Archiv für December, 2006
22.12.06

Dax-Konzerne unterschätzen Übernahmerisiken durch Finanzinvestoren

- Unternehmen/Finanzen -

Kreditversicherer befürchten Zahlungsunfähigkeit

Düsseldorf/Frankfurt am Main (pte/22.12.2006/13:40) - Mit Sorge betrachten die deutschen Kreditversicherer den steigenden Anteil von Private-Equity-finanzierten Unternehmen in Deutschland. Laut Peter Inglenrath, Vorstandsmitglied des Kreditversicherers Atradius http://www.atradius.com , und Vorsitzender des Fachausschusses Kreditversicherung im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. http://www.gdv.de , verzeichnet man eine wachsende Zahl betroffenen Unternehmen. Anzahl und Geschäftsvolumen der durch Finanzinvestoren finanzierten Unternehmen, die mit finanziellen Problemen zu kämpfen hätten, “haben 2006 deutlich zugenommen”, sagte er dem Handelsblatt. Die Tageszeitung hatte auch berichtet, dass europaweit rund sechs Mio. Arbeitsplätze von Finanzinvestoren abhängen. Die Kreditversicherer sehen nun die Gefahr, “dass die Beteiligungsgesellschaften ihre Portfoliounternehmen zu sehr mit den Kosten für den Kaufpreis belasten und damit die Zahlungsfähigkeit dieser Unternehmen einschränken.” Für Dieter Heuskel, Deutschland-Chef der Beratungsfirma Boston Consulting http://www.bcg.de , steht möglicherweise sogar eine nachhaltige Änderung der Unternehmenskultur bevor, sollten die Private-Euity-Fonds ihren Siegeszug weiter fortsetzen. Das berichtet der Fachdienst Erfolg. Weil Investoren ein Unternehmen nicht als Institution, sondern lediglich als “Projekt auf Zeit” ansehen, erhöhe sich die Gefahr einer “massiven Umverteilung von Werten und Gewinnen aus der Zukunft in die Gegenwart”, so Heuskel. In der Regel werden die aufgekauften Unternehmen nach zwei bis fünf Jahren zu einem höheren Preis weiter verkauft oder an die Börse gebracht. Der Siegeszug der Finanzinvestoren hat indessen viele Deutsche überfordert, weil ihre ökonomische Bildung verbesserungswürdig ist, meint Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de : “Dass Kapitalismus mit Kapital zu tun hat, mag uns in Deutschland überraschen - in Großbritannien, in den USA, in Asien weiß das jeder. Der wesentliche Unterschied zu Deutschland besteht aber darin, das sich dort jeder nach Kräften den den Kapitalismus zu Nutze macht”, so Ohoven. Die Deutschen hätten weder eigenes Kapital noch Verständnis für kapitalistisches Verhalten entwickelt, so der gelernte Bankkaufmann. Dieses Nichtwissen über die Funktion globaler Finanzmärkte erkläre teilweise das maßlose Erschrecken, mit dem die Deutschen auf das Auftreten von Hedgefonds reagieren und den Staat zu Hilfe rufen. Mit Nachdruck fordert er allerdings mehr Transparenz, da es unbefriedigend bleibe, wenn sich Hedgefonds in einem weitgehend ungeregelten Raum bewegen: “Anlass zur Sorge gibt, dass eventuelle Schieflagen größerer Fonds und die sich daraus ergebenden Risiken häufig erst dann zu erkennen sind, wenn es zu spät ist. Auch für ein mittelständisches Unternehmen wäre es gut zu wissen, wie es um einen Fonds bestellt ist, der sich als Investor anbietet.” Wenn die Transparenz der Aktivitäten von Hedgefonds erhöht werde, dann habe auch der Mittelstand die Möglichkeit, die Herausforderung durch die Finanzinvestoren besser zu bestehen. Mittlerweile, so berichtet unter anderem die Financial Times Deutschland, würden auch deutsche Dax-Konzerne sich möglichen Übernahmerisiken bewusst. Allerdings sehen Experten hier noch Nachholbedarf. Die Dax-Konzerne unterschätzen beispielsweise nach Ansicht der Investmentbank UBS das Risiko feindlicher Übernahmeangebote. Von den Dax-30-Firmen beschäftigten sich demnach höchsten fünf bis sieben Unternehmen mit diesen Risiken. “Die Zahl sollte eigentlich doppelt so hoch sein”, sagte Hermann Prelle, Chef des deutschen Investmentbankings bei dem Schweizer Institut Nach Ansicht des Ex-Deutsche-Börse-Chefs Werner Seifert sollte der Staat gesetzliche Maßnahmen ergreifen. Der Markt nähre schwarze Schafe, die gerne von Steuerparadiesen in der Karibik aus operieren. Finanzinvestoren müssten beispielsweise auf den Cayman Islands für eine Registrierung weniger Formulare ausfüllen als bei der Führerscheinprüfung in Deutschland. Institutionelle Investoren und Hedge Fonds schlüpften in Deutschland in die Rolle, die ehedem den Großaktionären vorbehalten war. “Sie tun so, als wären sie langfristig denkende Mehrheitseigentümer, aber in den meisten Fällen verschwinden sie genauso schnell wieder, wie sie gekommen sind - allerdings erst, nachdem sie das Management ausgetauscht und umfangreiche Ausschüttungen an die Aktionäre, also sich selbst, durchgesetzt haben”, so Seifert. Für alle Akteure auf den Kapitalmärkten der OECD sollten Offenlegungspflichten gelten. “Es darf nicht sein, dass Fonds, die auf den Cayman-Inseln registriert sind und so gut wie keine Informationen über ihre Eigentümer oder ihre Geschäftspraktiken herausrücken, zentralen Einfluss darauf nehmen können, wie große und größte Unternehmungen in Deutschland und in anderen Industriestaaten geführt werden”, kritisiert Seifert. Das Mindeste, was man von diesen Anteileignern verlangen müsse, sei die Offenlegung ihrer Beteiligungen. (Ende)

