Archiv für September, 2006
30.09.06

Handy-Markt: Umsätze stagnieren erstmals

- Medien/Kommunikation -

Mobilfunkdienste verzeichnen Wachstum von zwei Prozent

bitkom.org

Berlin (pte/29.09.2006/16:30) - Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) http://www.bitkom.org heute, Freitag, bekannt gab, stagnieren 2006 erstmals die Umsätze am Mobilfunkmarkt - der Absatz wird heuer nur noch geringfügig wachsen. Durch die Marktsättigung und die Preispolitik der Anbieter werden in den kommenden Jahren keine größeren Wachstumsraten mehr zu erwarten sein, erklärt der BITKOM.

Der Markt für Mobiltelefone hat 2006 genauso wie im Vorjahr ein Volumen von 3,9 Mrd. Euro erwirtschaftet. “Das Handy-Geschäft pendelt sich derzeit auf einem hohen Niveau ein. Die hohe Wachstumsdynamik der Vorjahre ist aber erstmal vorbei”, erklärt Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer von BITKOM. Grund für die Stagnation ist die Marktsättigung. “Im Durchschnitt hat jeder Deutscher zumindest ein Handy”, erklärt Maurice Shahd, BITKOM-Pressesprecher für Wirtschaftspolitik und Konjunktur, im Gespräch mit pressetext. Wenn es in den nächsten Jahren noch zu geringen Wachstumsschüben kommen sollte, so sind die durch Expansionen ins Ausland zu erklären, so Shahd.

Der Effekt wird durch die Preispolitik der Anbieter verstärkt. Vom Bundesverband heißt es, dass der Wettbewerb zunehmend über den Preis geführt wird. Dadurch bleiben die Umsätze gleich, der Handy-Absatz steigt aber: dieses Jahr wurde ein Wachstum von zwei Prozent auf 32 Mio. Stück verzeichnet. 2005 betrug das Wachstum noch zehn Prozent und 2004 sogar noch 17 Prozent.

Für 2007 wird prognostiziert, dass der Absatzmarkt nochmals um ein Prozent wachsen wird. Die Umsätze werden jedoch stagnieren. Rohleder meint jedoch, dass dies nicht das Ende des Wachstums bedeuten müsse. “Der Handy-Markt hat schon einmal vor Jahren stagniert. Damals wurden gerade die Farbdisplays eingeführt. Danach gab es wieder ein rasantes Wachstum”, so Shahd. Die großen Wachstumssprünge der vergangen Jahren dürften zwar endgültig vorbei sein, doch sieht man an diesem Beispiel, wie sehr die Technologie den Markt beeinflusst. Abzuwarten bleibt, wie die neuen Technologien, wie beispielsweise Handy-TV, bei der Bevölkerung ankommen.

Der Markt für Mobilfunkdienste ist im laufenden Jahr um zwei Prozent auf 23,9 Mrd. Euro gewachsen, obwohl die Tarife gleichzeitig gesunken sind. Diese sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes http://www.destatis.de im Vergleich zum Vorjahr im Juli um 12,6 Prozent gesunken. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Victoria Danek email: danek@pressetext.com Tel. +43 1 81140 - 300

30.09.06

Osteuropa bietet riesiges Wachstumspotenzial für Medien

- Medien/Kommunikation -

Qualitätsbewusstsein höher als im Westen

Wien (pte/30.09.2006/06:30) - Immer mehr westliche Medienhäuser expandieren in den Osten. Während die Märkte im Westen zunehmend stagnieren, bieten süd- und osteuropäische Länder ein riesiges Wachstumspotenzial. Im Rahmen der Österreichischen Medientage 2006 http://www.medientage.at diskutierten Branchenexperten über Chancen und Risiken für Medienunternehmen im osteuropäischen Raum. Dabei war man sich bei einer Frage vollkommen einig: Das Qualitätsbewusstsein in den östlichen Nachbarländern ist weitaus stärker als hierzulande. “Das Qualitätsniveau und auch der Anspruch darauf sind in Osteuropa sehr hoch”, so Marie-Helene Magenschab, CEO des Mobilfunkbetreibers VIPnet Kroatien, einer Tochtergesellschaft der Mobilkom Austria.

Für Heinrich Schuster, Chef des Außenwerbungsanbieter Epamedia, ist im Blick auf den Osten voller Optimismus angesagt. “Das Wachstumspotenzial in den osteuropäischen Ländern ist enorm hoch, wirft man zum Beispiel einen Blick auf den Netto-Werbeaufwand.” Entfallen in Deutschland pro Kopf 239 Euro und in Österreich 203 Euro, so sind es etwa in Tschechien derzeit erst 54, in Ungarn 58 und in Polen 45 Euro. Entscheidend sei aber in jedem Fall, dass die Wertschöpfung des Geschäfts im östlichen Ausland in Österreich bleibt, so Schuster.

Nicht nur für Mobilfunk und Werbung sind die Türen in Richtung Osteuropa längst aufgestoßen worden. Besonders die Printmedien erweitern derzeit eifrig ihr Geschäft im Osten. Die WAZ-Gruppe allein betreibt in sieben verschiedenen südosteuropäischen Ländern insgesamt 24 Zeitungen und 38 Zeitschriften. “Für uns gab es zwei wesentliche Gründe, in den Osten zu gehen”, erklärt Andreas Rudas, Chef des Süd-Osteuropa-Geschäfts der WAZ. Ein Unternehmen muss kein internationaler Player sein, um den Schritt nach Osten zu wagen. Auch der vergleichsweise kleine Konzern Styria hat sich bereits dort niedergelassen. “Im Jahr 2000 haben wir nach Kroatien, 2003 dann auch nach Slowenien expandiert”, so Klaus Schweighofer, Geschäftsführer der Styria Medien AG.

Doch bei aller Euphorie, die von den Medienvertretern verbreitet wurde, fiel der Blick in der Diskussion auch auf Schwierigkeiten, denen sich Unternehmen in Osteuropa stellen müssen. Nach wie vor gibt es teilweise Probleme mit der Rechtssicherheit. Festgeschriebene Gesetze seien das eine, ihre Durchsetzung aber wieder eine andere Sache, berichtet Magenschab nach eigener Erfahrung. Außerdem haben besonders Medien wie etwa Zeitungen häufig noch Schwierigkeiten mit der Kritikfähigkeit der Journalisten. “Die Leute sind zwar irrsinnig gut im fachlichen Bereich, kommen aber noch aus einer ganz anderen journalistischen Tradition”, erklärt Rudas. Die Jahre des Kommunismus hätten in vielen Ländern bis heute Spuren hinterlassen, weshalb es in Bezug auf kritische Berichterstattung noch Nachholbedarf gebe. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Claudia Zettel email: zettel@pressetext.com Tel. ++43-1-81140-314

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