01.07.08

EM-Bilanz hat zwei Gesichter

Pressetext Kategorie:
- Handel/Dienstleistungen -

Wirtschaftlicher Erfolg blieb in einigen Branchen aus

Die Euro 2008 war nicht für alle Branchen ein wirtschaftlicher Erfolg

Wien (pte/01.07.2008/06:05) - Am Tag nach Ende der UEFA Fußball-Europameisterschaft http://de.euro2008.uefa.com in Österreich und der Schweiz haben die Austragungsländer eine erste wirtschaftliche Bilanz des sportlichen Großereignisses gezogen. In ihrer Einschätzung sind sich die Vertreter der einzelnen Branchen aber nicht immer einig. Während sich Österreichs Wirtschaft im Großteil sehr zufrieden gibt und von einem “großen Erfolg für Österreich” spricht, klagen Vertreter der Gastronomie über nicht erfüllte Erwartungen und ein sattes Umsatzminus. Die angepeilte Gewinnsteigerung von bis zu sieben Prozent konnte nicht erreicht werden, heißt es aus der Gastronomiebranche. Einige Wirte in den Fanzonen hätten sogar frühzeitig zusperren müssen, um den finanziellen Absturz abzuwenden. Andere Branchen wie der Sport-, Fanartikel- und Lebensmittelhandel freuen sich hingegen laut eigenen Angaben über ein kräftiges Umsatzplus. Ein Beispiel hierfür ist der Lebensmittelhändler Billa, der mit dem Verkauf von Bier und Knabbergebäck während der Dauer der EM einen Gewinn im zweistelligen Bereich erwirtschaften konnte.

“Es ergibt wenig Sinn, ein Großereignis wie eine Fußball-Europameisterschaft pauschal zu bilanzieren. Ihr Ergebnis muss vielmehr nach den einzelnen betroffenen Branchen und Standorten differenziert betrachtet und analysiert werden”, erklärt Fritz Aichinger, Obmann der Sparte Handel der Wirtschaftskammer Wien http://www.wko.at , im Gespräch mit pressetext. “Wir haben sowohl positive als auch negative Effekte beobachtet, die sich quer durch alle Bereiche ziehen”, erläutert Aichinger. Die Auswirkungen auf den Gesamthandel seien aber insgesamt gesehen relativ gering geblieben. “In Wien gibt es rund 16.000 Einzelhandelsbetriebe. Etwa 1.000 davon konnten von der EM profitieren, der Rest hat entweder einen normalen Juni erlebt oder ein kleines Minus eingefahren”, fasst Aichinger zusammen.

“Die Gastronomie bilanziert nach dem Ende der Fußball-EM mit einer großen schwarzen Null”, stellt Christian Chytil, Geschäftsführer des Event-Gastronomieunternehmens impacts http://www.impacts.at , auf Anfrage von pressetext fest. Verantwortlich für das Ausbleiben der erwarteten Gewinne seien letztendlich vor allem die Besucherzahlen. “Die Fanzonen sind aufgrund der niedrigeren Anzahl an Besuchern deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Sie konnten nur knapp die Hälfte des Gewinns erzielen, mit dem sie noch vor der Europameisterschaft gerechnet haben”, erläutert Chytil. Bei 1,5 Mio. verkauften Getränken, die im Schnitt zu je vier Euro zu haben waren, sei der erwirtschaftete Umsatz allerdings nicht unbedingt als klein zu bezeichnen. “Im Verglich zum ‘normalen’ Junimonat des Vorjahres hat die Gastro-Wirtschaft aber mit einem Minus abgeschnitten. Nur einige wenige Gastronomen konnten tatsächlich ein gutes Plus verzeichnen”, schildert Chytil.

Insgesamt 2,2 Mio. Menschen besuchten im Laufe der EM die Fanzonen in Österreich, rund eine Mio. war am Ring in Wien beim Geschehen dabei. Auch in die Stadien in Wien, Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt pilgerten hunderttausende Fußballfans. Insgesamt sahen die Spiele in Österreich und der Schweiz 1.140.992 Fans live, das entspricht Rang drei von allen bisherigen Europameisterschaften. “Die EM ist wirtschaftlich gesehen eine Investition in die Zukunft. Sie war ein großes Ereignis, das sehr gut über die Bühne gegangen ist. Die Langzeitwirkung für den Wirtschaftsstandort Österreich wird deshalb sicherlich positiv sein”, ist Aichinger überzeugt. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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