Kategoriearchiv 'Handel/Dienstleistungen'
12.05.09

Bitterer Beigeschmack: Kaffee wird teurer

- Handel/Dienstleistungen -

Schwache Ernte und steigende Nachfrage treiben Zucker- und Kaffeepreis

Steigende Kosten machen Kaffeegenuss teurer (Foto: pixelio.de, Janine)

London/New York/Paris (pte/12.05.2009/06:05) - Mit deutlich steigenden Preisen erhält der Genuss von Kaffee einen bitteren Beigeschmack. So müssen Mio. von Koffeinliebhabern künftig nicht nur aufgrund der Teuerungen des meistverwendeten Süßungsmittels Zucker (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090410022/ ) tiefer in die Tasche greifen. Darüber hinaus könnten auch die schwachen Kaffee-Ernten bei gleichzeitig steigender Nachfrage für eine Kostenexplosion bei dem krisensicheren schwarzen Gold selbst sorgen. Zwar sah etwa der Konsumgüterriese Nestlé von einer Stellungnahme ab, ob sein Produkt Nescafé mit Preissteigerungen bedacht wird. Auf Anfrage von pressetext war auch seitens der Kaffeehauskette Segafredo Zanetti kein Kommentar zu erhalten. Derzeit befindet sich jedoch lediglich der Milchpreis weiterhin im freien Fall, weshalb Bauern eine neue Milchquote und Staatshilfe fordern. Allein in Deutschland werden pro Einwohner und Jahr knapp sieben Kilogramm Kaffee konsumiert, womit das Getränk sogar beliebter ist als Bier. Dabei liegen die USA mit einem Gesamtverbrauch von über 1,2 Mio. Tonnen unangefochten an der Spitze. Trotz Wirtschaftskrise sind die Umsätze mit qualitativ hochwertigem sowie fair gehandeltem Kaffee deutlich gestiegen, wie die Experten der Société Générale http://www.socgen.com aufzeigen. Die internationalen Kaffeepreise haben zuletzt ein neues Siebenmonatshoch erreicht. Der Financial Times zufolge befindet sich Qualitätskaffee aus Kolumbien mit 2,20 Dollar pro Pfund wegen Lieferproblemen sogar bereits auf Zwölfjahreshoch. Seit Dezember seien die Kosten bereits um über 20 Prozent gestiegen. Gleichzeitig steuert der Rohstoff Zucker auf einen neuen Rekordpreis seit 28 Jahren zu. Der weltweit größte Verbraucher und zweitgrößte Produzent Indien drücke den Preis durch eine geringere Produktion bei wachsender Nachfrage nach oben. Dadurch habe sich Rohzucker seit Jahresbeginn um 30 Prozent verteuert. Obwohl bis zuletzt davon ausgegangen wurde, dass Rezession und Konjunkturflaute ihren Einfluss auf die Kaffeenachfrage üben und zu günstigeren Preisen führen würden, scheinen Kaffeetrinker nicht auf das Luxusgetränk verzichten zu wollen. Zwar hätten die Verbraucher den Konsum mittlerweile aus den Cafés nach Hause verlagert. Die Nachfrage nach dem Produkt selbst sei dennoch ungebrochen. Angaben der International Coffee Organization http://www.ico.org nach sind die weltweiten Kaffee-Exporte im März 2009 um knapp 500.000 auf rund 9,33 Mio. Säcke Kaffee gestiegen. Allerdings hätten etwa in Kolumbien schwere Regenfälle weite Teile der Ernte zerstört, wodurch ein Mangel an Lieferungen aus dem Land spürbar sei. Der für den Endverbraucher gültige Kaffeepreis besteht zwar mit einem Anteil von knapp 45 Prozent zum überwiegenden Großteil ohnehin aus Steuern, Zöllen und Frachtkosten. Die Lieferengpässe könnten für den Konsumenten in Form von Preissteigerungen dennoch spürbar werden. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

11.05.09

US-Amerikaner werden langfristig sparsamer

- Handel/Dienstleistungen -

Konsumverhalten durch Krise dauerhaft verändert

Die US-Bürger sollen auch nach Ende der Krise sparsam bleiben (Foto: pixelio.de, wrw)

New York (pte/11.05.2009/06:10) - Dass Menschen in Zeiten der Krise versuchen, sparsamer zu leben, ist nachvollziehbar. US-Ökonomen vermuten nun jedoch, dass die Amerikaner auch nach Ende der Krise weiterhin jeden Penny zweimal umdrehen werden, berichtet die New York Times. Für die langfristigen Auswirkungen haben die Wissenschaftler unterschiedliche Erklärungen parat. Während die einen glauben, die wirtschaftliche Talfahrt der vergangenen Monate habe den US-Bürgern die Tugenden der Sparsamkeit wieder bewusst gemacht, vermuten andere den Menschen bliebe schlicht nichts anderes übrig als zu sparen. Denn Kredite werden heute nicht mehr leichtfertig vergeben, für das Eigenheim oder das neue Auto muss erst genug Geld beiseite gelegt werden.

Im vergangenen Jahr haben die US-Amerikaner vier Prozent ihrer Netto-Einkommen gespart - zuvor lag dieser Wert praktisch bei Null. Im Jahr 2005 haben die Menschen sogar 2,7 Prozent mehr ausgegeben, als sie verdient haben. Während manche die neue Sparsamkeit als gesunde Abwechslung zu einem krankhaften Kaufverhalten sehen, könnte die Wirtschaft darunter leiden. Die Unternehmen sind in den USA besonders auf das persönliche Kaufverhalten der Bürger angewiesen, bereits kleine Einbrüche können große Auswirkungen haben. Und das Konsumverhalten der US-Bürger dürfte sich nach derzeitigen Schätzungen sogar deutlich verändern: Man würde künftig stärker Prioritäten setzen. Bereits heute würden viele zum Beispiel eine Mikrowelle als Luxusartikel und nicht mehr als Notwendigkeit betrachten.

Bislang ist unklar, wer die resultierende Lücke schließen soll. Das Konsumverhalten der Chinesen entwickle sich zwar positiv, dürfte sich aber in den nächsten Jahren kaum ähnlich drastisch verändern. Auf lange Sicht soll die neue Sparsamkeit der Amerikaner jedoch wieder zu wirtschaftlichem Aufschwung führen. Mittelfristig würden die privaten Investitionen dadurch nämlich ansteigen. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Georg Eckelsberger email: eckelsberger@pressetext.com Tel. +43-1-81140-300

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