite zu kontrollieren oder Content zu entfernen. Dennoch behaupten LiveJournal-Mitarbeiter, aufgrund des Gesetzes gehandelt zu haben. Material, das so interpretiert werden könnte, illegale Aktivitäten zu unterstützen, erzeuge für LiveJournal ein rechtliches Risiko. In den Statuten der Blogger-Seite ist außerdem nachzulesen, dass anrüchige Inhalte entfernt werden und darüber hinaus jeder Account jederzeit ohne spezifischen Grund gelöscht werden kann. Gleichzeitig sagt das Unternehmen aber, es wolle seinen Usern so viel Redefreiheit wie nur möglich zuteil werden lassen. Berkowitz entschuldigte sich inzwischen bei all jenen, deren Journal-Beiträge fälschlicherweise entfernt worden sind. Er fügte aber hinzu: “Dabei handelt es sich um eine sehr kleine Minderheit. Ich wäre geschockt, wenn es mehr als ein Dutzend sind.” Ob dieser Kommentar zur Beruhigung der aufgebrachten Nutzer beitragen wird, bleibt dahingestellt. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. ++43-1-81140-314

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