29.09.07

Internationale Investoren stürmen Tschechien

Pressetext Kategorie:
- Handel/Dienstleistungen -

Direktinvestitionen und Zahl ausländischer Technologiezentren steigen

Nikolaus Seiwald, österreichischer Außenhandelsdelegierter in Tschechien (Foto: austriantrade.org)

Prag (pte/29.09.2007/13:25) - Das große Interesse ausländischer Konzerne am Wirtschaftsstandort Tschechien reißt nicht ab. Dies zeigt sich auch in den aktuellen Privatisierungsverhandlungen um mehrere tschechische Unternehmen. “Mit einem Bestand an Direktinvestitionen per Ende 2006 in Höhe von rund 56,1 Mrd. Euro und einem Zufluss im ersten Halbjahr 2007 von 2,42 Mrd. Euro ist Tschechien eine bedeutende Destination ausländischer Investoren”, sagt Nikolaus Seiwald, österreichischer Handelsdelegierter in Prag, auf Nachfrage von pressetext. Auch die Zahl der Technologiezentren ausländischer Investoren steigt weiter an.

Tschechien blieb laut einer aktuellen Studie von Ernst & Young auch 2006 unter den zehn weltweit attraktivsten Standorten für Direktinvestitionen und belegte gemeinsam mit Brasilien den 9. und 10. Platz, erläutert Seiwald. Als Investitionsstandort im Produktionsbereich rangierte Tschechien auf Platz sechs. Knapp drei Viertel der Investoren gehen zudem von einer weiteren Erhöhung der Attraktivität der Region Mittel- und Osteuropa aus. “Tschechien kann also in kommenden Jahren mit einem weiteren Investitionsfluss rechnen”, so Seiwald. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen betrug 2006 insgesamt 4,75 Mrd. Euro, der größte Anteil kam aus den Niederlanden (21,6 Prozent). Auf den weiteren Plätzen folgten Deutschland (19,4 Prozent) und Österreich (14 Prozent).

Die Privatisierung war in den 90er-Jahren das Kernstück und wichtigste Element der tschechischen Wirtschaftspolitik. Mittlerweile wurden fast alle wichtigen Unternehmen verkauft, erläutert Seiwald. Derzeit werden unter anderem die Privatisierung des Prager Flughafens oder der Brauerei Budvar (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=070915007 ) diskutiert. Erste Gerüchte über Verhandlungen mit der US-Brauerei Anheuser-Busch über den Kauf von Budvar wurden jedoch vonseiten der Regierung wieder dementiert, schreibt die Zeitschrift Tschechien am Morgen. Der Prager Flughafen soll nach einem Beschluss der Regierung bis Jahresende in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden. Danach haben das tschechische Verkehrs- und Finanzministerium bis März 2008 Zeit, um einen Privatisierungsplan für den Flughafen vorzulegen.

Auch die Fluglinie CSA und die tschechische Post sowie sieben Prozent des Energiekonzerns CEZ sollen verkauft werden. Für CSA liegen derzeit keine konkreten Privatisierungspläne vor, laut Czech Business Weekly könnten die anhaltenden Verluste der Fluglinie jedoch zum Problem bei künftigen Verkaufsverhandlungen werden. Die Privatisierungserlöse will die tschechische Regierung für die Modernisierung der Infrastruktur im Land aufwenden. Weitere wichtige Unternehmen, die noch in Staatsbesitz sind, deren Verkauf derzeit aber nicht aktuell ist, sind der Verwalter der staatlichen Öl- und Treibstoffreserven Cepro und CEZ, der wichtigste Elektrizitätsversorger des Landes. Ein früherer Privatisierungsversuch von CEZ scheiterte bereits, der Staat hält derzeit noch 67 Prozent an dem Unternehmen.

Im vergangenen Jahr beschlossen insgesamt elf ausländische Unternehmen den Bau von Forschungs- und Entwicklungszentren in Tschechien, schreibt Tschechien Online unter Berufung auf eine Studie von CzechInvest. Ein Jahr zuvor waren es noch acht Unternehmen. “Die meisten Unternehmen investieren zwar immer noch in die Produktion. Nachdem sie bei uns jedoch gute Erfahrungen gemacht haben, errichten sie oft auch Technologiezentren. Erfreulich ist, dass in den vergangenen Jahren auch Technologiezentren von Unternehmen angesiedelt wurden, die keine Produktionsbasis bei uns haben”, wird Tomas Hruda, Generaldirektor von CzechInvest, zitiert. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Victoria Schubert email: schubert@pressetext.com Tel. +43-1-81140-305

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