Kategoriearchiv 'Bildung/Karriere'
13.05.09

Europas Zukunft: ein Leben lang lernen

- Bildung/Karriere -

Alternde Gesellschaft braucht neue Bildungsformen

Jedes Jahr erneuert sich ein Siebtel des gesamten Wissens (Foto: pixelio.de/Hofschläger)

Berlin (pte/13.05.2009/12:35) - Der rasche demografische Wandel, der in Europa vor sich geht, bringt die Gesellschaft aus der Balance und erfordert unter anderem neue Zugänge zu Bildung. Zu diesem Schluss kommt Dorothee Braun vom deutschen Rat für Nachhaltige Entwicklung http://www.nachhaltigkeitsrat.de in einem Statement auf der Open Meeting Konferenz http://www.openmeeting2009.org in Bonn.

Die meisten europäischen Länder hätten bisher verabsäumt, Probleme des Bildungssektors wahrzunehmen und entsprechend zu reagieren. “Inhaltlich muss die Schule das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung vermitteln, sich jedoch auch in ihrer Organisationsform wandeln. Die Zukunft liegt in der fächer- und schulübergreifenden Konkretisierung von Bildungsinhalten nachhaltiger Entwicklung sowie in engerer Zusammenarbeit der Schule mit anderen Akteuren wie Unternehmen oder Jugendeinrichtungen”, so Braun im pressetext-Interview. Gesellschaftliche Teilhabe, Flexibilität und Anpassung an den Arbeitsmarkt könnten zudem nur durch lebenslanges Lernen sichergestellt werden.

Starke Änderungen der Zusammensetzung der Gesellschaft sind laut der Nachhaltigkeits-Forscherin in allen Ländern Europas zu beobachten. “Für alle Länder gilt, dass das Verhältnis zwischen Erwerbstätigen und Nicht-Erwerbstätigen immer mehr ins Ungleichgewicht kommt.” Berechnungen bestätigen dies und prognostizieren ab nächstem Jahr einen Rückgang der Arbeitskräftezahl in Europa (pressetext berichtete: http://pressetext.at/news/090504026 ). Regional gestalte sich dieser Wandel jedoch durchaus unterschiedlich. “Durch die fortlaufende Abwanderung aus den ländlichen Regionen altern diese weit schneller als urbane Zentren im selben Land. Doch auch in den Städten kann man zugleich Wachstum und Schrumpfung beobachten”, so Braun. Statt einer einzigen Lösung des Problems seien unterschiedliche Antworten nötig, die auf die jeweilige Situation eingehen.

Die Menschen zu qualifizieren, um den Bedarf der Gesellschaft zu decken, so lautet eine der notwendigen Maßnahmen. “Die Wohlfahrtssysteme sind nicht über die Zuwanderung ausländischer Arbeitnehmer auffangbar. Obwohl Ingenieure auch im Zuge der notwendigen technologischen Veränderung durch den Klimawandel ständig an Bedeutung gewinnen, werden sie in Europa, das bisher in ökologischen Fragen federführend war, immer mehr zur Mangelware. Schule und Medien sollten bemüht sein, das Interesse dafür stärker zu wecken.” Praxisnähe laute die wichtigste Regel für die Schul- und Berufsbildung, weshalb Braun den Wandel hin zum Ausbau von Fachhochschulen und mehr Flexibilität im Bildungssystem, wie etwa verbesserte Durchlässigkeit zwischen Berufsausbildung und Hochschule als “Schritte in die richtige Richtung” sieht. Darüber hinaus komme man aber nicht umhin, auch die Weiterbildung für Berufstätige neu zu organisieren und lebenslanges Lernen stärker zu fördern. “Bis zu 15 Prozent des Wissens wird jährlich neu definiert oder erweitert. Das erfordert von den Bildungseinrichtungen eine große Flexibilität.”

