Kategoriearchiv 'Unternehmen/Finanzen'
13.05.09

Arztbesuch im Shopping-Center

- Unternehmen/Finanzen -

Boom bei “Walk-In”-Kliniken - US-Hausärzte laufen Sturm

“Walk-In”-Kliniken in den USA auf dem Vormarsch (Foto: pixelio.de, Günter Havlena)

New York/Wien (pte/13.05.2009/06:00) - “Walk-In”-Kliniken, die in US-amerikanischen Einzelhandelsketten wie Wal-Mart zu finden sind, und Konsumenten parallel zu ihrem Einkauf Vor-Ort-Behandlungen ermöglichen, erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Wie die New York Times berichtet, wollen von diesem Trend nun auch viele Krankenhäuser profitieren. Allein in den USA sollen sich die Kliniken bereits in über 25 Fällen dem Wal-Mart-Businesskonzept angeschlossen haben. So hat die Cleveland Clinic beispielsweise einer Kette des Pharmazieanbieters CVS im Nordosten von Ohio ihren eigenen Namen geliehen und stellt entsprechende Infrastruktur zur Verfügung. Aber auch die Mayo Clinic hat ähnliche Ziele und betreibt bereits zwei sogenannte “Express Care”-Kliniken in Supermärkten und stark frequentierten Shopping Malls.

“Auch wenn ,Walk-In’-Kliniken für Länder wie Deutschland oder Österreich eine revolutionäre Idee darstellen würden, glaube ich nicht, dass sich ein solches Konzept hierzulande durchsetzen ließe”, unterstreicht Konrad Toifl, Partner bei der Unternehmensberatung Ernst & Young in Österreich http://www.ey.com und Experte der Branchengruppe Retail und Consumer Product, auf Nachfrage von pressetext. Der Fachmann begründet die seiner Ansicht nach “undenkbare Vorstellung” ähnlicher Konzepte hierzulande damit, dass das Berufsrecht der Ärzte greift und Modelle dieser Art allein schon aus berufsrechtlicher Sicht verboten sind. “Zudem herrscht gerade in Ländern wie Österreich und Deutschland ein gewisses ,Hausarzt-Denken’, was den Erfolg dieser Konzepte schmälern würde.

Das Expansionsstreben der Kliniken und Krankenhäuser sehen hingegen niedergelassene Hausärzte naturgemäß überhaupt nicht gerne und kritisieren diese oft als billige, unwürdige Wettbewerber. Die Hospitale ihrerseits sehen in der immensen Laufkundschaft der Shopping Malls dagegen die Chance, möglichst schnell an Kundschaft zu gelangen. Dabei rechtfertigt sich das Management vor allem in Bezug auf die Bedenken des Präsidenten Barack Obama, der gemeinsam mit Vertretern des Kongresses wiederholt vor einem Ärztemangel gewarnt hatte. Diese Lücke wolle man durch den Ausbau des umstrittenen Retail-Geschäfts nun zu schließen versuchen, um der breiten Öffentlichkeit einen Zugang zu medizinischen Dienstleistungen bieten zu können, argumentieren die Kliniken und Krankenhäuser weiter.

In den sogenannten “Walk-In Centers”, die unter anderem auch über spezielle Notaufnahme-Räume verfügen, sollen Patienten mit kleineren Beschwerden lokal behandelt werden. Dazu zählen Behandlungen mit Antibiotika bei Halsentzündungen oder kleineren viralen Infekten. Für Kunden nutzbar sind die medizinischen Dienstleistungen jedoch nur bei einer Barzahlung vor Ort oder Krankenversicherung. Selbst wenn sich viele dieser eher kleinen Behandlungen für Krankenhäuser nicht zum relevanten Umsatztreiber entwickeln werden, spielen sie jedoch in Hinblick auf das Marketing und Image eine entscheidende Rolle. So erhofft man sich, dass wegen einer Kleinigkeit behandelte Kunden bei künftigen Operationen oder klinischen Eingriffen wie beispielsweise Geburten die entsprechende Klinik bevorzugen.

