31.03.07

Alles nur geklaut: Lauter Fälschungen unter einem Dach

Pressetext Kategorie:
- Produkte/Innovationen -

Neues “Museum Plagiarius” zeigt 250 Beispiele von geistigem Diebstahl

Gartenzwerg mit “goldener Nase” (Foto: Aktion Plagiarius e.V.)

Solingen (pte/31.03.2007/13:00) - Echte Ware oder schamlose Fälschung? Im neuen “Museum Plagiarius” in Solingen http://www.plagiarius.com werden ab morgen, Sonntag, mehr als 250 Originale und ihre teilweise erstaunlich professionellen Plagiate aus den unterschiedlichsten Branchen präsentiert. Neben Designerartikeln aus dem Haushalt von Küchenhelfern bis zur Taschenlampe kommen quer durch alle Preisstufen auch Möbel, Kinderspielzeug oder technisch komplexe Gerätschaften im direkten Vergleich in der Dauerausstellung zum Vorschein.

Hauptsächlich betroffen sind bereits erfolgreiche Produkte, für die profitgierige Kopierer aufgrund der bestehenden Nachfrage keinerlei Kosten für Forschung, Entwicklung oder Marketing berücksichtigen müssen. Dabei gilt der geistige Diebstahl, der vor allem in der Verwendung ähnlich klingender Markennamen oder Verpackungsformen passiert, beileibe nicht als Kavaliersdelikt - laut der nordrhein-westfälischen Wirtschaftsministerin Christa Thoben kosten die kriminellen Machenschaften pro Jahr mindestens 50.000 Arbeitsplätze in Deutschland.

Verantwortlich für das “Plagiarius”-Konzept ist Design-Professor Rido Busse, der 1977 seine von ihm selbst kreierte Briefwaage überraschend bei einem Messebesuch als Billigimitat auf einem Stand eines Herstellers aus Hongkong entdeckt hatte. Seitdem reagiert er jährlich auf die dreistesten Fälle von Nachahmung mit einem sinnbildlichen Preis: Ein schwarz angemalter Gartenzwerg mit einer goldenen Nase. Die ersten drei Plätze 2007 betrafen nach Ansicht der Jury übrigens eine Isolierkanne, ein Notizbuch sowie eine Kehrmaschine. Auch Tankstellen-Zapfventile und ein beleuchteter Türgriff wurden unter anderem auf diese Weise angemahnt. Nicht immer sitzen die Übeltäter im Ausland - eine Brillenkollektion aus Passau in Bayern verkauft eine Firma aus Minden in Westfalen ungeniert als eigene Innovation. “Die Symbolkraft dieser negativen Auszeichnung nimmt leider immer mehr an Gewicht zu. Schließlich geht es längst um immense Gewinnsummen, die korrupte Geschäftemacher auf Kosten anderer Leute verdienen. Dagegen müssen wir permanent Aufklärungsarbeit betreiben”, erklärt der 72-jährige Busse gegenüber pressetext.

So fordert die “Aktion Plagiarius e.V.” unermüdlich die Originalhersteller auf, die meist aus Südostasien stammenden Beispiele der klassischen Produktpiraterie zu melden. Während in China oder Taiwan zwar die Produzenten beheimatet sind, sitzen die betrügerischen Köpfe überwiegend in Europa und steuern von dort aus ihre ertragreichen Vertriebswerke. Parallel zur Schau sollen regelmäßig veranstaltete Workshops und Seminare über die oftmals unterschätzten Gefahren und wirtschaftlichen Schäden der Markenklauerei informieren sowie Tipps zu urheberrechtlichen Strategien geben. Denn minderwertige Qualität und nicht erfüllte Sicherheitsstandards können in Einzelfällen auch das Leben ahnungsloser Konsumenten gefährden. Ermöglicht wird das Projekt durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Solingen und des Industrieverbandes Schneid- und Haushaltswaren. Daneben unterstützen zahlreiche Vertreter aus der Industrie sowie Privatpersonen mit Geld- und Sachspenden die Innenausstattung sowie den laufenden Betrieb. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Frank-Michael Rall email: rall@pressetext.com Tel. +49-160-368 4262

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