Ein strukturelles Bildungsproblem ortet Braun jedoch auch im unteren Gesellschaftsviertel. “Je nach Region verliert die Gesellschaft bis zu einem Viertel der Jugendlichen. Wer nicht über ausreichende Lese- und Rechenfähigkeiten verfügt, hat kaum Zugang zu Hauptschulen oder Ausbildungen. In Folge sind die Jugendlichen kaum in den Arbeitsmarkt integrierbar.” Ein stärkeres Zusammenspiel zwischen Schulen und Jugendhilfe könnte hier Besserung bringen, so der Vorschlag der Nachhaltigkeits-Expertin. Ein Grundproblem hinter der hohen Schulabbrecherquote in Deutschland liege in der strukturellen Benachteiligung von Schülern aus Förderschulen. Obwohl diese Schule für Kinder mit Lernschwierigkeiten die Aufgabe haben sollte, sie speziell zu fördern und möglichst zu einem Schulabschluss zu führen, besteht in einem Drittel der deutschen Bundesländer dazu bislang keine rechtliche Möglichkeit. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Johannes Pernsteiner email: pernsteiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-316

12.05.09

Krise macht Top-Manager-Posten sicherer

- Bildung/Karriere -

Führungsetagen setzen in unsicheren Zeiten auf Kontinuität

Manager in Krisenzeiten fester im Sattel (Foto: pixelio.de, Harald Wanetschka)

Hamburg (pte/12.05.2009/12:15) - Die Wirtschaftskrise hat in den Führungsetagen der Konzerne weniger deutliche Spuren hinterlassen als anzunehmen. Der internationalen Strategieberatung Booz & Company http://www.booz.com zufolge wurden die Arbeitsplätze ihrer Geschäftsführer im vergangenen Jahr sogar noch sicherer als zuvor. Während im deutschsprachigen Raum 2007 noch 19,7 Prozent der CEOs ihr Unternehmen verlassen mussten, waren es im Vorjahr nur 17 Prozent. Zwar “schrumpft sich der Finanzsektor gesund”, wie Werner Eichhorst, stellvertretender Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Institut zur Zukunft der Arbeit http://www.iza.org , im Gespräch mit pressetext klarstellt (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090511020/ ). Angesichts der alltäglichen Hiobsbotschaften aus der Wirtschaft erscheint jedoch auch die Anzahl entlassener Finanz-CEOs mit rund einem Fünftel relativ gering. In diesem Jahr könnte sich der Jobkahlschlag bei Managern hingegen branchenübergreifend verschärfen. Der Anteil zwangsweiser Entlassungen ist im deutschsprachigen Finanzsektor von 4,4 auf 4,8 Prozent geklettert. Zwar ist die Liste gefeuerter Vorstandsvorsitzender länger als je zuvor. Die Fluktuation an den Konzernspitzen ging branchenübergreifend dennoch zurück. Obwohl den Managern angesichts zahlreicher Skandale nach wie vor ein rauer Wind entgegenschlägt, ist die Fluktuation in den europäischen sowie in den US-amerikanischen Führungsetagen um 1,9 bzw. 0,5 Prozent gesunken. Booz zufolge könnte sich dieses Bild erst 2009 drastisch ändern. So habe die Krise ihre höchsten Wellen erst gegen Ende des Vorjahres geschlagen, wodurch den Konzernen zwei bis drei relativ solide Quartale blieben. Darüber hinaus würde in wirtschaftlich schwierigen Zeiten am vertrauten Personal festgehalten, um zusätzliche Unruhe zu vermeiden. Stattdessen seien die Unternehmen auf Kontinuität bedacht. Die meisten Konzernlenker hätten ohnehin keinen Einfluss auf die Krise gehabt. Zudem könnten Ersatzkräfte in den meisten Fällen keine Änderung der Situation herbeiführen. Während der Großteil der Führungswechsel in den Konzernspitzen nach wie vor geplant ist, muss nunmehr in verschiedenen krisengeplagten Branchen mit einem höheren Anteil unbeabsichtigter Entlassungen gerechnet werden. So dürften etwa im Automobil- bzw. dessen Zuliefersektor diverse Neubesetzungen anstehen. Neben den Finanz-Managern waren insbesondere die CEOs der Energiebranche bereits im Vorjahr mit Maßnahmen konfrontiert. Hier zeigte sich die Wechselquote mit deutschlandweit rund 20 und weltweit rund 18 Prozent ähnlich hoch wie in den Finanzmärkten. Im internationalen Vergleich weist Deutschland besonders gegenüber asiatischen Managern eine geringe Fluktuationsrate auf. So stiegen die Führungswechsel etwa in Japan um mehr als sechs auf 16,9 Prozent. Zwar würden asiatische Staaten mit einer Gesamtrate von 13,2 Prozent den globalen Wirtschaftstrends stärker folgen als europäische. In Krisenzeiten seien die Unternehmen jedoch gut damit beraten, auf die Erfahrung ihrer Führungskräfte zu setzen. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Manuel Haglmüller email: haglmueller@pressetext.com Tel. +43-1-811-40-315

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