Die Idee von Retail-Kliniken ist aber nicht neu. Bereits vor vier Jahren begannen Anbieter in diese Richtung zu gehen. Da heute nur noch maximal ein von zehn Retailern direkt mit einer Klinik oder einem Krankenhaus im Hintergrund operiert, sehen selbige immense Chancen, schreibt Medicine News. Auf die Idee der Wal-Mart-Integration mit derartigen “Shops” sind neben der Cleveland oder Mayo Clinic auch bereits Medizin(technik)-Hersteller wie Aurora Health System, CoxHealth oder auch die Christus Medical Group gekommen. Dabei richten sich viele Anbieter nach den Wünschen ihrer Patienten. Angenehme kurze Wartezeiten sowie hohe Transparenz sollen Kunden anlocken. Auch würden es die geringen Kosten ermöglichen, dass man allein in den USA 45 bis 50 Mio. Menschen damit versorgen könnte. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Florian Fügemann email: fuegemann@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

12.05.09

HedgeFonds schreiben wieder schwarze Zahlen

- Unternehmen/Finanzen -

Marktkonsolidierung findet jedoch weiterhin statt

Optimistische Fondsmanager haben derzeit Oberwasser (Fotos: pixelio.de/Daniel Gast)

NewYork/London/Frankfurt (pte/12.05.2009/10:45) - HedgeFonds erzielen nach Rekordverlusten im Vorjahr wieder statthafte Renditen. Inmitten eines durch die globale Finanzkrise losgetretenen Konsolidierungsprozesses legen HedgeFonds gemäß dem HFR Performance-Index https://www.hedgefundresearch.com von Januar bis April 2009 im weltweiten Schnitt 4,2 Prozent zu. Die Zahlen geben Anlass zur Hoffnung, dass das ramponierte Image der Branche wieder repariert werden kann. Optimistische Fondsmanager, die auf eine gute Marktentwicklung setzen, haben in jüngster Vergangenheit besonders gute Ergebnisse erzielt. Auf positive Kursentwicklung setzende HedgeFonds wie der Greenlight Capital Fund oder Glenview Capital Management LLC in den USA freuen sich im ersten Quartal 2009 über beachtliche Gewinne, nachdem ihre Indexwerte im Vorjahr um bis zu 50 Prozent eingebrochen waren, berichtet das Wall Street Journal. “In strategischer Hinsicht nachteilige Käuferpositionen sind in Zeiten des Abschwungs weniger problematisch als dementsprechende Verkäuferpositionen bei hoher Marktvolatilität. Leerverkäufer erleiden bei steigenden Aktienkursen ausnehmend hohe Verluste”, heißt es bei Greenlight Capital https://www.greenlightcapital.com . Zurückhaltung übende Fondsmanager wie Christopher Hohn von Children´s Investment Fund Management LLP in London haben ihre Anlagen zuletzt drastisch reduziert. Oft mit mäßigem Erfolg. Der in London ansässige HedgeFonds brach im Krisenjahr 2008 um 43 Prozent ein und verlor in den ersten Monaten des laufenden Jahres weitere sieben Prozent. Einem Bericht der österreichischen Finanzmarktaufsicht zufolge wuchs der weltweite HedgeFonds-Markt bis 2007 sukzessive an. Bereits 2005 waren in Deutschland rund 15 Mrd. Euro in HedgeFonds angelegt. Davon seien jedoch nur 1,3 Mrd. Euro von Dach- oder Einzelfonds mit Vertriebszulassung in Deutschland verwaltet worden. “Das von deutschen Dachfonds verwaltete Vermögen beträgt derzeit lediglich 532,3 Mio. Euro”, sagt Felix Fortelka vom Bundesverband Investment und Asset Management http://www.bvi.de , gegenüber pressetext. Die Zahlen legen nahe, dass der globale Konsolidierungsprozess auch auf dem deutlich strenger geregelten deutschen HedgeFonds-Markt platzgegriffen hat. Aufgrund der geringen Größe der hiesigen HedgeFonds-Industrie sei ein möglicher Imageschaden jedoch nicht abgrenzbar, so Fortelka weiter. Laut HFR, einem führenden Chicagoer Datendienstleister, haben sich im Zuge der Krise bereits 1.471 HedgeFonds aufgelöst. Das Volumen der weltweit verwalteten Mittel schmolz nach Daten von TrimTabs Barclay Hedge http://www.barclayhedge.com um mehrere hundert Mrd. Dollar auf 1,1 Bio. Dollar zusammen. Nach der Massenflucht von Anlegern müssen Gewinne nun mit weniger Kapital eingefahren werden, wenngleich bei HedgeFonds ein beachtlicher Kredithebel zum Tragen kommt. Es sei jedoch zu erwarten, dass sich die Erträge der globalen HedgeFonds-Industrie 2009 um weitere 30,4 Mrd. Dollar verringern werden. Marktkonsolidierungen finden also weiterhin statt. Die Politik wird die Handlungsspielräume von Fondsmanagern mit strengeren Regulierungen voraussichtlich weiter verengen, berichtet die Wirtschaftswoche. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass etwa die Hälfte aller HedgeFonds weltweit von Offshore-Finanzplätzen wie den Cayman Islands aus operieren und im Vergleich mit Deutschland nur geringen legislativen Beschränkungen unterworfen sind. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Nikolaus Summer email: summer@pressetext.com Tel. +43-1-81140-306

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