31.10.08

Medientage: “Das Radio muss sich neu definieren”

Pressetext Kategorie:
- Medien/Kommunikation -

Individuelle Angebote und Zusatzdienste sollen Hörer an Medium binden

Andreas Arntzen, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack (Foto: medientage.de)

München (pte/31.10.2008/11:57) - In Zeiten von Interaktivität und Konvergenz tut sich das Medium Radio besonders schwer damit, neue wirksame Wege zum Hörer zu finden. Der analoge UKW-Empfang spielt zwar allen früheren Digitalisierungsprognosen zum Trotz nach wie vor die entscheidende Rolle bei der Radionutzung, das Internet gewinnt aber vor allem bei jugendlichen Hörern zunehmend an Bedeutung. “Die Nutzungserwartungen an Audioangebote werden sich schrittweise an die Nutzungssituation des Internets anpassen und damit zu einer Individualisierung führen”, stellte Andreas Arntzen, Geschäftsführer der Verlagsgesellschaft Madsack und Initiator von Radio.de http://www.radio.de gestern, Donnerstag, im Rahmen einer Paneldiskussion zur Zukunft des Radios auf den Münchner Medientagen http://www.medientage-muenchen.de fest. Um erfolgreich weiter bestehen zu können, müsse sich das Radio neu definieren. “Radio ist die einzige Mediengattung, die noch auf einem terrestrischen Waldweg fährt”, kritisierte Arntzen. Man bewege sich noch zu sehr in traditionellen Bahnen und habe es verabsäumt, frühzeitig die Verbreitungswege der Zukunft zu besetzen. “Wenn es Internetunternehmen wie Google gelingen sollte, die Datenautobahn auch für das Radio zu besetzen, werden die Radioanbieter in einigen Jahren dafür bezahlen müssen, um ihre Reichweite zu behalten”, mahnte Arntzen. Die Herausforderung bestehe für Radiobetriebe aber auch darin, den Wandel hin zum Audioanbieter zu meistern, der den Hörern unter den vertrauten Hörfunkmarken die verschiedensten Audioangebote bietet. “Die Menschen wollen heute Audio haben und das besteht eben nicht nur aus Musik, Infos und Moderation, sondern beinhaltet beispielsweise auch einen Spanischkurs oder ein Hörbuch”, erläuterte Arntzen. “Neue Radionutzungsmuster erfordern passende und neue Angebote”, erklärte Karlheinz Hörhammer, Vorsitzender der Geschäftsführung beim Radiosender Antenne Bayern http://www.antenne.de . Wenn die User nicht zum Radio kommen, müsse man sie eben dort abholen, wo sie gerade sind. Möglich sei dies etwa durch die Schaffung eines vielfältigen Zusatznutzens durch On-Demand-Angebote, Webradios und mobile Streams. “Ziel ist, die Nutzer emotional an das Radio zu binden, über alle Verbreitungswege hinweg”, so Hörhammer. Dass die Branche sich völlig neu orientieren muss, bestätigte auch Georg Hug, Programmchef der Sender SW3 und DASDING http://www.dasding.de . “Wir haben dem Hörer früher einfach etwas vorgesetzt, was er schlucken musste. Das funktioniert künftig nicht mehr”, betonte Hug. Er sei davon überzeugt, dass der Hörfunker sich darauf einstellen müsse, künftig auch mit Bewegtbildern zu arbeiten. “Die positive Entwicklung des Online-Bereichs ist keine Bedrohung für das Radio, sondern eine Chance”, merkte Lutz Kuckuck, Geschäftsführer der Radiozentrale Berlin http://www.radiozentrale.de an. Denn das Web sei schließlich selbst kein Medium, sondern lediglich eine Plattform, auf der Audio ebenso wie Print und TV abgerufen werden könne. “Um im Internetzeitalter bestehen zu können, ist es vor allem wichtig, das es dem Radio gelingt, seine Markenstärke als Tagesbegleiter auszuspielen”, fasste Kuckuck zusammen. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317

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