18.04.09

Hobbysportler unter Dopingverdacht

Pressetext Kategorie:
- Sport/Events -

Nebenwirkungen reichen von Sucht bis zu Missbildungen und Tod

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Wien/Graz (pte/18.04.2009/13:15) - Medikamente, die zur Steigerung der sportlichen Leistung missbraucht werden, haben verheerende Nebenwirkungen auf den Körper. Davor warnt die Anti-Doping-Agentur NADA http://www.nada.at in einer Broschüre, die zum Beginn der Laufsaison präsentiert wurde und an 100.000 Sportler ausgeteilt werden soll (siehe pdf-Download). Prominente Fälle aus dem Spitzensport haben in den vergangenen Monaten für mehr öffentliches Bewusstsein für Doping gesorgt. “Im Breitensport ist das Wissen um Nebenwirkungen jedoch noch sehr gering”, warnt NADA-Geschäftsführer Andreas Schwab im pressetext-Interview. Denn neben ethischer Bedenklichkeit bedeute der Missbrauch von Medikamenten zur Leistungssteigerung eine hohe gesundheitliche Gefahr.

“Die Nebenwirkungen des Dopings sind immer häufiger auch in allgemeinen Arztpraxen zu beobachten, weshalb Ärzte und Sportler darüber Bescheid wissen müssen”, erklärt Peter H. Schober, Leiter der Abteilung für Sport- und Leistungsmedizin des Klinikums Graz http://www.klinikum-graz.at . Das klassische Testosteron-hältige Anabolika ist noch immer die am häufigsten missbrauchte Substanz im Sportbereich. “Schätzungen zufolge greift jeder zehnte jugendliche Kraftsportler zu Anabolika. In Fitnessstudios zeigen Studien Missbrauchszahlen von bis zu 25 Prozent der Mitglieder”, so Schober. Die Medizin weiß heute um die gravierenden Nebenwirkungen und Folgeschäden, die vom Wachstumsstopp bei Jugendlichen bis zu Herzerkrankungen und Tumorbildungen reichen. Darüber hinaus führt die Verwendung bei Männern zu Hodenschrumpfung, Haarausfall, Impotenz und Brustwachstum, bei Frauen zu vermehrter Körperbehaarung, tieferer Stimme, Fehlbildung der Klitoris sowie zur Unfruchtbarkeit.

Doch auch Testosteron-Alternativen sind medizinisch sehr bedenklich. Das in letzter Zeit in den Medien präsente Erythropoetin (EPO) steigert die Zahl der roten Blutkörperchen und den Bluthochdruck, begünstigt durch Thrombosen Schlaganfall, Herzinfarkt und Lungenembolie und fördert das Tumorwachstum bei Krebspatienten. “Der Missbrauch von Wachstumshormonen wie Somatotropin steht manchen Sportlern hingegen teilweise ins Gesicht geschrieben, da sie Kinn und Kopfform vergrößern”, bemerkt Schober. Daneben wachsen auch innere Organe unproportional, es kommt zu Gelenkschmerzen und die Tumor- und Diabetesgefahr steigt. Manche Freizeitsportler setzen auf Stimulantien wie Amphetamine oder Asthmamittel, deren Nebenwirkungen von Herz-Kreislaufproblemen, lebensbedrohlichem Hitzestau im Körper bis zu Wahnvorstellungen und Sucht reichen.

“Medikamentenmissbrauch ist jeglicher Versuch, die sportliche Leistung durch Medikamente zu steigern”, definiert Schwab Doping im Breitensport, das er zugleich für “nicht nachvollziehbar” hält: “Der Beweggrund von Hobbysportlern ist äußerst fraglich, wenn sie wegen einer zehn Minuten kürzeren Laufzeit, die ihnen vielleicht zum Rang 8.000 statt 11.000 verhilft, unerlaubte Medikamente zu sich nehmen. Mit dem wichtigsten Grundsatz des Sports, durch Bewegung die Gesundheit zu fördern, ist das nicht vereinbar.” Die NADA führt Zwänge des Systems als eine Möglichkeit der Erklärung des Phänomens an. Dazu zählen unter anderem Vereins- und Verbandsinteressen, steigende Abhängigkeit von Wirtschaft und Medien, steigende Anforderungsprofile, hohe Wettkampfhäufigkeit und fehlende Regenerationszeiten. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Johannes Pernsteiner email: pernsteiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-316

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