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Gunnar Sohn email: sohn@pressetext.com Tel. +49-228-6204474

22.12.06

Lucky Luke: Nur Asterix verkauft sich besser

- Medien/Kommunikation -

Mangas können dem Westernheld nichts anhaben

(c) Ehapa

Berlin (pte/22.12.2006/13:42) - Der einsame Comic-Westernheld Lucky Luke http://www.lucky-luke.de feiert in diesem Monat seinen 60. Geburtstag. Die Kreation des 2001 verstorbenen belgischen Comic-Zeichners Maurice de Bevere alias Morris, sorgt für steigende Auflagenzahlen an deutschen Kiosken. 2006 konnte die Auflage des diesjährigen Startbandes “Schikane in Quebec” im Vergleich zum Vorjahresband um 30.000 auf 260.000 gesteigert. Band Nummer 80 mit dem Titel “Die Daltons in der Schlinge” erscheint am 28. Februar. Lucky Luke ist seit 1978, als die Rechte für den Vertrieb in Deutschland an den Verlag Egmont Ehapa gingen, rund 34 Mio. Mal über die Ladentische gegangen. Lucky Luke ist in Deutschland der beliebteste Comicheld nach Asterix. Im weltweiten Ranking schafft es die Westernlegende nach Tim und Struppi auf Platz drei. “Der Plot lebt vom Wiedererkennungseffekt”, begründet Michael Walz, langjähriger Lucky-Luke-Verleger und -Experte, den Erfolg von Comic-Klassikern im Gespräch mit pressetext. Der Manga- und Anime-Boom aus Japan hat Lucky Luke nichts anhaben können. “Die Auflage ist ab 1978 lange Zeit gestiegen und ist in den letzten Jahren sehr stabil”, so Walz. Wohl auch deswegen, weil so strikt am klassischen Albumformat festgehalten werde. Mangas und klassische Comics kommen sich darüber hinaus an den Verkaufsstellen nicht in die Quere. Lucky Lukes Revier sind Zeitschriftenkioske, während Mangas nur im Buchhandel erhältlich sind. Trotz seines reifen Alters hat der Mann, der schneller zieht als sein eigener Schatten, keine Berührungsängste mit neuen Technologien. Neben Videospielen können sich Lucky-Luke-Fans im kommenden Jahr auf Lucky-Luke-Avatare freuen. Das Softwareunternehmen Combots http://www.combots.com , das aus der Web.de AG hervorgegangen ist, entwickelt derzeit animierte Lucky-Luke-Charaktere für sein Instant-Messenger-Angebot. Laut Walz werden die Avatare noch im ersten Halbjahr 2007 zur Verfügung stehen. Lucky Luke ist erstmals 1946 in Frankreich erschienen. Sein Schöpfer Morris hat die Abenteuer bis 1955 noch selbst geschrieben, bis Rene Goscinny diese Aufgabe bis zu seinem Tod 1977 übernommen hat. Sein Schöpfer war es auch, der dem Kettenraucher Lucky Luke diese Untugend abgewöhnte und dafür 1983 einen Preis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erhielt. Lucky Luke ist lange Zeit im Magazin Spirou und später bei Pilote erschienen. In Deutschland ist Lucky Luke zunächst im Semrau Verlag, später bei Kauka und danach im Koralle Verlag erschienen. Der letzte Band von Morris ist 2001 publiziert worden. Seither gestalten der Zeichner Achde und Texter Laurent Gerra, ein kanadischstämmmiger Komiker, die Serie. (Ende)

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Linda Osusky email: osusky@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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