Archiv für March, 2007
31.03.07

Junge Christen: Fastenzeit für MySpace und Facebook

- Medien/Kommunikation -

Internetsucht mit Symptomen wie bei Alkoholismus

Unterschätzte Internetsucht (Foto: Anton Proksch Institut)

Wien (pte/31.03.2007/06:10) - Gläubige Christen verzichten in der Fastenzeit auf Social-Networking-Portale wie MySpace oder Facebook. Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, entschieden sich viele gläubige Nutzer für 40 Tage auf diese Plattformen, die sie als eine der Versuchungen des 21. Jahrhunderts bezeichnen, zu verzichten. “Es war sehr schwer, vor allem am Anfang”, erzählt etwa die Theologie-Studentin Kerry Graham. Graham stammt aus den USA, studiert aber in Großbritannien. Für viele User seien Social-Networking-Portale bereits wie eine Sucht. “Ich wollte in der Fastenzeit etwas aufgeben, was mir wirklich schwer fällt”, erzählt Emily Montgomery, die im Schnitt zwei Stunden täglich auf MySpace verbringt. Michael J. Dolan, Kaplan am Trinity College und der University of Hartford in Connecticut/USA begrüßt den freiwilligen Verzicht seiner Schüler und Studenten auf MySpace und Facebook. Die zunehmende Verbreitung von Internetanschlüssen lässt die Zahl an Internetsüchtigen steigen. In Österreich wird ihre Zahl auf 40.000 bis 80.000 geschätzt. “Es gibt keine gesicherten Zahlen, aber sicher ist, dass die Zahl der Süchtigen rasch ansteigen wird”, sagt Michael Musalek, Leiter des Anton-Proksch-Instituts für Suchtbehandlung http://www.api.or.at , im pressetext-Interview. Die Kriterien für eine Internetsuchterkrankung glichen im Prinzip denen einer Alkoholsucht, sagt Musalek weiter. Die Psychologin Maressa Hect Orzack, Leiterin und Begründerin des Computer Addiction Study Center der Harvard Universität, betont, dass Schüler ihre Hausaufgaben vernachlässigen, wenig schlafen und kaum Essen zu sich nehmen, wenn sie zu viel Zeit im Internet verbringen. Eine Zeitbeschränkung für Social-Networking-Portale sei daher sehr sinnvoll. So erzählt die Studentin Kerry Graham, dass sie seit dem Verzicht auf MySpace ihre Zeit mit anderen Dingen wie Sport und Schulaufgaben verbringt. “Die Menschen stellen fest, dass Menschen die Realität sind und nicht Pixel”, stellt Dolan fest. Internetsucht ist kein zu unterschätzendes Phänomen. Laut Musalek kann sie sogar zu körperlichen Entzugserscheinungen, Angststörungen und Depressionen führen. Symptome einer Internetsucht äußern sich in einem überstarken Verlangen, Kontroll- und Zeitverlust, Entzugserscheinungen, die einer leichten Alkoholsucht ähneln sowie der Zentrierung des Lebens auf das Internet. “Ich möchte jedoch betonten, dass die Internetsucht gut behandelbar ist. Aber sie muss behandelt werden. Hier fehlt noch eine Menge Bewusstsein”, sagt Musalek, der schon zahlreich Internetsüchtige behandelt hat. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Linda Osusky email: osusky@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

30.03.07

Diskussion um Staatsmonopole verschärft sich

- Politik/Recht -

Private Wettanbieter begrüßen Vorstoß aus Brüssel

Bonn/Brüssel (pte/30.03.2007/11:25) - Monopole stehen derzeit wieder im Mittelpunkt heftiger Diskussionen zwischen Gegnern und Befürwortern. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) etwa fordert, dass das Briefmonopol der Post Ende 2007 fallen soll. “Wir brauchen offene Postmärkte, das ist ein Vorteil für die Verbraucher”, sagte er bei der Internationalen Kartellkonferenz. Europaweit soll der Briefmarkt bis Ende 2009 liberalisiert sein. Doch in der SPD formiert sich Widerstand. So beharrt etwa der Parteivorsitzende Kurt Beck darauf, dass der deutsche Briefmarkt erst dann für den Wettbewerb geöffnet werden dürfe, wenn auch die anderen EU-Länder so weit seien. Kritik kommt von den Freien Demokraten. “Monopole haben mit fairem Wettbewerb nichts zu tun, sie schaden der Wirtschaft, vor allem dem Mittelstand, und den Verbrauchern in Deutschland”, kommentierte der stellvertretende Vorsitzende und wirtschaftspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion http://www.fdp.de Rainer Brüderle. Die gesetzliche Lage sei eindeutig: Das Briefmonopol falle zum Jahresende. Es sei nicht Aufgabe der Politik, “alte Staatsmonopole zu schützen”. “Doch gerade das haben die Politiker sämtlicher Parteien in jüngster Zeit häufig genug getan. Sie haben sich als Schützer von Staatsmonopolen geriert”, sagt Helmut Sürtenich, Vorstand des Düsseldorfer Sportwettenanbieters Stratega-Ost http://www.stratega-ost.de , mit Blick auf die Diskussion um das staatliche Wettmonopol. “In letzter Konsequenz geht das zu Lasten der Verbraucher, die sich mit der rechtlich fragwürdigen Marktabschottung herumschlagen müssen.” Immer öfter bekommen es die Staatsmonopolisten nun mit Widerstand aus Brüssel zu tun. So sagte kürzlich die EU-Kommissarin Viviane Reding, sie führe einen Krieg gegen illegale nationale Gesetze, die das Europarecht missachteten. Sie kämpfe für die Ordnungspolitik und gegen Monopole, die auf dem EU-Markt nichts mehr zu suchen hätten. Fallen Monopole weg, verlieren nur die Monopolisten. Die Verbraucher profitieren hingegen vom Wegfall des Dirigismus. Das Angebot werde vielfältiger, der Service besser, und die Preise sinken, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ). Und in einem Arbeitsmarkt mit vielen Wettbewerbern erhöhen sich auch die Chancen der Arbeitnehmer. Dass die EU-Kommission zurzeit gegen drei Staaten (Dänemark, Finnland und Ungarn) vorgeht, um Hindernisse auf dem dortigen Markt für Sportwetten zu beseitigen, findet bei privaten Wettanbietern großen Anklang. “Es ist völlig richtig, dass die EU-Behörde einzelne Mitgliedsländer dazu verpflichtet, die Beschränkungen auf den dortigen Wettmärkten ganz genau zu begründen. So wird der staatlichen Willkür Grenzen gesetzt”, sagt Sportwettenexperte Sürtenich. Ähnlich wie Kollegen aus seiner Branche kommentiert Sürtenich, diese Mahnschreiben seien auch eine deutliche Warnung an Deutschland, Frankreich oder Österreich. Auch Bwin-Vorstand www.bwin.com Norbert Teufelberger hatte diese Staaten explizit dazu aufgefordert, “die gegenwärtig vorhandenen Beschränkungen des grenzüberschreitenden Glücksspiels umgehend zu beseitigen”. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Jörn Brien email: brien@pressetext.com Tel. +43-1-81140-318

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