30.11.07

Konzernumbau: Dell warnt vor weiteren Belastungen

Pressetext Kategorie:
- Unternehmen/Finanzen -

Wachstumstreiber Asien sorgt für Umsatzzuwächse

Dell steigert Umsatz in Region Asien-Pazifik um 18 Prozent (Foto: dell.com)

Round Rock (pte/30.11.2007/12:26) - Der angeschlagene PC-Hersteller Dell http://www.dell.com hat trotz eines Umsatz- und Gewinnsprunges im abgeschlossenen dritten Quartal kein positives Echo bei Marktbeobachtern hervorgerufen. Die gestern, Donnerstagabend, veröffentlichten Zahlen zeigen, dass die Bruttomarge des Unternehmens gegenüber dem zweiten Quartal um sechs Prozent nachgegeben hat, was auf eine mangelnde Profitabilität hinweisen könnte, wie das Wall Street Journal schreibt. Zudem wies das Unternehmen darauf hin, dass der weitere Konzernumbau die finanzielle Performance der nächsten Monate belasten könnte. Eine positive Geschäftsentwicklung verbuchte Dell dagegen in der Region Asien-Pazifik. Das Unternehmen setzte im dritten Quartal insgesamt 15,64 Mrd. Dollar um (plus neun Prozent). Der Nettogewinn stieg um 27 Prozent auf 766 Mio. Dollar, zudem erhöhte sich der Gewinn je Aktie um sieben Cent auf 34 Cent. Die Bruttomarge fiel dagegen auf 18,5 Prozent, verglichen mit 19,9 Prozent im vorangegangenen Quartal. Die Profitabilität des Unternehmens sei im vergangenen Quartal unter anderem durch diverse Einmaleffekte belastet worden, heißt es bei Dell. So wurden unter anderem 50 Mio. Dollar für den Personalabbau aufgewendet, weitere 28 Mio. Dollar entfielen auf den Prüfungsausschuss, der sich mit der laufenden Untersuchung der vergangenen Bilanzen beschäftigt. Die Zahlen wären nicht schlecht ausgefallen, sagt Ronald Stöferle, Analyst bei der Erste Bank, im Gespräch mit pressetext. So verfehlte der Gewinn je Aktie den Analystenkonsensus nur um einen Cent. “Die Margen waren jedoch schwach. Man sieht, dass das Problem hier noch tiefer liegen dürfte.” Neben den hohen Einmaleffekten machte sich in der Quartalsbilanz auch der Einstieg in den Retail-Bereich bemerkbar, erläutert der Analyst. Dell hatte im Frühjahr damit begonnen, seine Produkte erstmals neben dem Direktverkauf per Internet und Telefon auch im Einzelhandel anzubieten. Ob dieser Schritt sinnvoll war, werde sich erst zeigen, sagt Stöferle. “Dell kämpft hier gegen Hewlett Packard oder Lenovo. Letztlich wird sich dieser Wettbewerb über den Preis entscheiden.” Zu beachten sei, dass die Margen im Retail-Bereich niedriger ausfallen als im Direkt-Verkauf. Darüber hinaus sei das Unternehmen im Laptop-Bereich gegenüber Mitbewerbern wie Hewlett Packard, Acer oder Apple relativ schwach aufgestellt. Vor allem das Geschäft außerhalb der USA entwickelte sich sehr stark, insgesamt trägt dieses bereits einen Anteil von 46 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Wachstumstreiber ist für Dell derzeit die Region Asien-Pazifik und Japan, wo das Unternehmen seine Aktivitäten massiv ausbaut (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=070706031 ). Der Umsatz stieg in dieser Region im Jahresvergleich um 18 Prozent an, die höchsten Zuwachsraten wurden dabei in Indien (plus 47 Prozent) und China (plus 22 Prozent) verbucht. Die BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China) tragen insgesamt 32 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Der Umsatz aus dem amerikanischen Geschäft konnte zwar um sieben Prozent erhöht werden, das US-Consumer-Geschäft im PC-Bereich gab jedoch um sechs Prozent nach. Im Zuge des Restrukturierungsprogramms werden weitere Aufwendungen für die Erhöhung der Produktivität, Investitionen in Infrastruktur und Akquisitionen sowie die Verringerung der Mitarbeiterzahl anfallen, kündigte das Unternehmen an. Dies könne ebenso wie die langsame Senkung von Komponentenkosten die Ergebnisse der nächsten Monate belasten. Die Dell-Aktie brach im nachbörslichen US-Handel deutlich ein. Nach einem Schlusskurs von 28,14 Dollar fiel sie auf knapp 26 Dollar. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Victoria Schubert email: schubert@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

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