Archiv für January, 2007
31.01.07

MiFID: Auskunftspflicht setzt Banken unter Druck

- Unternehmen/Finanzen -

Anlegerschutz bewirkt Konkurrenz und das Drehen der Preisschraube

Wien (pte/31.01.2007/11:00) - Die neue EU-Duchführungsrichtlinie namens MiFID (Markets in Financial Instruments Directive) erlangt mit dem 1. November dieses Jahres für Europas Banken und Vermögensberater sowie Wertpapierdienstleistungsunternehmen ihre Gültigkeit. Neben einer Stärkung des europäischen Finanzmarktes, soll vor allem größtmögliche Transparenz für die Kunden erreicht werden. Mit Inkrafttreten der Regelung sind Finanzdienstleister per nationalem Gesetz dazu verpflichtet, Kosten für ihre Dienste vollständig offen zu legen. Vor dieser Problemstellung diskutierten gestern, Dienstag, MiFID-Experten der Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft (KPMG) http://www.kpmg.at unter dem Motto “MiFID - Harmonisierung unter Hochdruck”, wie die neuen Vorschriften hinsichtlich der Wohlverhaltensregeln in der Organisation implementiert sowie Meldepflichten umgesetzt und dokumentiert werden. Obwohl die Umsetzung in nationales Recht bis heute, den 31. Januar dieses Jahres, vorgesehen war, kündigten bereits im Vorfeld ein Großteil der EU-Mitgliedstaaten an, dass die nationale Gesetzgebungsphase bis dahin nicht abgeschlossen sein wird. “Hierbei haben wir es mit einem mehr als eng bemessenen Zeitplan zu tun, so dass Banken und Finanzdienstleister unter Hochdruck an der Umsetzung arbeiten müssen, um dem übergeordneten Ziel der EU im Sinne einer kundenoptimalen Orderausführung gerecht zu werden”, betont Michael Hilbert, Manager der KPMG, im pressetext-Interview. Der Experte hebt hervor, dass die MiFID im Zuge des europäischen “Financial Action Plan” ihre Initiativen nicht für die Aufsicht, als vielmehr für die Kunden vorsieht. Im Detail heißt dies für den Endverbraucher wesentlich mehr Transparenz und Kontrollmöglichkeit bei der Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungsgeschäften. “Diese Verordnung soll es den EU-Bürgern letztendlich ermöglichen, Wertpapierdienstleistungen in allen Mitgliedstaaten in vergleichbarer Form nachfragen zu können”, so der Finanzexperte. So läge das damit zu erreichende Ziel in der Schaffung von mehr Konkurrenz zugunsten des Kunden, wobei die Intention der Richtlinie nicht vorsähe, das europäische Finanzgeschäft anzukurbeln, sehr wohl aber an der Preisschraube zu drehen. “Als Kunde hat man laut der MiFID das Recht, detaillierte Informationen zu entstehenden Kosten, wie dem Gesamtpreis, möglicher Kosten, die nicht über die Wertpapierfirma bezahlt werden sowie über die getrennte Anführung von Provisionen ausnahmslos rechtzeitig informiert zu werden”, unterstreicht Hilbert. So schreibe die Richtlinie nicht vor wie, jedoch dass seitens der Finanzdienstleister transparent und im Kontext verbesserter Anlegerschutz-Bestimmungen zu kommunizieren ist. Wesentliches Kernelement hierbei ist die Einführung von Wohlverhaltensregeln die unter anderem die Pflicht der Kundeneinstufung durch die Institute in “Geeignete Gegenparteien”, “Professionelle Kunden” sowie “Kleinanleger” vorschreiben. Auch Interessenskonflikte, das Beschwerdemanagement und Innenrevision sowie Dokumentation, Meldepflichten und Transparenz bei außerbörslichen Aktiengeschäften werden von der MiFID geregelt. Auf Nachfrage von pressetext, welche Herausforderungen und Kosten die Umsetzung der MiFID für Banken und große Finanzdienstleister mit sich bringt, zeigen sich die Experten realistisch: “Obwohl die Kosten aufgrund der Vorbereitung bis zum Starttermin im November derzeit noch im Laufen sind, lässt sich bereits jetzt schon sagen, dass große deutsche Banken für diesen Zweck rund zehn Mio. Euro zurück gestellt haben”, so Sven Schielke, KPMG-Senior Manager, Advisory Financial Management, gegenüber pressetext. Hierbei führt der Fachmann die Beispiele der IT-Kosten zur elektronischen Verarbeitung sowie der immensen Portokosten an, die bei der vorgesehenen rechtzeitigen Benachrichtigung der Kunden anfallen. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43 1 811 40 305

31.01.07

Social Networking beeinflusst Online-Shopping

- Medien/Kommunikation -

Nutzer treffen Kaufentscheidungen vermehrt in Communities

Hamburg (pte/31.01.2007/11:25) - Das Einkaufen im Internet steht immer stärker unter dem Einfluss von Social-Networking-Plattformen. Die Nutzer tauschen dort zunehmend Informationen und Bewertungen einzelner Produkte untereinander aus. Wie aktuelle Auswertungen der W3B-Studie des Marktforschungsunternehmens Fittkau und Maaß http://www.fittkaumaass.de zeigen, legen die Internetshopper zudem sehr viel Wert auf unabhängige Informationsquellen wie etwa Testberichte und Preisvergleiche. Produktinfos im Social Web-Bereich werden vor allem von den jüngeren Generationen eingeholt, während die älteren vermehrt auf Preisvergleiche zurückgreifen. “Es ist davon auszugehen, dass die Bedeutung von Social Networking-Plattformen in Zukunft für den Austausch von Produktinformationen noch weiter zunehmen wird. Der enorme Zulauf auf derlei Plattformen wird sich auch auf das Online-Shopping auswirken”, meint Susanne Fittkau, Geschäftsführerin von Fittkau und Maaß, im Gespräch mit pressetext. Es gibt mittlerweile typische Meinungsportale, die dazu dienen, Produktinformationen auszutauschen. “Im deutschsprachigen Internet sind das zum Beispiel ciao.de und dooyoo.de, die sich allerdings zur Zeit auch immer mehr in Richtung Preisvergleich hinein entwickeln”, sagt Fittkau. Insgesamt nutzen inzwischen vier Fünftel der deutschsprachigen Internetuser das Web zur gezielten Suche nach Produktinformationen. 62 Prozent sehen Bewertungen und Empfehlungen andere Nutzer als wichtige Informationsquelle. Ganz besonders bei Usern unter 20 Jahren dient das Social Web als willkommene Entscheidungshilfe. Etwa jeder Fünfte in dieser Altersgruppe bewertet die Möglichkeit mit anderen Nutzern im Online-Shop kommunizieren zu können als besonders wichtig. Im Gegensatz dazu gilt dies bei den über 50-Jährigen nur für rund sieben Prozent. Mit der zunehmenden Bedeutung von sozialen Netzwerken entstehen für die Shops und Hersteller aber auch neue Risiken. “Natürlich herrscht die potenzielle Gefahr, dass eine Marke über diesen Weg auch in Verruf gerät. Noch schwieriger ist für die Shops aber der Überblick über diesen neuen Meinungsbildungsprozess”, so Fittkau gegenüber pressetext. Früher hatten die Firmen diesen Vorgang besser unter Kontrolle, während sie nun oft Probleme damit haben, die Diskussion über ihre Produkte überhaupt herauszufiltern und mitzubekommen. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. ++43-1-81140-314

Sie browsen
das Archiv für January 2007.
Kategorien
Links