Kategoriearchiv 'Handel/Dienstleistungen'
17.04.09

Agrarlandfonds setzen Landwirte unter Druck

- Handel/Dienstleistungen -

Mio.-Investitionen in Ackerland steigern Wettbewerb und Preisschlacht

Preisschlacht: Existenzdruck auf Landwirte (Foto: pixelio.de, Daniel Litzinger)

München (pte/17.04.2009/10:35) - Guter Boden hat nicht nur in der Nahrungsmittelproduktion selbst an Bedeutung gewonnen. Den steigenden Wert von Ackerland entdecken auch Kapitalgesellschaften für sich. Selbst Privatanleger können sich trotz einiger noch bestehender Hürden etwa in Form von Agrarlandfonds an landwirtschaftlichen Investments beteiligen und auf Rendite hoffen. Die investierten Gelder fließen mit einem Volumen in dreistelliger Mio.-Höhe jedoch zumeist in Agrarkonzerne mit großflächigen Anbaugebieten, etwa nach Australien oder Brasilien. Dabei können Landwirte hierzulande mit der industriellen Produktion ohnehin kaum mehr konkurrieren, weshalb etwa Landwirtschaftsverbände einen europaweiten Außenschutz fordern. Die Einkommenssituation der Bauern bedürfe einer Besserung, um deren Existenzfähigkeit zu gewährleisten. Durch die Investitionen drohen sich der internationale Wettbewerb und die Preisschlacht bei Agrarerzeugnissen hingegen weiter zu verschärfen.

“Die Konkurrenzfähigkeit der Landwirte hängt nicht unbedingt von der Größe ihrer Betriebe ab. Vielmehr sind es die Rahmenbedingungen, die die Verhältnisse in der Landwirtschaft vorgeben und die Ausbeutung von Ressourcen verhindern”, meint Manfred Schöpe, Experte für Agrarwirtschaft beim Institut für Wirtschaftsforschung ifo http://www.ifo.de , im Gespräch mit pressetext. So sind etwa Agrarsubventionen an Vorgaben geknüpft, die eine Ressourcenschonung vorsehen und ihre Ausbeutung unterbinden sollen. Es spiele aber eine Reihe von Faktoren mit, um die Wettbewerbsfähigkeit von Agrarwirtschaften international vergleichen zu können. “Deutschland verfügt seit der Wiedervereinigung über äußerst heterogene Strukturen. Besonders in Ostdeutschland können Landwirtschaftsbetriebe aufgrund der strukturellen Verhältnisse bestehen”, erklärt Schöpe gegenüber pressetext.

Fondsspezialisten zufolge können Privatinvestoren durch eine Geldanlage in Agrarlandfonds in den kommenden Jahren mit Gewinnen rechnen. Zwar seien die Bedingungen mit hohen Einstiegssummen und langen Kapitalbindungszeiten gegenüber anderen geschlossenen Fondsvarianten noch nicht optimal. Angesichts der zunehmenden Weltbevölkerung steige jedoch auch der Bedarf an Nahrungsmitteln und damit der Wert der Ackerböden. Diese werden vorerst bewirtschaftet und langfristig möglichst gewinnbringend weiterverkauft. Gleichzeitig schrumpft das weltweit nutzbare Anbaugebiet nach Einschätzung der UN um 20 Mio. Hektar jährlich durch Versteppung und Urbanisierung. Besonders in Entwicklungs- und Schwellenländern dehnen sich Städte zulasten der Agrarflächen aus. Das geringere Angebot steigere zwar den kurzfristigen Wert der Kapitalanlagen. Langfristig wird ihre Wirtschaftlichkeit durch eine Ausbeutung von fruchtbaren Ackerböden jedoch in Frage gestellt. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

17.04.09

Deutsche Börse eröffnet paneuropäische Handelsplattform

- Handel/Dienstleistungen -

Xetra International erleichtert Geschäfte mit ausländischen Wertpapieren

Deutsche Börse modernisiert Infrastruktur (Foto: pixelio.de/sirknippsalot)

Frankfurt (pte/17.04.2009/13:30) - Die Deutsche Börse AG http://deutsche-boerse.com folgt dem Trend hin zu internationalen Handelsplattformen. Xetra International Market wird es Handelsteilnehmern aus 19 Ländern erlauben, BlueChip-Aktien aus ganz Europa ohne administrative Hindernisse zu erwerben. Alle Dow Jones Euro Stoxx50-Werte werden gelistet sein. Die getätigten Geschäfte sollen über eine zentrale Abrechungsstelle, Eurex Clearing, verrechnet werden. Die Deutsche Börse erweitert ihre elektronische Handelsplattform Xetra vor dem Hintergrund des intensiven Wettbewerbs mit länderübergreifenden Börsensystemen wie NYSE Euronext http://www.euronext.com ab dem vierten Quartal 2009.

Rund 260 Banken und Wertpapierhäuser aus 19 Ländern sind derzeit an der 1997 eingeführten Xetra-Plattform angeschlossen. Über das System werden rund 400.000 verschiedene Wertpapiere gehandelt. Nach jahrelangem Konflikt mit zwei Großinvestoren (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/090331034/ ) erfolgt nun die Erweiterung. “Wir wollen unseren Kunden im Kassa- und Terminmarkt europäische Blue Chips sowie Aktien- und Indexderivate auf Basis einer einheitlichen Infrastruktur anbieten, sagt Frank Gerstenschläger, Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse AG. Ein Novum ist dabei die zentrale Verrechnung über Eurex Clearing, einem in Frankfurt situierten Clearinghaus. Damit wird auf bereits bestehende Infrastruktur der Terminbörse Eurex zurückgegriffen, einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der Deutschen Börse und der SIX Swiss Exchange AG. Über Xetra International gehandelte ausländische Papiere müssen nicht mehr eine ganze Kette von Wertpapierverwahrern durchlaufen, bis sie ihre Lagerstelle im Heimatland erreicht haben.

Der europäische Wertpapiermarkt hat sich infolge des Inkrafttretens der EU-Richtlinie über Märkte und Finanzinstrumente, die das Monopol etablierter Börsenplätze aufbrach, fragmentiert. Die Änderung der rechtlichen Rahmenbedingungen machte die Einführung multilateraler Handelssysteme wie Turquoise oder Chi-X http://www.chi-x.com/ möglich, die innerhalb weniger Jahre einen Marktanteil von 20 Prozent erreichten. Diese elektronischen Plattformen bieten ebenfalls Möglichkeiten zum paneuropäischen Handel. Sie werden meist von mehreren Bankinstituten auf privatrechtlicher Basis betrieben. Der Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehmann Brothers hat jedoch zu einem Vertrauensverlust bei allen Marktteilnehmern bzw. zur Rückbesinnung auf öffentliche Börsenplätze geführt. “Unsere Xetra-Software wird mit einer öffentlich-rechtlichen Börsenlizenz betrieben”, betont Frank Herkenhoff, Pressesprecher der Deutschen Börse AG, im Gespräch mit pressetext.

“Alternative Handelsplattformen können eine Börse nicht ersetzen, denn diese ist neutral und hat keine Eigeninteressen, sie ist kein Eigenhändler”, sagt auch Beatrix Exinger, Pressesprecherin der Wiener Börse http://www.wienerborse.at , im Gespräch mit pressetext. Der Markt sei damit börserechtlich geregelt und unterliege strengen rechtlichen Voraussetzungen wie hohen Transparenzkriterien. Zudem hätten Börsen höhere Liquidität. Die Tendenz zur Fragmentierung des Wertpapierhandels wird dennoch anhalten. “Durch unsere zentrale Verrechnungsinfrastruktur sind wir jedoch gut positioniert”, sagt Rainer Riess, Managing Director der Deutschen Börse. Die Services von Clearstream Settlement, einer weiteren Tochtergesellschaft, werden als nachgelagerte Infrastruktur genützt. Durch die Verbindungen dieses Zentralverwahrers mit nationalen Wertpapierdepots wird das Settlement - also der Austausch von Handelsobjekt und Geldgegenwert - in allen beteiligten Märkten stattfinden können. Ein geregelter Handelsabschluss sei in dividenden- und steuerrechtlicher Hinsicht von enormer Bedeutung, so Herkenhoff. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Nikolaus Summer email: summer@pressetext.com Tel. +43-1-81140-306

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